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Uniklinik Leipzig nimmt drei Hochpräzisions-Operationssäle in Betrieb

Dem symbolischen Schlüssel folgten die Skalpelle: Am 6. September 2022 ist der Erweiterungsbau des Zentral-OPs am UKL feierlich eröffnet worden.

Dem symbolischen Schlüssel folgten die Skalpelle: Am 6. September 2022 ist der Erweiterungsbau des Zentral-OPs am UKL feierlich eröffnet worden.

Leipzig. Für die Patient:innenversorgung am UKL stehen jetzt drei zusätzliche Operationssäle mit intraoperativer Bildgebung zur Verfügung, deren Ausstattung mit modernster Navigations- und Gerätetechnik wie integriertem CT, MRT und Angiographie-System eine neue Form der Hochpräzisionschirurgie ermöglicht.

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Zweieinhalb Jahre An- und Umbau bei laufendem OP-Betrieb liegen hinter den Mediziner:innen und Projektteams, bei der Eröffnung des OP-Erweiterungsbaus am Universitätsklinikum Leipzig. In dieser Zeit wurde über dem 2017 fertiggestellten Gefäßmedizinischen Zentrum auf gut 1000 Quadratmetern ein neuer Trakt zur Ergänzung der vorhandenen zwölf zentralen Operationssäle am UKL gebaut.

Dessen Herzstück: Drei moderne Säle mit innovativer hybrider Gerätetechnik für den Einsatz bildgebender Verfahren direkt während des Eingriffs in Verbindung mit Navigationstechniken als direkt angebundene Ergänzung des vorhandenen Zentral-OP. Zusammen bildet dies die Voraussetzung für eine computergestützte Hochpräzisionschirurgie der Extraklasse.

Die ersten Operationen in einem der neuen Säle führten am 5. September die Gefäßchirurgen zusammen mit den Angiologen durch.

Die ersten Operationen in einem der neuen Säle führten am 5. September die Gefäßchirurgen zusammen mit den Angiologen durch.

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MRT-OP-Saal

Die Besonderheiten: In einem der neuen Säle sind ein Drei-Tesla-MRT (Magnetresonanztomograph) und ein dazugehöriger radiologischer Arbeitsplatz integriert. Durch die direkte Verbindung des Operationsbereichs mit dem MRT können während einer Operation Kontrolluntersuchungen durchgeführt werden.

Auf diese Weise wird geprüft, ob ein Tumor vollständig oder maximal umfassend erkannt und erfasst wurde – für das Überleben der Betroffenen ein entscheidender Faktor. Auf diese Weise werden wichtige Strukturen besser geschützt und erkranktes Gewebe dennoch sicher entfernt – ein Verfahren, das vor allem in der Neurochirurgie bei Hirntumoren eine wichtige Rolle spielt.

CT-OP-Saal

Im zweiten neuen Saal können mit Hilfe eines mobilen Computertomographen (CT) und eines sogenannten 3D-C-Bogens vor allem komplizierte Eingriffe an der Wirbelsäule, am Becken oder allen Gelenken mit integrierter Bildkontrolle noch während der Operation erfolgen. Dabei fließen die Daten des CT direkt an das ebenfalls integrierte Navigationssystem zur computergestützten Planung für das korrekte Setzen der Implantate – ein entscheidender Faktor für deren langfristige Stabilität und den Schutz wichtiger anatomischer Strukturen.

Angio-OP-Saal

Im dritten Hybrid-Operationssaal steht den UKL-Gefäßspezialisten der Angiologie und Gefäßchirurgie eine hochmoderne strahlenreduzierte Angiographie-Anlage mit allen notwendigen Zusatzgeräten, wie zum Beispiel einem kabellosen Ultraschall-Gerät, zur Verfügung. Dieses System kommt vor allem bei komplizierten Operationen an der Aorta und anderen großen Blutgefäßen zur Behandlung von Aneurysmen zum Einsatz und zeigt den genauen Verlauf und Zustand der zu operierenden Gefäße.

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Das eröffnet zudem in der Versorgung von Unfallverletzten und Notfällen neue Möglichkeiten, auch dank der direkten Anbindung aller zentralen Operationssäle am UKL an die Notaufnahme und die Intensivstationen.

„Diese drei hybriden Operationssäle läuten für uns eine neue Ära der High-End-Chirurgie ein“, sagt Prof. Christoph Josten, Medizinischer Vorstand des UKL, zur Eröffnung.

„Mit Hilfe der neuen Geräte und der Software können wir komplexeste Eingriffe hochpräzise und für unsere Patient:innen maximal sicher und schonend durchführen, Komplikationen weitestgehend vermeiden und am Ende Leben retten“, so Prof. Josten. „Dass wir dies können, verdanken wir dem Freistaat Sachsen, der dies mit einer Förderung von über 30 Millionen Euro für den Bau sowie die Ausstattung und Geräte ermöglicht hat“, ergänzt Dr. Robert Jacob, Kaufmännischer Vorstand des UKL.

Filmdreh zur Eröffnung von drei modernen OP-Sälen im UKL.

Dossier: Eine neue Ära am UKL

Mit der Eröffnung der neuen hochmodernen Operationssäle hat eine neue Ära am Universitätsklinikum Leipzig (UKL) begonnen. Das komplette Dossier mit allen Artikeln finden Sie auf der Themenübersichtsseite.

Investition in die Gesundheit

Dass diese Gelder gut investiert wurden, davon überzeugte sich bei der Eröffnung Staatsminister Sebastian Gemkow direkt vor Ort. „Das Universitätsklinikum Leipzig verfügt seit vielen Jahren über eine kontinuierlich ausgebaute große Kompetenz bei der operativen Versorgung komplexer Fälle, insbesondere auch in der Notfall-medizin“, so der sächsische Wissenschaftsminister.

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„Die hochmodernen Säle tragen dazu bei, diese Kompetenz weiter auszubauen und damit die Versorgung der Bürgerinnen und Bürger der gesamten Region weiter zu verbessern. Ich freue mich sehr, diesen Ort der Hochleistungs-Chirurgie heute mit in Betrieb nehmen zu können.“

Passend zum Objekt der Eröffnung durchschnitten Staatsminister Sebastian Gemkow (Mi.), und die UKL-Vorstände Prof. Christoph Josten (li.) und Dr. Robert Jacob das Band mit Skalpellen statt Scheren.

Passend zum Objekt der Eröffnung durchschnitten Staatsminister Sebastian Gemkow (Mi.), und die UKL-Vorstände Prof. Christoph Josten (li.) und Dr. Robert Jacob das Band mit Skalpellen statt Scheren.

Herausforderung: Anbau im laufenden Betrieb

Um die neuen Säle an den bestehenden OP-Trakt des UKL mit zwölf Sälen anzubinden, wurden drei Verbindungsbrücken gebaut, die direkt an vorhandene OP-Sterilflure anschließen. Zudem entstanden durch die Erweiterung der Holding Area (Einschlaf- und Aufwachraum) und OP-Nebenraumzonen auch großzügigere Sterilgut-Lagerräume, erweiterte Personalschleusen, ein schöner Aufenthaltsraum und neue Büroräume für das OP-Personal am UKL.

Das hatte als besondere Aufgabe neben der Pandemie in den vergangenen Jahren auch den Umbau zu stemmen. Denn der Betrieb lief in den vorhandenen Sälen jeweils weiter, getrennt vom Baustellenbereich durch Schutzmaßnahmen wie Staubschutzwänden – eine große Herausforderung in einem sterilen Bereich, dessen Arbeit nur für eine kurze Zeit durch Verlagerungen der Operationen innerhalb des Klinikums unterbrochen wurde. Viele einzelne Bereiche des OP zogen dafür sogar mehrfach um.

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Eine Szene vom Baugeschehen Ende Juni: Nur über einen Durchbruch in der Außenwand konnte der sieben Tonnen schwere neue MRT an seinen damals noch zukünftigen „Arbeitsplatz“ eingebracht werden.

Eine Szene vom Baugeschehen Ende Juni: Nur über einen Durchbruch in der Außenwand konnte der sieben Tonnen schwere neue MRT an seinen damals noch zukünftigen „Arbeitsplatz“ eingebracht werden.

Um den Neubau mit dem bestehenden Gebäudeteil zu verbinden, waren zudem anspruchsvolle Arbeiten mit vielzähligen Bohrungen und Stemmarbeiten in die vorhandene Baukonstruktion notwendig.

„Alle diese Maßnahmen haben den Mitarbeiter:innen ein hohes Maß an Flexibilität und Einsatzbereitschaft abverlangt“, sagt Dr. Robert Jacob. „Wir bedanken uns an dieser Stelle ganz ausdrücklich bei allen Mitarbeiter:innen, aber auch unseren Patient:innen sowie unseren Partner:innen für das Verständnis für die mit dem Bau verbundenen Belastungen der vergangenen Jahre“, so Dr. Jacob.

Erste Operationen am 5. September 2022

Die ersten Operationen in den neuen Sälen führten am 5. September 2022 die Gefäßchirurg:innen zusammen mit den Angiolog:innen am neuen Angiographie-System durch. Dabei wurden bei einem 66 Jahre alten Patienten sowie einem 82-Jährigen Aneurysmen (Aussackungen) der Hauptschlagader mit sogenannten Stentgrafts behandelt.

Diese aufwändigen und lebensrettenden Eingriffe, bei denen individuell angepasste Gefäß-Endoprothesen eingesetzt wurden, erfolgten minimal-invasiv und damit für die Patienten sehr schonend.

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Fotos, Videos, Fakten,

Mehr Details zu den einzelnen OP-Sälen, Hintergrundinfos, Videos zur Eröffnung und viele Fotos vom Bau zuvor erhalten Sie auf der offiziellen UKL-Website! Hier entlang!

Von Helena Reinhardt

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