Newsletter „Frische Luft“

Hoffnung für die Pilze

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

ich muss diesen Newsletter mit einem Geständnis beginnen: Ich mag keine Pilze. Es ist weniger der Geschmack, mehr die Konsistenz, die mich stört. Regelmäßig überwinde ich mich, koste erneut, beispielsweise einen Pfifferling. Aber ich fürchte, wir werden keine Freunde mehr.

Den Sachverhalt finde ich allerdings recht bedauerlich. Denn als ein Mensch, der dem Herbst viel Gutes abgewinnen kann, stelle ich mir so eine Pilzsuche im Wald wie die perfekte jahreszeitenspezifische Wochenendbeschäftigung vor. Sollte es Ihnen ähnlich gehen oder Sie vielleicht schon Erfahrung beim Sammeln haben, dann gibt es gute Nachrichten. Trotz der Trockenheit der vergangenen Wochen sieht es aktuell ganz gut aus für die Pilzsaison rund um Leipzig - Regen sei Dank! „Es könnte ein schöner Herbst werden“, sagt auch die Delitzscher Pilzberaterin Claudia Dietrich.

Welche Tipps sie sonst noch hat? Lesen Sie es in dieser Frische-Luft-Ausgabe.

Genießen Sie den Tag!

Ihre Josephine Heinze

 

Regen lässt auf gute Pilzsaison hoffen

Mit einer guten Pilzsaison hätten nach dem extrem trockenen Sommer ohne nennenswerte Niederschläge wohl nur noch die wenigsten gerechnet. Selbst die erfahrene Delitzscher Pilzberaterin Claudia Dietrich tat sich in den vergangenen Wochen beim Sammeln in den vertrockneten Wäldern zwischen Bad Düben, Delitzsch und Eilenburg schwer.

Um ihr Körbchen für die Pilzausstellung auf dem Hoffest in Wöllmen am vergangenen Wochenende voll zu bekommen, war sie einen ganzen Tag in der Dahlener und Dübener Heide und sogar im Wurzener Umland unterwegs. „Ich bin bestimmt 200 Kilometer gefahren, es war ein anstrengender Tag“, sagt die 53-Jährige.

Achtung vor giftigen Pilzen

Einen Zufallstreffer landete sie dann in einem Waldstück bei Dommitzsch. Hexenröhrlinge, Steinpilze, ein paar Täublinge sowie den Perl- und den Pantherpilz konnte sie aufspüren. Über die letzten beiden freut sie sich besonders. „Sie kommen aus derselben Gruppe und werden oft verwechselt. Es ist wichtig, die Unterschiede zu kennen, denn der Pantherpilz ist sehr giftig.“ Gleiches gilt für den grünen Knollenblätterpilz, der zu den giftigsten Pilzen hierzulande zählt.

Pilze sammeln macht Groß und Klein Spaß - diese Saison haben Sammler aufgrund lang anhaltender Trockenheit aber schlechte Karten.

Pilze sammeln macht Groß und Klein Spaß - diese Saison haben Sammler aufgrund lang anhaltender Trockenheit aber schlechte Karten.

Die Befürchtung unter vielen Pilzfreunden war bereits groß, dass die Hauptsaison im Herbst dieses Jahr ausfällt, doch der teils ausgiebige Regen, der in letzter Zeit in der Region niederging, scheint das Blatt gewendet zu haben: Seit dem Wochenende schießen die Pilze an feuchten Stellen in den Wäldern aus dem Boden.

Pilze in Sachsen: Das rät Pilzberaterin Claudia Dietrich Pilzsammlern

Auch Claudia Dietrichs Hoffnung erfüllte sich damit. „Es könnte ein schöner Herbst werden“, sagt sie. Pilzsuchern empfiehlt die Delitzscherin, in der Dübener Heide bei Pressel, Authausen und Dommitzsch zu suchen. „Gerne in Mischwäldern mit Buchen, Eichen und Kiefern“, sagt sie. „In der Gegend gibt es ein paar Teiche, an einigen Stellen ist der Boden etwas feuchter.“ Der Besuch reiner Kiefernwälder bringe dagegen kaum ein volles Pilzkörbchen. „Der sandige Boden ist viel zu trocken“, erklärt Dietrich.

Pilze suchen nach großer Trockenheit: Hauptsaison für Pilzsammler verschiebt sich

Generell macht die Pilzberaterin die Beobachtung, dass sich die Hauptsammelsaison immer weiter nach hinten verschiebt. „Vor vielen Jahren, als ich selbst noch klein war, sind wir immer im September gegangen. Nun gab es schon mehrfach Jahre, in denen zu dieser Zeit noch gar nichts wuchs. Es geht heute viel später los.“ In besonders trockenen Jahren, so Dietrich, sei im Herbst auch fast gar nichts mehr zu holen.

Der Fliegenpilz wurde zum Pilz des Jahres ernannt. Während er leicht zu identifizieren ist, brauchen Sammler bei anderen Sorten Hilfe.

Der Fliegenpilz wurde zum Pilz des Jahres ernannt. Während er leicht zu identifizieren ist, brauchen Sammler bei anderen Sorten Hilfe.

Was bedeutet das für leidenschaftliche Pilzsammler? Sollten sie sich zukünftig auf andere Jahreszeiten fokussieren? Denn schließlich, so bestätigt die 53-Jährige, lohnt es sich auch im Frühjahr und Winter, im Wald herumzustöbern. Sie selbst macht sich in den kalten Monaten gerne auf die Suche nach Winterpilzen, zu denen etwa der Austernseitling zählt. „Die wachsen an Bäumen, häufig in Massen. Da kann man mit Handschuhen losziehen und gerne mal mit einem ganzen Korb zurück kommen.“

Winterpilze – eher etwas für Kenner

Als neue Pilzsaison sieht sie den Winter allerdings nicht – dafür sei diese Möglichkeit noch zu wenig bekannt. „Die meisten suchen jetzt oder im Oktober“, sagt Dietrich. „Winterpilze sind eher etwas für Kenner.“ Wer sich allerdings für diese Möglichkeit interessiert, dem rät sie, sich einfach zu trauen, Fundpilze einzupacken (nicht abgeschnitten, sondern als Ganzes ausgehoben) und sich auch außerhalb der typischen Hauptsaison an einen Pilzberater zu wenden. Wichtig sei nur, zuvor anzurufen und einen Termin zu vereinbaren. Eine aktuelle Liste der Pilzberater kann über die Homepage des Landkreises Nordsachsen eingesehen werden. Claudia Dietrich selbst ist unter der Nummer 0177 6175 454 zu erreichen.

 

Feuerland verzögert sich

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Das geplante „Feuerland“ im Leipziger Zoo soll nun erst 2025 eröffnen. Außerdem soll das Großprojekt 13 Millionen Euro teurer werden.

 

Cirque du Soleil - on Ice

Für den „Cirque du Soleil“ ist es ein Novum: Zirkus auf dem Eis. „Crystal“ kommt vom 30. September bis 9. Oktober in die Arena Leipzig. Die Eiskunstläuferin Stina Martini aus Graz ist seit April ein Teil davon. Im Interview hat Katharina Stork mit ihr über Rituale vor der Show gesprochen, den Unterschied zu Wettkämpfen und darüber, was sie vorhat, wenn der Körper nicht mehr mitmacht.

Mit „Crystal“ treffen in der Geschichte des Cirque du Soleil erstmals Eiskunstläufer und Akrobaten aufeinander. Gab es Grüppchenbildung?

Nein, das ist ziemlich cool. Beispielsweise Backstage vor der Show helfen uns die Akrobaten. Wir machen mit ihnen hin und wieder mal ein paar Handstände oder Balance-Acts, und sie hingegen müssen auch bis zu einem gewissen Grad Eislaufen können, damit sie nicht ausrutschen. Das hat am Anfang lang gedauert: Da mussten die Akrobaten Eislaufen lernen, und wir mussten akrobatische Elemente lernen. Bei der Jonglage-Nummer habe ich zum Glück nur einen Ball. Das reicht vollkommen.

Stina Martini in der Show „Cristal“ des Cirque du Soleil.

Stina Martini in der Show „Cristal“ des Cirque du Soleil.

Passt überhaupt noch Training zwischen so viele Shows am Stück?

Also wenn wir drei Shows haben, dann ist es so: Man macht sein Frühstück, macht sein Make-up für zwei Stunden, dann macht man die Show. Mittagessen, nächste Show, nochmal Essen – und dann die Abendshow. Das ist meistens nur an Drei-Show-Tagen so. Wenn wir nur abends eine Show haben, kommt das Training dazwischen und man geht auch mal raus, um einen Kaffee zu holen.

Gibt es Rituale, die vor jeder Show zwingend sind?

Für uns Eisläufer, aber auch für die Akrobaten, ist es gut, das Eis nochmal zu fühlen. Wenn man die Eisen einfährt, dann ist das einfach ein gutes Gefühl. Ich bin Paarläuferin, ich laufe mit meinem Partner. Da macht man vorher noch ein paar Hebungen. Wir haben eine halbe Stunde vor der Show noch einmal die Möglichkeit, kurz auf dem Eis zu laufen.

Warum muss man das Eis vorher fühlen?

Jedes Eis fühlt sich anders an. Manche machen die Eisfläche kälter, dann wird das Eis härter. Manche machen es weicher.

 

Das ist sonst in Leipzig los

 

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