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Zoo Leipzig Die Bewohner der Tier-WG
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Zoo Leipzig - Infos und Events: Ein Special von LVZ.de in Kooperation mit dem Zoo Leipzig
11:21 13.06.2019
Die "tierische Wohngemeinschaft" misst mehrere Tausend Quadratmeter Fläche. Quelle: Christian Modla
Leipzig

2004 eröffnet, leben heute in der Kiwara-Savanne Huftier- und Vogelarten Kontinent-typisch zusammen. Gegenwärtig sind es 129 Tiere aus zehn Arten, darunter auch Strauße, Perlhühner, Graumulle, Fette Sandratten oder Rüsselspringer. Mehrere Tausend Quadratmeter Fläche misst die „tierische Wohngemeinschaft“. Kurator Gerd Nötzold spricht lieber von einer großen Huftiergemeinschaftsanlage. Denn als Biologe möchte er die Dinge sachlich korrekt darstellen und nicht vermenschlichen. Wer hier lebt, was ihn auszeichnet – in unserer Fotostory nehmen wir die Charaktertiere der Savanne unter die Lupe.

Die Diva: Giraffenbulle Max

Erhobenen Hauptes stolziert Max über seine Savanne. Ja, seine Savanne! Kein anderes Tier ist in Afrika größer, keines strahlt den Anspruch auf den Chefposten so aus wie der Giraffenbulle. Von den Pflegern hört man nur Gutes über ihn. Manche bezeichnen sein Verhalten aber gelegentlich als divenhaft: Er mag es nicht, wenn man ihn missachtet, und er steht gern im Mittelpunkt. Bis heute hat er 26 Mal für Nachwuchs gesorgt. Max lebt übrigens seit seiner Geburt im Zoo Leipzig. Am 27. September 2019 wird er 24 Jahre alt. Mit Max leben fünf weitere Rotschildgiraffen hier. Sie sind äußerst vorsichtig und prüfen die Situation genau, bevor sie auf die Savanne treten. Als Fluchttiere müssen sie immer auf der Hut sein. Deshalb schlafen sie auch nur ein bis zwei Stunden am Stück. Am liebsten fressen sie Gräser und Kräuter. Erkennungszeichen: die Größe. Die Giraffe ist das längste Landsäugetier und kann eine Höhe von circa sechs Metern erreichen.

Giraffenbulle Max lebt seit seiner Geburt im Zoo Leipzig. Quelle: Christian Modla

Kronenkraniche

Das aktuelle Pärchen ist 2011 in die Savanne gezogen. Es nutzt die gesamte zur Verfügung stehende Fläche. Bevorzugt fressen Kronenkraniche Insekten, Amphibien, Reptilien, Samen, Beeren oder Pflanzen. Erkennungszeichen: die Krone. Gemeint sind die charakteristischen weißen Schmuckfedern am Kopf.

Thompson-Gazellen

Die beiden Weibchen und ein Bock halten sich oft am Rande der Savanne auf, in der Nähe von möglichen Rückzugsräumen. Sie liegen auch gerne an den Wasserstellen und ruhen sich aus. Die als extrem ausdauernd bekannten Tiere fressen am liebsten Gräser und Kräuter. Erkennungszeichen: der schwarze Flankenstreif an der Seitenlinie. Er trennt die bräunliche Färbung des Fells am Oberkörper von der hellen Färbung am Bauch. Beide Geschlechter haben außerdem eng beisammen stehende, geringelte Hörner.

Die Entspannteste: Zebrastute Dolly

Mit 23 Jahren ist die Zebradame die älteste ihrer Art in der Savanne. Zum alten Eisen gehört sie deshalb noch lange nicht. 2018 brachte sie Zebrastute Klara zur Welt. Dolly gilt als erfahren und fürsorglich, immerhin ist Klara schon ihr achtes Jungtier. Mit ihr leben zehn weitere Grevy-Zebras hier. Sie sind die stillen Herrscher der Savanne, die ein Abkommen mit den Giraffen haben. Sie sind verspielt und temperamentvoll und lieben das Staubbad und das Wälzen im Schlamm. Sie fressen Gräser und Kräuter. Erkennungszeichen: die Streifen. Mit etwa 80 Streifen hat das Grevy-Zebra mehr als jede andere Zebra-Art.

Dolly gehört zu den Grevy-Zebras. Quelle: Zoo Leipzig/Melanie Ginzel

Moorantilopen

Sie halten sich aus allem raus. Meist ist die Gruppe aus einem Bock und sieben Weibchen auf der Kiwara-Kopje zu finden. Hier sonnen sie sich und grasen zwischen den Spitzmaulnashörnern. Erkennungszeichen: Die Böcke haben einen weißen Fleck hinter den Hörnern. Ihr Fell ist deutlich dunkler als das der hornlosen Weibchen.

Tüpfelhyänen

Insgesamt vier Tiere leben auf dem Hyänenfelsen, angrenzend zur Savanne. Gelegentlich ist ihr berühmtes „Hyänenlachen“ zu vernehmen – es kündet zum Beispiel von Erregung oder einem Jagderfolg. Oft kann man die Tiere beim Sonnenbad beobachten. Ihr Speiseplan ist anspruchsvoll: Zebras, Gnus, Gazellen, Vögel, Kleintiere, Aas, aber auch Früchte. Erkennungszeichen: die Tüpfel auf dem Fell.

Der Stänkerer: Marabumann Rasputin

Einige Zeit musste man auf seinen Anblick verzichten, denn Rasputin wurde aufdringlich und fing an, nicht nur seine Mitbewohner, sondern auch Zoobesucher mit seinem Hornschnabel zu attackieren. Da überschritt der Professor, wie er aufgrund seines Aussehens genannt wird, eindeutig die Grenzen. Die Pfleger griffen ein und trafen bauliche Vorkehrungen. Der Abstand tut gut: Seither mimt der „Stänkerer“ ordentlich den liebenswerten Professor. Mit Rasputin lebt Marabu-Weibchen Erika in der Savanne. Am Liebsten halten sich beide im vorderen Bereich der Anlage auf, fressen Aas, Insekten, Fische, Reptilien, Ratten und kleine Vögel. Sie verständigen sich mit lautem Schnabelklappern. Erkennungszeichen: der aufblasbare Kehlsack, der zur Paarungszeit rot leuchtet.

Marabumann Rasputin lebt mit Weibchen Erika in der Kiwara-Savanne. Quelle: Archiv Zoo Leipzig

Zwergflamingos

Mit aktuell 85 Tieren (davon neun Jungtiere aus den Jahren 2018/2019) ist es die größte Population Europas. Sie gelten als gesellig und leben in großen Kolonien. Sie ernähren sich hauptsächlich von Kiesel- und Blaualgen, selten von kleinen Krebsen. Erkennungszeichen: ihr rosafarbenes Gefieder. Die Färbung kommt zustande durch die Aufnahme von Carotinoiden mit der Nahrung.

Säbelantilopen

Sieben Weibchen und ein Bock leben in der Leipziger Huftier- WG. Ihr Lieblingsplatz ist der Teich. Tierpfleger berichten, dass sie gebeten werden wollen. Und wenn es regnet, müsse man sie quasi auf die Anlage tragen. Zudem gelten sie als genügsam. Ein spezieller Magen-Darm-Trakt und besonders ausgebildete Nieren ermöglichen ein Leben unter großer Wasserknappheit. Auf dem Speiseplan stehen Gräser, Kräuter, Wurzeln, Knollen, Zwiebeln oder Obst. Erkennungszeichen: das Gehörn, das bis zu 150 Zentimeter lang werden kann.

129 Tiere aus zehn Arten – darunter auch Strauße, Perlhühner, Graumulle, Fette Sandratten oder Rüsselspringer – leben aktuell in der Kiwara-Savanne im Zoo Leipzig.

Das aktuelle Heft „Horsts Zoogeflüster“ gibt es zum Preis von drei Euro unter www.lvz-shop.de, Telefon-Hotline 0800 2181-070 (Anruf kostenfrei) und im Pressefachhandel.

Mehr Infos aus dem Zoo Leipzig

Mehr Informationen, News, Events und Fotos zum Zoo Leipzig gibt es hier.

Von Uta Zangemeister / Melanie Ginzel

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