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Ende des 9-Euro-Tickets - jetzt heißt es wieder „back to the roots“

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

was für ein Sommer! Der ist mit dem heutigen kalendarischen Herbstanfang vorbei (meteorologisch hoffentlich noch nicht). Vorbei ist auch die kurze, aber erfolgreiche Ära des 9-Euro-Tickets. Was hatten wir für tolle Möglichkeiten. Mit der Regionalbahn an die Müritz. Eine Deutschlandrundfahrt mit Zwischenstopps an den schönsten Wanderwegen, Badeseen und Waldgebieten. Und nun? Lassen wir uns von einem Fahrschein nicht vorschreiben, wie wir einen hoffentlich goldenen Herbst verbringen werden.

Deswegen auch heute: Ein Tipp für einen Abstecher in den Norden - eine Autostunde von Leipzig (oder zwei Bahnstunden) gleich hinter der Grenze zwischen Sachsen-Anhalt und Brandenburg liegt Wiesenburg/Mark. Die Landschaft dort ist ein Traum (ich bin selbst mehrfach durchgeradelt) und der Kollege Lars Grote kennt sich dort wahnsinnig gut aus. Er hat eine Wanderung ausprobiert und nimmt Sie heute mit in den Naturpark Hoher Fläming.

Und dann habe ich heute einen kulinarischen Tipp für Sie. Bowls gibt es in Deutschland schon eine ganze Weile - ich selbst habe die erst vor ein paar Monaten für mich entdeckt. Meine Kollegin und Gastro-Expertin Petra Mewes hat sich dem Trend in einem Text genähert und einige Anbieter in Leipzig besucht.

Gute Reise und guten Appetit!

Ihr Thomas Lieb

Wanderung rund um Wiesenburg/Mark

Das Schloss mit einem Teil des Schlossparks in Wiesenburg im Landkreis Potsdam-Mittelmark.

Das Schloss mit einem Teil des Schlossparks in Wiesenburg im Landkreis Potsdam-Mittelmark.

In Wiesenburg leben etwa 4200 Menschen, es liegt im südwestlichen Teil des Landkreises Potsdam-Mittelmark und zählt zum Naturpark Hoher Fläming. Wiesenburg wurde 2012 im europäischen Dorfwettbewerb und im Jahr 2011 im Bundeswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ als erstes Dorf in Brandenburg in der Geschichte des Wettbewerbs mit einer Goldmedaille ausgezeichnet.

Unser Rundweg ist knappe 9,3 Kilometer lang, wir brauchen zu Fuß für dieser Route etwa zweieinhalb Stunden – und starten südlich von Wiesenburg im Ort Jeserig, unsere Wanderung beginnt an der Bushaltestelle „Jeserig (Ortsmitte)“, hier halten die Linien 571 und 592. Richtung Norden verlassen wir die Haltestelle und gehen in die Wiesenburger Straße, sie stößt auf einen Weg, in den wir links einbiegen, auch er heißt Wiesenburger Straße. Wir folgen ihr, bis wir Wiesenburg erreicht haben, mittlerweile heißt unsere Straße Hermann-Boßdorf-Straße. Sie führt uns nach Wiesenburg hinein, wir sehen das Alte Schulhaus und die St. Marien-Kirche. Links biegen wir in die Schlossstraße, sie führt sie uns zum Schloss Wiesenburg.

Die Wurzeln der Anlage gehen auf eine mittelalterliche Burg des 12. Jahrhunderts zurück, die nach einem Brand im 16. Jahrhundert durch einen Schlossneubau ersetzt wurde. Im Laufe der Jahrhunderte wurde diese allmählich zu ihrer heutigen Größe ausgebaut. Sein Aussehen im Stil der Neorenaissance erhielt das Schloss bei Umbauarbeiten im 19. Jahrhundert, als es im Besitz der Familie zu Watzdorf war, schreibt Wikipedia. Ab 1946 als Schule und später als Internat genutzt, wurde die Anlage 1998 an private Investoren verkauft. Diese ließen die Schlossgebäude bis 2003 umfassend sanieren und wandelten sie zu einer exklusiven Wohn- und Büroanlage um.

Raus aufs Land Wanderung Wiesenburg

Raus aufs Land Wanderung Wiesenburg

Durch den Schlosspark laufen wir vorbei am (vom Schloss aus gesehen) linken von zwei Teichen, dem Schlossteich, gleich hinter dem Gewässer biegen wir ab, gehen nach rechts, verlassen diesen Weg jedoch bei nächster Gelegenheit nach links. Immer noch befinden wie uns im weiten Schlosspark, dem neuen Weg folgen wir fast zu den Schienen, gehen hier nach rechts entlang der Gleise und erreichen den Bahnhof Wiesenburg/Mark.

Links hinter dem Bahnhof überqueren wir die Gleise, kommen bald an einen Kreisverkehr, kurz folgen wir der linken Straße und biegen dann rechts in den Wald. Den dritten Stichweg links schlagen wir ein, der Pfad bringt uns zurück nach Jeserig auf die Bahnhofsallee. Nach einem kleinen Schlenker, der uns linker Hand zum Jeseriger See führt, kehren wir zurück auf die Wiesenburger Straße, die wir vom Anfang unserer Tour kennen. Wir gehen hier nach rechts zurück zum Ausgangspunkt, der Bushaltestelle „Jeserig (Ortsmitte).“

Von Lars Grote

Leipzig für Genießer

Kennen Sie Bowls? Gemeint sind damit weder Mai- noch Erdbeerbowle oder einfach nur Salatschüsseln. Bowls haben im Zuge der Globalisierung einen regelrechten Siegeszug um die Welt angetreten. In Bowls richten die Köche Zutaten nach dem Baukastenprinzip an: bunt und vielfältig, roh und gekocht machen sie mit mundgerecht geschnittenen Zutaten nicht nur geschmacklich, sondern auch optisch einiges her. Dipps wie Hummus oder Dressings kommen obendrauf. Zum Essen braucht es nur eine Gabel. Auch in Leipzig gibt es längst Restaurants, die sich auf diesen Trend eingestellt haben. Ein paar Tipps.

Enjoy your meal: Eine „Carlifornia Bowl“ mit Limetten-Sesam-Reis, Soja-Soße, Algensalat, Zucchini, gegrillte Paprika, vegane Chipotle-Mayo, Avocado und als Extra „Lemon Chicken“. Dazu eine „Homemade Lemonade“ mit Erdbeere.

Enjoy your meal im "Pretty!Please!": Eine „Carlifornia Bowl“ mit Limetten-Sesam-Reis, Soja-Soße, Algensalat, Zucchini, gegrillte Paprika, vegane Chipotle-Mayo, Avocado und als Extra „Lemon Chicken“. Dazu eine „Homemade Lemonade“ mit Erdbeere.

Pokés machen den Unterschied

Die erste Station für den Bowl-Test soll R10 in der Ratsfreischulstraße sein. Das Restaurant hatte den Trend vor Jahren nach Leipzig getragen. Aber hier hat man sie gerade wieder von der Karte genommen. Geht das ganze etwa an Leipzig schon wieder vorbei? Zum Glück nicht. Wer sich in der Szene umschaut wir schnell fündig, ab rund zehn Euro ist man dabei.

Zum Beispiel im Restaurant Maloa im Petersbogen, Teil einer Restaurantkette, in der sich alles um Poké Bowls dreht. In Hawaii haben Pokés den Status eines Nationalgerichts, obwohl diese Art zu essen eben auch an die japanische Küche erinnert, denn zu Poké gehören roher Fisch, Sojasauce und Sesamöl. Oft sind Oktopus und Garnelen dabei, meist auch Frühlingszwiebeln, Sesamkörner sowie Avocado und Ingwer.

Hier gibt es nur vegane und vegetarische Speisen, wie zum Beispiel die „Gao’s Bowl“ mit knusprigen Seitan Streifen. Dazu empfiehlt sich eine hausgemachte “Lemongras Ginger Limonade“ und als Dessert „Mochi“, in drei verschiedenen Geschmacksrichtungen.

Im Gao gibt es nur vegane und vegetarische Speisen, wie zum Beispiel die „Gao’s Bowl“ mit knusprigen Seitan Streifen. Dazu empfiehlt sich eine hausgemachte “Lemongras Ginger Limonade“ und als Dessert „Mochi“, in drei verschiedenen Geschmacksrichtungen.

Die offene Maloa-Küche bietet ebensolche Zutaten in Kombinationen mit Thunfisch oder Lachs, Hähnchen und/oder Tofu. Basis der Maloa-Bowls sind Vollkorn- oder Sushi-Reis, Zucchini-Nudeln oder Spinatblätter plus Streifen von Zwiebeln, Roter Bete, Tomaten- und Gurkenscheiben, Edamame und Ananas. Jeweils zwei Saucen auf der Basis von Chili, Sesam, Erdnussbutter, Limetten oder die exotische, koreanische Variante Vulcano Flavor runden das ganze ebenso ab wie Kokos-Chips, Wasabi- oder Erdnüsse, Kimchi oder frischer Ingwer. Man kann sich seine Bowl nach Gusto zusammenbauen lassen oder schauen, ob bei den klangvoll benannten Menüs etwas dabei ist. Die probierte Volcano Chicken Bowl überraschte mit ihrer Kombination aus scharfen, pikanten und süßen Komponenten jedenfalls ebenso wie die Kauai Salmon Bowl.

Guten Appetit: Eine „Vul’cano Chicken Bowl“ mit einem „Veggie Neyla“ Smoothie aus Rote Bete.

Guten Appetit: Eine „Vul’cano Chicken Bowl“ mit einem „Veggie Neyla“ Smoothie aus Rote Bete aus dem Restaurant MA'LOA.

Es geht auch fleischlos

Weiter geht‘s in den Leipziger Westen. Auf der Zschocherschen Straße 82 empfiehlt die peppige Californian Kitchen Pretty!Please! von pazifischem Streetfood inspirierte Tacos, Burritos und Sandwiches. In der Caribbean Bowl liegt der Limetten-Sesam-Reis unter cremigen, schwarze Bohnen, veganem Chili, gebackenen Bananenstreifen und Pico da Gallo. Als Dipp gibt‘s einen Klecks Guacamole dazu. Das vegane Chili, so erklärt es die Kellnerin, ist ähnlich wie Chili sin Carne, aber mit Kichererbsen zubereitet. Pico da Gallo entpuppt sich als scharfe Würzsauce aus gehackten Tomaten, Zwiebeln und Chili-Schoten. Die Kombination derart unterschiedlicher Zutaten überrascht Zunge und Gaumen bei jedem Bissen. Erst recht, wenn man als Extra noch Lemon Chicken ordert.

Dass Bowls auch komplett fleischlos funktionieren signalisiert der volle Freisitz vor dem Restaurant Gao in der Zentralstraße: Es steht für vegane und vegetarische vietnamesische Gerichte mit intensiven Umami-Aromen. Unter der Nummer 19 steht eine Bowl auf der Karte.

Bestellt in der Variante mit Ei erweist sich das Ganze als guter Treffer: In der irdenen Schale liegen auf dezent mariniertem Essig Reis, verfeinert mit Teriyaki Sauce, grüne Salatblätter, Seetang-Salat und Kimchi. Auch vegane Garnelen (innen eher fade, außen knusprig wie das Tofu), Avocado, Mangostücke und Gurkenstreifen sind dazu arrangiert.

War‘s das schon? Noch lange nicht: Die Bear Bowls von Andi und Maren Cuicuis Foodtruck wurden an dieser Stelle schon besprochen, ebenso wie die Frühstücks-Bowls im Café Jeepney in Gohlis. Der Trend läuft zum Beispiel auch in der Schnippelstube Wunderwerk auf der Bornaischen Straße, einem Ladengeschäft, das Kulinarik und Friseurhandwerk vereint. Vor Überraschungen kann man eben nie sicher sein. Und das trifft aktuell wohl nirgends so stark zu wie auf Bowls.

Von Petra Mewes

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