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Experten erwarten eine Verdoppelung der Hautkrebsfälle bis 2030

Kopfbedeckung, Mütze, Sonnenbrille und Sonnencreme schützen vor den negativen Folgen eines Sonnenbads, rät Prof. Jan-Christoph Simon, Direktor der Klinik für Dermatologie

Kopfbedeckung, Mütze, Sonnenbrille und Sonnencreme schützen vor den negativen Folgen eines Sonnenbads, rät Prof. Jan-Christoph Simon, Direktor der Klinik für Dermatologie

Leipzig. Diese Sehnsucht nach Wärme und Urlaubsgefühl ist jedes Jahr an den Freisitzen der Cafés zu sehen. „Mit dem Klimawandel wird es in unseren Breiten mehr Sonnentage geben. Das bedeutet aber auch, dass mehr UV-Strahlung auf uns niederprasseln wird. Und das wiederum lässt die Zahl der Hautkrebsfälle ansteigen, wenn die Menschen nicht vernünftig handeln“, warnt Prof. Jan-Christoph Simon, Direktor der Klinik und Poliklinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie am Universitätsklinikum Leipzig (UKL).

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Wie er erläutert, ist UV-Strahlung – insbesondere sind es die UVB-Strahlen – für die Entstehung von Hautkrebs hauptverantwortlich. In den letzten Jahren haben schon sowohl die UV-Strahlung aufgrund des Klimawandels, als auch die Inzidenzrate von Hautkrebs zugenommen.

Prof. Jan-Christoph Simon vom Universitätsklinikum Leipzig (UKL)

Prof. Jan-Christoph Simon vom Universitätsklinikum Leipzig (UKL)

„Es gibt allerdings eine lange Latenzzeit“, so der Leipziger Klinikchef. „Wer also heute stundenlang in der Sonne sitzt, bekommt nicht sofort Hautkrebs. Unsere Haut hält schon einiges aus, aber sie merkt sich auch alles. Insbesondere häufige Sonnbrände im Kindes- und Jugendalter rächen sich dann 20 oder 30 Jahre ­später.“

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Dass der Klimawandel den Hautärzt:innen Sorgen macht, zeigt sich auch darin, dass die aktuelle S3-Leitlinie zur Prävention von Hautkrebs vor einem Jahr um das Kapitel „Klimawandel und UV-Strahlung“ erweitert wurde. Denn Fakt ist nun mal: Das Hautkrebsrisiko steigt mit zunehmender UV-Strahlungsbelastung. So wird bis 2030 fast eine Verdoppelung der Hautkrebsfälle erwartet.

Gesundheitsrisiko Klimawandel

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„Natürlich hängt die UV-Strahlungsdosis, der eine Person ausgesetzt ist, maßgeblich vom individuellen Verhalten ab“, sagt Prof. Simon. „Entscheidend ist also, wo und wie lange man sich draußen aufhält und wie man sich vor UV-Strahlung schützt.“ So rät er dringend, sich zwischen 12 und 15 Uhr gar nicht der Sonne auszusetzen. Denn dann steht sie im Zenit und knallt mit aller Kraft.

Der beste Schutz vor UV-Strahlung ist mit Bekleidung zu erreichen. Eine Kopfbedeckung und eine Sonnenbrille schützen die empfindlichen Regionen von Kopfhaut und Augen. Alle ungeschützten Hautstellen sollten vor der Sonneneinwirkung großzügig mit Sonnencreme behandelt werden.

Das Thema Klimawandel und Hautkrebs hat aber nicht nur für diejenigen, die sich aus Lust und Laune heraus im Freien tummeln Bedeutung, sondern auch für jene, die im Freien arbeiten. Bei der Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau erreicht der weiße Hautkrebs nach neuesten Zahlen den Spitzenplatz bei den angezeigten Berufskrankheiten. Deshalb nimmt Präventionsarbeit einen hohen Stellenwert ein.

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Noch besser wäre es freilich, wenn jeder seinen individuellen UV-Eintrag selbst feststellen könnte. „Unsere Klinik stößt mit Partnern derzeit ein Großforschungsprojekt an, an dessen Ende die Entwicklung von UV-Sensoren in der Bekleidung stehen könnte. Der Mensch hat kein Sinnesorgan für UV-Stahlen. Per technischem Sensor im T-Shirt aber wäre die individuelle UV-Exposition messbar und könnte über eine Nachricht an das Smartphone warnen, wenn der Mensch Gefahr läuft, einen Sonnenbrand zu bekommen“, so Prof. Simon. „So könnte dazu beigetragen werden, das Hautkrebsrisiko zu senken.“

Von Uwe Niemann

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