Stroke Unit

Schlaganfall richtig erkennen und schnell handeln

Prof. Joseph Claßen, Direktor der Klinik für Neurologie, Prof. Dominik Michalski, Oberarzt auf der Schlaganfallspezialstation (Stroke Unit), Assistenzärztin Alhuda Dabbagh, Gesundheits- und Krankenpflegerin Samantha Aust (v.l.n.r.).

Prof. Joseph Claßen, Direktor der Klinik für Neurologie, Prof. Dominik Michalski, Oberarzt auf der Schlaganfallspezialstation (Stroke Unit), Assistenzärztin Alhuda Dabbagh, Gesundheits- und Krankenpflegerin Samantha Aust (v.l.n.r.).

Leipzig. „Ein Schlaganfall ist immer ein Notfall!“: So knapp wie präzise umriss Prof. Dominik Michalski, Oberarzt der Klinik für Neurologie, anlässlich des Weltschlaganfalltags am 29. Oktober die Bedeutung dieses Ereignisses, das für viele Betroffene einschneidende Auswirkungen auf ihr Leben mit sich bringen kann. Behandelt werden Schlaganfälle in spezialisierten Zentren, sogenannten Stroke Units. Mehr als 1000 Patienten werden im Jahr auf der Spezialstation des UKL therapiert.

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Etwa 270.000 Menschen in Deutschland erleiden pro Jahr einen Schlaganfall. Die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe stellt 2021 den Notfallcharakter eines solchen Ereignisses in den Mittelpunkt der Aktivitäten zum Weltschlaganfalltag.

Eins von 338 zertifizierten Zentren in Deutschland

„Nur, wenn der Schlaganfall schnell und richtig erkannt wird, kann die Therapie in spezialisierten Zentren unmittelbar eingeleitet werden, wodurch sich die Behandlungschancen der Patienten maßgeblich verbessern“, erklärte Prof. Michalski, der als Oberarzt auf der Schlaganfallspezialstation des UKL (Stroke Unit) tätig ist. Diese ist eines von 338 zertifizierten Zentren in Deutschland.

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Drei Schwerpunkte kennzeichnen die Arbeit dort: Zum einen werden modernste Therapien eingesetzt, um Gefäßverschlüsse wieder zu öffnen. Denn dem sogenannten ischämischen Schlaganfall liegt ein plötzlich auftretender Gefäßverschluss zu Grunde. Wird dieser wieder eröffnet, kann das Gehirngewebe neu durchblutet werden, und es sterben weniger Nervenzellen ab.

Des Weiteren steht die Suche nach den Ursachen des Schlaganfalls im Vordergrund. Daraus ergibt sich die für jeden Patienten am besten passende Medikation, die hilft, weitere „Schläge“ zu verhindern.

Ein dritter Schwerpunkt ist das Verhindern von Komplikationen wie Infekten und Thrombosen. „Dafür ist neben der Spezialisierung des Pflege- und Ärzteteams die enge Zusammenarbeit mit verschiedenen Fachrichtungen sowie mit dem Team aus Physio-, Ergotherapeuten und Logopäden wichtig und notwendig“, beschrieb Prof. Michalski die erforderliche Interdisziplinarität.

Was einen Schlaganfall nicht immer gleich als den Notfall erkennbar macht, der er aber nun einmal ist, sind „untypische“ Symptome. Oft, aber eben nicht in jedem Fall, treten Sprach- und Gefühlsstörungen, Lähmungen oder Sehstörungen als Erkennungszeichen auf. „Manchmal sind es jedoch solche, die auch bei anderen Erkrankungen vorkommen, wie beispielsweise Schwindel“, sagte Oberarzt Michalski. Dies erschwere leider das Erkennen eines Schlaganfalls.

Sein Tipp: „Im Zweifel immer einen Arzt aufsuchen beziehungsweise den Rettungsdienst rufen.“

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Von Markus Bien

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