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Ratgeber Brustrekonstruktion: UKL-Experte plädiert für Eigengewebe

Bei der Wahl zwischen Silikonimplantaten oder Eigengewebe rät Prof. Stefan Langer bei allen Frauen, bei denen das körperlich möglich ist, zum Eigengewebe. Oft wird hierfür Fettgewebe vom Unterbauch entnommen.

Bei der Wahl zwischen Silikonimplantaten oder Eigengewebe rät Prof. Stefan Langer bei allen Frauen, bei denen das körperlich möglich ist, zum Eigengewebe. Oft wird hierfür Fettgewebe vom Unterbauch entnommen.

Leipzig. Im Gespräch erläutert der Experte, wie er auch Jahre nach einer Brustkrebsoperation helfen kann – mit einem gut verträglichen und patientenfreundlichen Eingriff, den Krankenkassen bezahlen.

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Auch wenn sich die OP-Methoden weiterentwickelt haben und heute deutlich schonender sind: Der Krebs kostet manche Frau ein Teil ihrer Weiblichkeit. Wie kann man den Betroffenen helfen?

Prof. Dr. Stefan Langer: Auch die Methoden und das Können der plastischen Operateure haben sich weiterentwickelt. Deshalb kann ich nur raten: Kommen Sie in ein plastisch-chirurgisches Zentrum wie zum Beispiel am Universitätsklinikum Leipzig. Auch wenn hier nicht die Brustkrebs-OP erfolgte, kann unser Team aus Plastischen Chirurgen allen Frauen helfen, wieder zu ihrer körperlichen Gesamtheit zu finden.

Jede Frau hat das Recht, nach einer Brustkrebsoperation wieder eine natürliche Brust zu erhalten. Es ist immer wieder schön zu sehen, wie sehr die körperliche Vollständigkeit zum seelischen Überwinden der Krebserkrankung beiträgt. Aber auch die Erkrankung dürfen wir nicht vernachlässigen und so werden regelmäßig Nachuntersuchungen des transplantierten Gewebes, zum Beispiel mit Ultraschall gemacht.

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Gehen wir vom Extremfall aus: Eine Brust wurde vor zehn Jahren amputiert. Seither hilft eine Prothese mehr schlecht als recht. Was können Sie tun?

Auch dann kann ich den Wiederaufbau der Brust anbieten. Prinzipiell hat die Patientin die Wahl zwischen Silikonimplantaten oder Eigengewebe. Ich würde bei allen Frauen, bei denen das körperlich möglich ist, zum Eigengewebe raten. Dabei wird Fettgewebe vom Unterbauch entnommen, woraus ich die neue Brust modelliere. Dadurch wird übrigens der Bauch flacher und straffer wie bei einer Bauchdeckenstraffung, was viele Frauen als sehr angenehmen Nebeneffekt empfinden.

Mit der Patientin wird immer das individuell Machbare besprochen. Wenn nötig wird also auch die vorhandene (gesunde) Brust optimiert. Auch so eine angleichende Brustoperation bezahlen die Krankenkassen.

Welche Rolle spielen das Alter und die Hautbeschaffenheit, beispielsweise bei Bauch-OP- oder Schwangerschaftsnarben?

Keine. Denn die körperliche Vollständigkeit braucht jede Frau für ihre Identität – ob sie nun alt oder jung ist. Zudem ist der Eingriff gut verträglich. Auch kein Problem sind Operations- oder Schwangerschaftsnarben: Aus der Haut, die mit dem Fettgewebe vom Unterbauch entnommen wird, wird die neue Brust geformt. Problematisch ist hingegen, wenn eine Schönheitsoperation (Fettschürzenentfernung) am Bauch vorgenommen wurde. Dann habe ich keine Chance mehr, dort „Material“ für die Brustrekonstruktion zu entnehmen. Dann gibt es Möglichkeiten vom Gesäß oder vom Rücken gesundes Gewebe zu verwenden.

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Welche Vorteile hat der Brustaufbau mit Eigengewebe für die Patientin?

Manche Frauen haben Missempfindungen und Schmerzen durch das Silikonimplantat. Auch ist das kosmetische Resultat nicht immer gut und die Brust fühlt sich fest an und ist gefühllos. Beim Eigengewebe ist der Vorteil: Das Gewebe ist kein Fremdgewebe, es ist, wie der Name schon sagt, alles eigen. Das Gewebe ist durchblutet, warm und bewegt sich zum Beispiel beim Sport ganz natürlich.

Eigengewebe bleibt ein Leben lang, es muss nicht gewechselt werden wie beispielsweise ein Silikonimplantat und es führt Gewichtsveränderungen durch. Am Universitätsklinikum Leipzig führen wir diese Operationen häufig durch und haben eine große Erfahrung mit solchen Operationen. Wir haben bereits vielen Frauen damit zu einem neuen Lebensgefühl verholfen. Außerdem ist es auch möglich, beide Brüste in einer Operation zu rekonstruieren.

Von Uwe Niemann

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