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Rötung, Schwellung, Schmerz: Diese Symptome können Wundinfektion anzeigen

Für Wundinfektionen reiche eine Blickdiagnose nicht aus, sagt Fachschwester Karen Hoffmann. Achtung, Kundenfoto!

Für Wundinfektionen reiche eine Blickdiagnose nicht aus, sagt Fachschwester Karen Hoffmann. Achtung, Kundenfoto!

Leipzig. „Wundinfektionen gab es schon immer. Allerdings hat ihre Häufigkeit in den vergangenen zehn Jahren zugenommen“, sagt Karen Hoffmann, Fachschwester für Anästhesie und Intensivmedizin am Universitätsklinikum Leipzig (UKL). „Die Ursachen für eine Wundinfektion liegen vor allem in den zunehmenden Antibiotika-Resistenzen und der steigenden Zahl von zugleich alten und mit mehrfachen Krankheiten belasteten Menschen.“

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Wie sie weiter erläutert, sei jede chronische Wunde mit Keimen besiedelt. Solange aber keine Infektionszeichen auftreten, gebe es keinen Grund zur Sorge. Werde aber eine kritische Grenze an Mikroorganismen überschritten, die das Gleichgewicht zwischen Keimbesiedelung und Abwehrreaktion störe, werde von Kolonisation gesprochen. Ein Indiz dafür sei zum Beispiel eine stagnierende Wundheilung.

Fünf Kardinalsymptome für Wundinfektion

Treten Infektionszeichen auf, sei von einer Infektion auszugehen. Das heiße, dass sich Keime vermehrten und eine massive immunologische Wirtsreaktion erfolge. Bei zusätzlichen deutlichen systemischen Infektionszeichen wie Fieber werde von einer Infektionserkrankung gesprochen.

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„Kardinalsymptome für eine Wundinfektion sind Rötung, Schwellung, Schmerz, Bewegungseinschränkung und lokale Überwärmung“, so Schwester Karen. „Bei einigen Krankheitsbildern, wie zum Beispiel Diabetes mellitus oder einer Durchblutungsstörung, müssen nicht alle Symptome auftreten. Zudem gibt es weitere Krankheitszeichen, auf die geachtet werden muss: unangenehme Gerüche, eitriges Wundsekret oder ein aufgeworfener Wundrand.“

Blickdiagnose reicht nicht aus

Der Biofilm, in den Mikroorganismen, wie Bakterien, Viren und Pilze, eingebettet sind, sei der „schlimmste Feind“, der in der Wundversorgung auftrete. Die Fachschwester erläuterte, dass diese Schleimschicht erst mechanisch entfernt werden müsse, ehe eine Desinfektion erfolgreich sei. Grundsätzlich problematisch in der Versorgung seien oft Stich-, Quetsch-, Pfählungs- und Bisswunden sowie freiliegende Knochen, Knorpel und Sehnen.

Für Wundinfektionen reiche eine Blickdiagnose keineswegs aus. Vielmehr seien Wundabstrich, Gewebeprobe und Blutuntersuchung nötig. Bei der Therapie von Wundinfektionen gebe es eine breite Palette von Möglichkeiten. Die reichen von Wundspülungen über das Arbeiten mit Antiseptika bis zur Madentherapie, mit der schon manche böse Wunde gute Heilung fand. Nicht zugelassen sind allerdings Mittel wie Heilerde, Lebensmittel oder Melkfett.

Von Uwe Niemann

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