Newsletter „Bauen und Wohnen“

Kein Platz für 140 Senioren in Leipzigs City: „Dresdner Hof“ schließt

Guten Abend in Leipzig!

Vor zwei Wochen berichteten wir in diesem Newsletter, wie es einer Familie geht, die in der Südvorstadt aus ihrer Wohnung gedrängt wird. Sie erzählte von Empörung, Ängsten und schlaflosen Nächten - bei ungewissem Ausgang. Angesichts dessen möchte man sich gar nicht ausmalen, was in diesen Tagen 140 pflegebedürftige Seniorinnen und Senioren in der Leipziger City denken und fühlen. Sie wissen nur, dass ihr Altenpflegeheim noch dieses Jahr geschlossen werden soll. Aber nicht, wo sie im Anschluss wohnen können und die notwendige Hilfe erhalten.

Die Rede ist vom Seniorenzentrum „Dresdner Hof“ am Neumarkt 27. Der Betreiber Maternus will sich noch immer nicht ganz offen in die Karten schauen lassen - dabei kursieren die Schließungsgerüchte mindestens schon seit Mai. Zum Glück hat die Einrichtung in einem früheren Messepalast einen höchst engagierten, ehrenamtlichen Heimbeirat. Dieser kämpft seit etlichen Wochen um klare Informationen, um den Erhalt des einzigen Altenpflegeheimes innerhalb des City-Rings - oder zumindest um einen möglichst verträglichen, gemeinsamen Umzug der oftmals hoch betagten Bewohnerinnen und Bewohner in eine andere Einrichtung möglichst nahe zur Innenstadt.

Stadtpolitisch kann es eigentlich nicht gewollt sein, dass die Alten weg müssen und nur noch jüngere Leute im Zentrum wohnen.

Heide Goepel

ehrenamtliche Heimbeirätin

Das im Jahr 2000 eröffnete Seniorenzentrum „Dresdner Hof“ galt einst als nobelste Adresse für Menschen mit Pflegebedarf in Leipzig. Doch dieses Bild stimmte offenbar schon längere Zeit nicht mehr, sagen Insider. Nun kommt doch überraschend das Aus. Um ein möglichst vollständiges Bild von dem unerhörten Vorgang zu erhalten, hat die LVZ mit dem Heimbeirat gesprochen, beim Betreiber Maternus, dem neuen Eigentümer der Immobilie und bei der Stadt Leipzig recherchiert. Den ganzen Bericht lesen sie hier.

Im Jahr 2000 wurde das Seniorenzentrum "Dresdner Hof" mit 204 Pflegebetten am Leipziger Neumarkt eröffnet. Es galt lange Zeit als besonders noble Adresse.

Im Jahr 2000 wurde das Seniorenzentrum "Dresdner Hof" mit 204 Pflegebetten am Leipziger Neumarkt eröffnet. Es galt lange Zeit als besonders noble Adresse.

Auch wenn der Heimbeirat schon einen möglichen Rettungsanker ausgeworfen hat und das Sozialamt versichert, es werde für jeden Pflegebedürftigen ein Platz gefunden - das Beispiel „Dresdner Hof“ zeigt erneut, dass die Leipziger das Thema Wohnen immer stärker betrifft und Menschen jeden Alters dabei sehr schnell in große Probleme geraten können.

Um ihren Lesern umfassend aktuelle Informationen zu Mieten und Rechten, Bauprojekten und Immobilien bieten zu können, hat die LVZ den Pop-up Newsletter „Bauen und Wohnen“ gestartet. In den nächsten Wochen will ich Sie immer Dienstag gegen 17 Uhr über aktuelle Entwicklungen rund um Haus und Hof auf dem Laufenden halten.

Warum „Pop up“-Newsletter? Weil wir erstmal ausprobieren wollen, ob Ihnen das Thema auch so wichtig ist wie wir denken. Von daher freuen wir uns über Feedback von Ihnen - schreiben Sie mir gerne direkt an: j.rometsch@lvz.de

Übrigens haben mich die Entwicklungen beim „Dresdner Hof“ stark an die Geschichte des direkt benachbarten Karstadt-Warenhauses erinnert. Auch dort versuchte der Mieter, die Schuld für die Schließung einem neuen Immobilien-Eigentümer zuzuschieben. Dabei hat im Normallfall kein Hausbesitzer Interesse daran, gute Mieter zu verlieren. Im aktuellen Fall bot er zumindest einen Aufschub an und hat die Mietverträge mit den Kultureinrichtungen Academixer und Kupfersaal bereits verlängert.

Herzlich willkommen in diesem Newsletter und sagen Sie es gern weiter!

 

Leipziger Häuserzeile

Nordquartier Wogetra
Vier neue Häuser mit besonders kinderfreundlichen Wohnungen hat die Genossenschaft Wogetra an der Seehausener Straße in Wiederitzsch gebaut. Zwölf Millionen Euro kostete das Projekt. "Hintergrund ist natürlich, dass wir auch für jüngere Zielgruppen attraktiver werden und das Durchschnittsalter unserer Mitglieder senken wollen", erklärte Vorstand Bela Hambuch. Trotz Kaltmieten von etwa zehn Euro pro Quadratmeter waren alle 40 Wohnungen schnell bezogen. Denn einerseits fehle es von der Kita gleich nebenan bis zu Schulen, Ärzten, Einkaufsmärkten oder dem Badesee an der Schladitzer Bucht in der Nähe an nichts. "Andererseits hat Architektin Uta Skirl die Neubauten besonders ökologisch und familienfreundlich konzipiert." Das reiche vom Baugrund (einer früheren Abrissfläche) bis zur Dach-Solarthermieanlage für die Heizung. Für die Bewohner gibt es unter anderem Abstellkammern auf den Etagen, besonders große Kellerboxen, Hochbeete sowie Spiel- und Grillanlagen im Grünen.

Nordquartier Wogetra Vier neue Häuser mit besonders kinderfreundlichen Wohnungen hat die Genossenschaft Wogetra an der Seehausener Straße in Wiederitzsch gebaut. Zwölf Millionen Euro kostete das Projekt. "Hintergrund ist natürlich, dass wir auch für jüngere Zielgruppen attraktiver werden und das Durchschnittsalter unserer Mitglieder senken wollen", erklärte Vorstand Bela Hambuch. Trotz Kaltmieten von etwa zehn Euro pro Quadratmeter waren alle 40 Wohnungen schnell bezogen. Denn einerseits fehle es von der Kita gleich nebenan bis zu Schulen, Ärzten, Einkaufsmärkten oder dem Badesee an der Schladitzer Bucht in der Nähe an nichts. "Andererseits hat Architektin Uta Skirl die Neubauten besonders ökologisch und familienfreundlich konzipiert." Das reiche vom Baugrund (einer früheren Abrissfläche) bis zur Dach-Solarthermieanlage für die Heizung. Für die Bewohner gibt es unter anderem Abstellkammern auf den Etagen, besonders große Kellerboxen, Hochbeete sowie Spiel- und Grillanlagen im Grünen.

 

Wie ist die Marktlage gerade?

  • Im ersten Halbjahr 2022 wurden in Leipzig 61.000 Quadratmeter Büroflächen neu vermietet. Das waren 14.000 Quadratmeter mehr als im ersten Halbjahr 2021 sowie 16.000 Quadratmeter mehr als im ersten Halbjahr 2020.
  • Die Spitzenmieten für Büroflächen in Leipzig stiegen im Juni 2022 auf 17,50 Euro pro Quadratmeter an. Vor zwölf Monaten betrug die Spitzenmiete noch 16,50 Euro pro Quadratmeter, vor zwei Jahren 15,50 Euro.
  • Aktuell stehen 155.000 Quadratmeter Büroflächen in Leipzig leer. Das entspricht vier Prozent des Gesamtbestandes von 3,85 Millionen Quadratmetern. Vor einem Jahr betrug der Leerstand 4,8 Prozent, vor zwei Jahren 5,4 Prozent.

(Diese Informationen stellt freundlicherweise das Immobilienberatungsunternehmen Aengevelt zur Verfügung)

 

Mieten, kaufen, wohnen - das sollten Sie lesen

  • Wo gerade neue Seniorenheime oder Anlagen zum Betreuten Wohnen in Leipzig gebaut oder geplant werden, hat die LVZ auf Wunsch von Familie Anders aus Schönefeld recherchiert. Das Pärchen ist insgesamt 164 Jahre alt, hat beim Treppensteigen inzwischen doch zunehmende Probleme. Mit Hilfe der Stadt- und Sozialplaner im Rathaus, von der Immobilien-Datenbank GeoMap sowie vieler Branchenunternehmen hat die Redaktion 14 aktuelle Bauprojekte im Stadtgebiet aufgespürt und gibt in dem Bericht gleich noch Tipps, wie man auch sonst freie Plätze finden kann.
  • Ältere Leipziger ringen oft mit den Tränen, wenn sie das Leipziger Stadtbad besuchen. Sie schwärmen dann von ihren Kindheitserinnerungen, hat Kabarettist Thorsten Wolf meiner lieben Reporter-Kollegin Kerstin Decker erzählt. Was der auch aus Funk und Fernsehen bekannte „Funzel“-Chef derzeit so oft in den heiligen Hallen an der Eutritzscher Straße treibt, können sie unter diesem Link lesen. Natürlich hat die LVZ auch nachgefragt, wann das 2004 geschlossene Architektur-Highlight vielleicht doch wieder öffnen kann. Die Antwort dazu klingt ebenso verheißungsvoll wie die neuen Fotos aus dem Stadtbad aussehen.
  • Extrem hohe Energiekosten für Mieter beschäftigen auch Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD). Im Sommerinterview mit LVZ-Chefredakteurin Hannah Suppa sowie Klaus Staeubert, unserem Experten für Kommunalpolitik, unterbreitete das Stadtoberhaupt interessante Vorschläge, wie soziale Härten im nächsten Winter vermieden werden können. „Wir brauchen einen Deckel für die zweite Miete“, sagte Jung, verriet dazu viele Details und auch gleich noch, wie er selbst zu Hause mit dem Energiesparen angefangen hat. Das ganze Sommerinterview finden Sie an dieser Stelle.
  • Leipzigs Schulbaustellen: Es geht voran - aber oft mit Verzögerungen. Die LVZ hat sich dort umgeschaut, wo marode Einrichtungen saniert werden oder neue Schulen entstehen. Wie ist der Stand?
 

Sie haben eine besondere Geschichte erlebt auf dem Wohnungs- und Hausmarkt? Dann schreiben Sie uns. Wir erzählen gerne Ihre Geschichte oder recherchieren für Sie!

Wir wünschen Ihnen einen angenehmen Tag,

Ihr Jens Rometsch,

LVZ-Immobilienexperte

 

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