Mein Wunschzettel

Weihnachten am Universitätsklinikum Leipzig

Weihnachten am UKL – schon zum zweiten Mal unter ganz speziellen Bedingungen.

Weihnachten am UKL – schon zum zweiten Mal unter ganz speziellen Bedingungen.

Leipzig. „In meiner Kindheit war es üblich, Wunschzettel an den Weihnachtsmann zu schreiben. Im besten Falle konnte ich auf diese Weise die angestrebte Wunscherfüllung in eine mir angenehme Richtung lenken. Heutzutage werden das viele Kinder in ähnlicher Weise tun. Inzwischen gibt es sogar sieben spezielle Postämter zur Annahme der weihnachtlichen Wunschschreiben. Sie befinden sich in Orten wie Himmelpfort, Nikolausdorf oder Engelskirchen. Dort erreichen sie außer dem Weihnachtsmann auch das Christkind oder Sankt Nikolaus.

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Mit der Zeit erkannte ich, dass die Wunscherfüllung nicht immer wunschgemäß verlief. Irgendwann schrieb ich keine Wunschzettel mehr. Wünsche habe ich allerdings weiterhin. Zum Beispiel würde ich gerne wieder einmal wie in der Kindheit etwas vom Zauber des Weihnachtsfestes spüren wollen, wenigstens ein bisschen heile Welt erleben. Ich freue mich darauf, wenn die Kinder nach Hause kommen und wir ein paar ruhige Tage zusammen verbringen können, auf das gemeinsames Festmahl, auf Spaziergänge und wenn wir miteinander singen, musizieren und erzählen.

Freilich bewegt mich noch viel mehr und der Wunschzettel wird noch etwas länger. Viele Menschen leben alleine. Ich wünsche, dass sie nicht einsam und traurig sind, sondern andere Menschen finden, mit denen sie zusammen feiern können – und das nicht nur zu Weihnachten.

Pfarrer Michael Bauer

Pfarrer Michael Bauer

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Wir leben in einer besonders nervenaufreibenden Zeit. In diesem Jahr habe ich daher noch einige besondere Wünsche: Es wäre schön, wenn wir in unserem Land mehr miteinander als übereinander reden würden. Wie wäre es, wenn die Einteilung in Gruppen und gegenseitige Schuldzuweisungen aufhörten? Können wir akzeptieren, dass auch andere Angst haben – vor einer Infektion oder vor dem Zerreißen der Gesellschaft; davor, ausgegrenzt zu werden oder da sie das viele Sterben nicht mehr ertragen können?

Ich nehme wahr, dass es auch in der letzten Zeit nur wenige Gewissheiten gab und ständig ändert sich die Situation. Davon sind wir alle auf unterschiedliche Weise betroffen. Ich wünsche mir, dass wir uns nicht rechthaberisch verhalten, sondern aufeinander achtgeben. Aber wie kann das gehen? Wie können wir mitmenschlich durch schwierige Zeiten kommen?

Geplante Gottesdienste im UKL

Im Raum der Stille, Liebigstraße 20 (Haus 4)

■ Heiliger Abend, 24. Dezember, 10 Uhr

■ 2. Weihnachtstag, 26. Dezember, 10 Uhr

■ 1. Sonntag nach Weihnachten, 2. Januar 2022, 10 Uhr

Meine Antwort darauf finde ich in der Weihnachtsgeschichte von Lukas. Er erzählt von den Hirten, die nachts auf der Weide bei ihrer Herde waren. In der Dunkelheit sahen sie helles Licht und hörten Gesang. Diese Erscheinung jagte ihnen Schrecken ein. Doch dann hörten sie: „Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden bei den Menschen seiner Gnade“. Sie liefen nach Bethlehem, um den Retter zu sehen – und fanden das neugeborene Kind Jesus.

Als sie wieder in ihren Arbeitsalltag zurückgekehrt waren, hatte sich äußerlich nicht viel verändert. Aber ihr Herz war erfreut. Was sie hörten und sahen, klang wie ein Versprechen, dass es nicht bei der Dunkelheit einer unbarmherzigen Welt bleiben muss.

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Frieden, der aus innerer Zufriedenheit kommt, kann uns Menschen einen anderen, einen freundlichen Blick auf die Mitmenschen schenken. Wenn Menschen auf sich selbst und aufeinander achten, können sie auch verzeihen. Oft hilft dazu schon, wenn wir uns auf den Weg zueinander machen und von Angesicht zu Angesicht sprechen.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen eine segensreiche Adventszeit, fröhliche Weihnachten und ein gutes, friedliches, gesundes neues Jahr.“

Von Klinikseelsorger Michael Bauer

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