Newsletter „Bauen und Wohnen“

Wenn Mieter in Leipzig aus ihren Wohnungen verdrängt werden

Leipzig. Guten Abend in Leipzig!

Als Andreas Wurzel im vergangenen Herbst einen Anruf von einer Leipziger Immobilienfirma erhielt, ahnte er noch nicht, welches Übel daraus erwachsen würde. Bis dahin gab es nie Probleme mit der wirklich schöne 88-Quadratmeter-Wohnung, die er vor sieben Jahren im Zentrum-Süd gemietet hatte. Nun steht die Wohnung von Familie Wurzel zum Verkauf. Der bisherige Eigentümer, ein Kapitalanleger aus den alten Bundesländern, will sich von dem etwa 2010 komplett sanierten Objekt wieder trennen. Müssen die Wurzels nun raus?

Es ist eine von vielen dieser Geschichten, die sich in vielen deutschen Städten ereignen, aber in Leipzig, der Stadt der Mieter besonders häufig. Doch was bedeutet das für die Familien, die dann ihr Zuhause räumen müssen? Dazu hat uns der promovierte Ingenieur aus Zentrum-Süd seinen Fall geschildert. Der ist in mehrfacher Hinsicht besonders pikant, auch weil dabei offenbar nicht mit offenen Karten gespielt wurde:

In welcher Stadt werden wir bald leben, wenn derartige Verhaltensweisen in dem ohnehin angespannten Leipziger Wohnungsmarkt gängige Praxis werden?

Andreas Wurzel, Mieter in Leipzig, der seine Wohnung verlassen muss

Andreas Wurzel möchte seine angestammte Mietwohnung im Leipziger Zentrum-Süd nicht verlassen. Doch ein neuer Eigentümer hat ihm schon eine Eigenbedarfsanmeldung geschickt.

Andreas Wurzel möchte seine angestammte Mietwohnung im Leipziger Zentrum-Süd nicht verlassen. Doch ein neuer Eigentümer hat ihm schon eine Eigenbedarfsanmeldung geschickt.

Leider haben die Probleme auf dem Wohnungsmarkt keinen Urlaub genommen. Der Leipziger Mieterverein beklagt immer lauter, dass zum Beispiel Eigenbedarfskündigungen stark zunehmen. Das Thema „Wohnen“ betrifft in unserer Stadt jeden - doch nicht jeden gleich. Wie entwickelt sich der Wohnungsmarkt? Wo entstehen neue Quartiere? Was passiert auf Flächen, die jeder kennt? Wie steht es um die Rechte von Mieterinnen und Mieter? Was planen die Immobilienentwickler - und ist das immer zum Wohle aller oder nur zum Wohle einiger?

Mein Name ist Jens Rometsch - und für die LVZ begleite ich den Immobilienmarkt in Leipzig bereits seit mehr als zwei Jahrzehnten. In den nächsten Wochen will ich Sie immer Dienstag gegen 17 Uhr über aktuelle Entwicklungen rund um Haus und Hof, Mieten und Immobilien, Architektur und Stadtentwicklung auf dem Laufenden halten - mit unserem Pop-up Newsletter „Bauen und Wohnen“. Warum „Pop up“-Newsletter? Weil wir erstmal ausprobieren wollen, ob Ihnen das Thema auch so wichtig ist wie wir denken. Von daher freuen wir uns über Feedback von Ihnen - schreiben Sie mir gerne direkt an: j.rometsch@lvz.de

Andreas Wurzel und seine Frau fürchten jetzt übrigens um ihre guten Kontakte in der Nachbarschaft und um einen erheblichen Teil ihrer Altersvorsorge. Denn eine Ersatzwohnung im selben Viertel an der Leipziger Karl-Liebknecht-Straße zu finden, wäre inzwischen ungleich teurer. Den ganzen Bericht lesen Sie hier.

Noch ist der Ausgang der Geschichte ungewiss. Doch drei zermürbende Monate nach dem Brief mit der Eigenbedarfsanmeldung fragt sich Andreas Wurzel, was bestimmt auch viele andere Mieter bewegt: „In welcher Stadt werden wir bald leben, wenn derartige Verhaltensweisen in dem ohnehin angespannten Leipziger Wohnungsmarkt gängige Praxis werden?“

Herzlich willkommen in diesem Newsletter und sagen Sie es gern weiter!

 

Leipziger Häuserzeile

Bereits zwei Architekturpreise hat dieser Neubau mit 56 Wohnungen am Lindenauer Hafen erhalten. Doch der Bauherr Thamm & Partner lässt die fertigen Wohnungen bislang leerstehen, was viele Nachbarn ärgert.

Flaute am Lindenauer Hafen: Bereits zwei Architekturpreise hat dieser Neubau mit 56 Wohnungen erhalten. Zuerst, im letzten Winter, die Auszeichnung vom sächsischen Landesverband im Bund Deutscher Architekten (BDA) - und dann, im Mai 2022, den Architekturpreis der Stadt Leipzig. Höchste Ehren also. Doch der Bauherr Thamm & Partner lässt die fertigen Wohnungen seit Monaten leerstehen, kritisieren viele Nachbarn. Das Areal sei eingezäunt. Nur ein Hausmeister gieße die Pflanzen. Gerüchte machen die Runde, das Objekt namens "Hafen Eins" bleibe aus Spekulationsgründen ungenutzt: Bis sich irgendwann ein Käufer findet, der für die schmucken Neubauten Höchstpreise zahlt. Theoretisch könnte auch ein Streit um Baumängel die Ursache der Flaute sein. Was stimmt? Die LVZ fragte vor vier Wochen bei dem Bauherren in Berlin dazu schriftlich nach - bisher gab es keine Antwort.

 

Wie ist die Marktlage in Leipzig gerade?

  • Durchschnittliche Angebotskaltmiete für freie Wohnungen in Leipzig am 12. Juli 2022: 8,50 Euro pro Quadratmeter (vor einem Jahr am gleichen Tag: 8,26 Euro)
  • Zahl der zur Vermietung angebotenen Wohnungen in Leipzig im vergangenen Quartal: 7108 (vor einem Jahr im gleichen Quartal: 10.468)
  • Durchschnittliche Angebotsdauer bis zur Vermietung freier Wohnungen im vergangenen Quartal: 29 Tage (vor einem Jahr im gleichen Quartal: 78 Tage)

(Die Informationen stellt freundlicherweise die Leipziger Immobilien-Datenbank GeoMap zur Verfügung)

 

Mieten, kaufen, wohnen in Leipzig - das sollten Sie lesen

 

Sie haben eine besondere Geschichte erlebt auf dem Wohnungs- und Hausmarkt? Dann schreiben Sie uns. Wir erzählen gerne Ihre Geschichte oder recherchieren für Sie!

Wir wünschen Ihnen einen angenehmen Tag,

Ihr

Jens Rometsch

 

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