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Telefonseelsorge Nightline Leipzig: „Wir hören zu“

Telefonseelsorge (Symbolbild)

Bei Anruf wird zugehört: Wer Sorgen hat, kann bei der Nightline Leipzig anonym anrufen. (Symbolbild)

Leipzig. Einfach zum Hörer greifen, wenn einen Sorgen und Probleme plagen. Auf der anderen Seite der Telefonleitung hören geschulte Studenten zu, wenn Gesprächsbedarf besteht – und das mittlerweile seit sechs Jahren. Ulrich Wehrle (26), Referent für Soziales im Studierendenrat Leipzig, darüber, wie das Zuhören funktioniert und warum junge Menschen die 973 77 77 wählen.

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LVZ-Campus: Das studentische Sorgen- und Auskunftstelefon Nightline feiert in diesem Jahr seinen sechsten Geburtstag. Wie hat sich das Angebot seit seiner Geburtsstunde entwickelt und wie wird es heute angenommen?

Ulrich Wehrle: Die Idee für ein Sorgentelefon von Studenten für Studenten stammt ja ursprünglich aus England. Dort gibt es das schon lange. Und 2012 wurde dann die Nighline Leipzig eingerichtet. In den ersten fünf Jahren gab es das Angebot an drei Abenden die Woche und mittlerweile kann man sogar an fünf Abenden in der Woche anrufen – und das immer von 21 bis 24 Uhr. Dabei ist festzustellen, dass heute mehr Leute anrufen als noch am Anfang. Ganz genaue Anruferzahlen gibt es aber nicht, es soll ja alles anonym sein, also auch konkrete Zahlen. Aber grob gesagt: Zwei bis drei Mal pro Schicht klingelt schon das Telefon.

Mit welchen Problemen wenden sich die Anrufer hauptsächlich an die Zuhörer von Nightline?

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Gerade zu Prüfungszeiten sind es natürlich Ängste oder einfach Stress, weswegen Studenten anrufen. Und ansonsten geht es auch oft um Auseinandersetzungen im Freundeskreis oder mit den Eltern. Beziehungsprobleme sind ebenfalls ein häufiges Thema. Insgesamt muss man aber schon sagen, dass die Nightline immer noch ein Amateur-Sorgentelefon ist: Es geht also vor allem darum, dass jemand unvoreingenommen zuhört und dass es für Anrufer leichter ist, über bestimmte Sachen zu reden, weil alles anonym ist. Wenn es um größere Probleme geht, verweisen die Nighliner auch an andere Beratungsstellen oder es wird gemeinsam besprochen, wie man zum Beispiel einen Termin beim Psychologen bekommen kann.

Können nur solche Freiwilligen Nightliner werden, die auch etwas Ähnliches studieren – also Psychologie oder Medizin zum Beispiel? Und wie wird man dann für Sorgenanrufe geschult?

Es fällt schon auf, dass Leute aus den Studiengängen Psychologie und Medizin ein besonderes Interesse haben. Aber im Prinzip kann jeder mitmachen, der Lust auf diese Art von ehrenamtlicher Arbeit hat. An vier Workshop-Wochenenden im Jahr wird man dann ins Zuhören und Beraten eingelernt. Im Moment besteht das Team aus ungefähr 40 Nightlinern – und es melden sich immer wieder Leute, die mit einsteigen wollen.

Vera Weber

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