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Klein, aber fein: Die schönsten Weihnachtsmärkte in Mitteldeutschland

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

geht es Ihnen auch so? Nach zwei Jahren Corona-Pause ist die Lust auf Glühwein und Kräppelchen enorm. Der Leipziger Weihnachtsmarkt zieht täglich tausende Menschen an. Waren Sie auch schon dort? Haben Sie vielleicht sogar schon eine der sehr begehrten Tassen des Leipziger Weihnachtsmarktes erstanden?

Wer jedoch das Gedränge in den Großstädten meiden möchte, kann sich seine Portion Weihnachtsstimmung auch auf zahlreichen kleinen, aber feinen Weihnachtsmärkten holen. Die LVZ hat hier einige Tipps für schöne Weihnachtsmärkte in Mitteldeutschland. Diese Orte punkten vor allem mit individuellem Charme.

Für all jene, die es nicht immer und überall weihnachtlich mögen, haben wir heute auch noch einen kulinarischen Tipp parat: So frühstücken Sie im Leipziger Breakfast Club.

Ihre Ina Schwarzbrunn

Die LVZ verlost insgesamt 40 Tassen des diesjährigen Leipziger Weihnachtsmarktes.

Dunkelgrün und im Retro-Look – so sehen in diesem Jahr die Glühweintassen des Leipziger Weihnachtsmarktes aus. Foto: André Kempner

Von Annaberg bis Quedlinburg – was kleine Weihnachtsmärkte zu bieten haben

Annaberg-Buchholz: Schwibbögen und Gulasch-Suppe

Glück auf in der Hauptstadt der erzgebirgischen Weihnachtstradition! Schwibbögen, so weit das Auge reicht. Pyramiden, Räuchermännchen und geschmückte Weihnachtsbäume lassen es im Herzen des sächsischen Silberbergbaus funkeln. Da bleiben keine Wünsche offen. „Die ganze Stadt ein Weihnachtsberg“ heißt das Motto in der höchstgelegenen sächsischen Kreisstadt. Und wieder gibt es eine kulinarische Spezialität. Diesmal ist es die „Gulasch-Supp“, die in fünf verschiedenen Varianten angeboten wird. Wer das dann zu Hause nachkochen will: kein Problem. Die Rezepte zum Mitnehmen sind kostenlos an den jeweiligen Hütten erhältlich.

Besonderheit: Am Sonntag (18. Dezember) findet hier das legendäre Abschlusskonzert der großen Bergparade statt. Am Tag zuvor (17. Dezember) gibt es noch ein Auswärtsspiel der Bergparade vor zigtausenden Fans in Leipzig.

Adresse: Markt 1, 09456 Annaberg-Buchholz

Öffnungszeiten: Montag bis Donnerstag: 10 bis 19 Uhr, Freitag bis Sonntag: 10 bis 20 Uhr.

Bad Lauchstädt: Goethe und Lasershow

Wer hier das ganz besondere Weihnachtsmarkt-Feeling erleben will, muss vor allem schnell entschlossen sein. Denn der „Christkind‘l-Markt“, eine Art Geheimtipp vor den Toren der Großstädte Leipzig und Halle, findet über das dritte Adventswochenende nur an drei Tagen statt. Und er ist vor allem etwas für kulturelle Genießer. Denn an diesem Ort, wo Altmeister Goethe als Theaterdirektor tätig war und der Theaterbau nach seinem Entwürfen noch heute steht, lebt der Markt von seiner Einbettung zwischen den historischen Gebäuden und Anlagen des Kurparks und des Schlosshofes im Herzogschloss.

Besonderheit: Jeden Abend startet ab 19 Uhr eine Licht- und Lasershow im Kurpark.

Adresse: Historische Kuranlagen, 06246 Bad Lauchstädt

Öffnungszeiten: nur drei Tage; Freitag, 9. Dezember: 17 bis 20 Uhr; Samstag, 10. Dezember, und Sonntag, 11. Dezember: 12 bis 20 Uhr.

Quedlinburg: Welterbe und Höfe-Idylle

Die Stadt im Harzvorland hat seit 1994 den begehrten Titel Welterbestadt inne. Entsprechend romantisch präsentiert sich der Weihnachtsmarkt rund um den Altstadt-Markt. Er räumte vor der Corona-Pause zweimal bei der Wahl zum schönsten Weihnachtsmarkt in Sachsen-Anhalt ab. Was prinzipiell völlig logisch ist. Denn die Kulisse aus jahrhundertealten Fachwerkhäusern und die große erleuchtete Tanne vor dem Rathaus sind in puncto Flair nur schwer zu toppen.

Besonderheit: „Advent in den Höfen“ – an den Adventswochenenden zwei und drei öffnen sich sonst verschlossene Türen und auf historischem Pflaster werden Raritäten sowie kleine Kostbarkeiten präsentiert, die extra für diese speziellen Tage gesucht, gesammelt und hergestellt wurden.

Adresse: Markt, 06484 Quedlinburg

Öffnungszeiten: Montag bis Donnerstag und Sonntag: 11 bis 20 Uhr, Freitag: 11 bis 22 Uhr, Samstag: 10 bis 22 Uhr

Wernigerode: Fachwerk und Feuerstein

Im ewigen Beliebtheits-Duell mit dem benachbarten Quedlinburg kann auch die bunte Stadt am Fuße des Brockens weihnachtlich punkten. Denn vor einem der schönsten deutschen Rathäuser und zwischen den beschaulichen mittelalterlichen Fachwerkgassen ringsherum lässt es sich besonders stilecht Glühwein trinken. Da darf es dann auch mal ein heißer Schierker Feuerstein sein. Für Kinder gibt es auf dem Nicolaiplatz eine eigene Adventslandschaft.

Besonderheit: Der zweite Advent (4. Dezember) ist von 12 bis 17 Uhr verkaufsoffener Sonntag.

Adresse: Marktplatz, 38855 Wernigerode,

Öffnungszeiten: Montag bis Donnerstag und Sonntag: 10 bis 19 Uhr; Freitag und Samstag: 10 bis 21 Uhr.

Weimar: Klassik-Feeling und Top-Bratwurst

Goethe, Schiller, Herder – hier schlägt das Herz der deutschen Klassik. Und Klassikerflair vom Theaterplatz bis zum Marktplatz umgibt dann auch die „Weimarer Weihnacht“. Dass hier im Thüringer Kernland die Bratwurst natürlich mit am besten schmeckt, dürfte klar sein. Zu den Attraktionen zählt „Weimar on Ice“ – eine Kunststoffeisbahn, die auf dem Theaterplatz allen Gästen offensteht. Pirouetten sind also drin, weniger Sportliche können Umdrehungen über Glühweintrinken probieren.

Besonderheit: Am Samstag, 10. Dezember, findet von 10 bis 18 Uhr in der Mensa am Park der Bauhaus-Weihnachtsmarkt statt. Originelle Kreationen der Bauhaus-Uni werden dabei verkauft.

Adresse: Marktplatz, 99421 Weimar

Öffnungszeiten: täglich 10 bis 20 Uhr, nach Ermessen der Wirte auch länger.

Plauen: Budenzauber und Weißtanne

Made in Vogtland – von der vogtländischen Weihnachtsbaumqualität profitiert vor allem Leipzig – die große Tanne auf dem Markt stammt aus dem idyllischen Tannenbergsthal. Das Vogtland steht also genau wie das Erzgebirge ganz vorn für sächsische Tradition in der Adventszeit. Und die ist natürlich in der Vogtland-Hauptstadt Plauen zu empfehlen, mit einer Weißtanne, gefällt in der Stadt. Immerhin schon seit 300 Jahren präsentieren sich rund um den Altmarkt Händler und Wirte. Und da das Vogtland auch beim Instrumentenbau viel zu bieten hat, bleiben auch musikalisch keine Wünsche offen.

Besonderheit: Am Sonntag (4. Dezember) findet ab 17 Uhr ein Kochduell statt – die Frauen gegen die Männer der Freiwilligen Feuerwehr Plauen. Die Portionen werden danach verkauft, der Erlös geht an Kindereinrichtungen.

Adresse: Altmarkt, 08523 Plauen

Öffnungszeiten: Montag bis Donnerstag und Sonntag: 10 bis 20 Uhr, Freitag und Samstag: 10 bis 21 Uhr.

Görlitz: Eislaufen und Film-Idylle

An der sächsisch-polnischen Grenze und nicht weit vom Dreiländereck zu Tschechien bietet Görlitz ab Freitag (2. Dezember) mit dem „Schlesischen Christkindelmarkt“ den europäischsten Weihnachtsmarkt im Freistaat. Polnische Künstler sind im Rahmenprogramm prominent vertreten. Doch absoluter Clou dürfte für „Görliwood“ die Eisbahn sein. Vor der Filmkulisse in der Altstadt, wo viele Hollywood-Streifen gedreht wurden, fährt es sich besonders idyllisch auf Kufen. Gut möglich, dass Sie dabei auch Sachsens Regierungschef Michael Kretschmer in seiner Heimatstadt treffen.

Besonderheit: Im Ratshof Görlitz bietet der „Bethlehemshof“ Zeit, Raum und Ruhe für Familien mit Kindern. Damit die Weihnachtsgeschichte auch von den Kleinsten neu entdeckt werden kann.

Adresse: Untermarkt, 02826 Görlitz

Öffnungszeiten: Montag bis Donnerstag: 14 bis 20 Uhr, Freitag: 14 bis 21 Uhr, Samstag: 11 bis 21 Uhr, Sonntag: 11 bis 20 Uhr.

Bautzen: Tradition und Mittelalter

Der Wenzelsmarkt hoch über der Spree nimmt einen Superlativ für sich in Anspruch: Er ist der offenbar älteste in einer Chronik genannte Weihnachtsmarkt in Deutschland, aber auch der Dresdner Striezelmarkt will da mithalten. In diesem Jahr findet der Wenzelsmarkt immerhin schon zum 639. mal statt. Viel mehr Tradition geht also gar nicht, schon deshalb lohnt sich das Schlendern durch die mittelalterlichen Gassen rund um das historische Rathaus und den Dom St. Petri. Wie Görlitz und Weimar hat übrigens auch Bautzen eine Eisbahn für das sportliche Adventsvergnügen im Angebot.

Besonderheit: In der alten Mönchskirchruine findet am zweiten Adventswochenende der historische Weihnachtsmarkt statt.

Adresse: Kornmarkt, 02625 Bautzen

Öffnungszeiten: Montag bis Donnerstag und Sonntag: 11 bis 20 Uhr, Freitag und Samstag: 11 bis 21 Uhr.

 
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Der „Breakfast Club“ bringt einen Hauch von Hollywood nach Leipzig

„The Breakfast Club“ im Wünschmann-Haus auf der Karl-Liebknecht-Straße bläst frischen Wind in die Leipziger Gastro-Szene – nicht nur morgens, verspricht Betreiber Aimal Barikzay. Wir haben uns das neue Lokal angeschaut.

Vor allem Appetit sollte vorhanden sein, ebenso ausgiebig Zeit und Neugierde auf Abwechslung. Das funktioniert im „The Breakfast Club“ in der Karl-Liebknecht-Straße – vorausgesetzt, etwas Kleingeld ist dabei, aber dazu später. „Spät“ ist ein guter Einstieg, denn gefrühstückt werden kann bis 16 Uhr.

Kühne Pläne des Betreibers Aimal Barikzay sahen eigentlich Öffnungszeiten rund um die Uhr vor. Doch die Nachfrage erweist sich denn doch als noch nicht so stark wie gewünscht. Eilige Leipziger hasten morgens eher schnell zur Arbeit, tagsüber muss sich das Angebot noch herumsprechen und Touristen wie Nachteulen ziehen derzeit auch nicht gerade in Scharen durch den Kiez. Zudem fehlt Aimal Barikzay nach eigenem Bekunden schlichtweg Personal.

Filmisch inspiriert

Vor elf Jahren kam er aus Berlin zum Studium und in der Gastronomie an, übernahm schließlich die Geschäftsführung des Restaurants Zihnø und eröffnete nun auch „The Breakfast Club“, inspiriert vom Teenager-Film „The Breakfast Club“ von 1985. Das Logo erinnert an Audrey Hepburn im Film „Frühstück bei Tiffany‘s“.

getoastetes Sauerteigbrot mit Butter, Acocado, pochierten Eiern sous vide, Feta Käse und Kirschtomaten Waffeln mit Beeren, Streusel, Vanillecreme und Sirup Auf der Karl-Liebknecht Straße.

getoastetes Sauerteigbrot mit Butter, Acocado, pochierten Eiern sous vide, Feta Käse und Kirschtomaten Waffeln mit Beeren, Streusel, Vanillecreme und Sirup Auf der Karl-Liebknecht Straße.

Beeindruckend ist zuerst das Wünschmann-Haus selbst. Der Weg führt durch einen Rundbogen vorbei an Glasmosaiken des Malers Arthur Michaelis in die ehemalige Schalterhalle eines Postamtes. Die gibt komplett renoviert den Rahmen für das Restaurant. Grüne, meist künstliche Pflanzen wirken etwas verloren und das Ambiente trotz Lounge-Ecke und Kaffeebar recht kühl. Zum Glück liegen auf den Fensterbrettern weiche Kissen, mit denen es sich die Besucherinnen und Besucher auf harten Holzstühlen bequem machen können.

Fantasievolle Gedecke

Die Speisekarte findet sich in Form eines QR-Codes auf den Tischen. Also Handy draufhalten, scannen und los geht‘s. Sie startet mit Eierspeisen, aber nicht irgendwelchen. Die gebratenen oder pochierten Eier kommen auf getoastetem Sauerteigbrot, zum Beispiel mit Speck oder Sucuk oder Tofu. Besonders fein ist eine Sous-Vide-Variante, bei der sich das flüssige Eigelb über alles ergießt. Das können Kirschtomaten, Feta-Käse und Avocadocreme sein, alles schön angerichtet und mit Hollandaise überzogen. Auf Wunsch erweitert die Küche mit Pilzen, Feigen, Paprika oder geräuchertem Eigelb, Lachs und Edamame. Gewürze und Kräuter, auch türkischer Joghurt oder fermentierte Chilisauce sorgen für überraschende Momente.

Im „Breakfast Club“ in der Karl-Liebknecht Straße gibt es vielfältige Frühstücksvarianten.

Im „Breakfast Club“ in der Karl-Liebknecht Straße gibt es vielfältige Frühstücksvarianten.

Wer größeren Hunger hat, kann sich eine ganze Platte bestellen, die dann zusätzlich zum Beispiel mit Kartoffeln und gerösteten Tomaten bestückt ist. Beim Vegan Breakfast sind Avocado, Rote Bete, Hummus und Tofu-Rührei Hauptzutaten. Die Sandwiches kommen als dreifach belegte Toastscheiben daher, gefüllt mit kräftig gewürzten Gemüsen, Kirschtomaten und Pilzen. Die Pommes dazu lassen sich auch als Einzelportion bestellen, entweder mit Parmesan bestreut oder mit sautierten Pilzen. Die probierte Smoothie Bowl wird eiskalt serviert, dafür mit Bananenscheiben, Beeren und Müsli aufgepeppt. Interessant wirken zudem frisch gebackene Pancakes und appetitlich dekorierte Waffeln am Nachbartisch. Wer es eilig hat, kann sich auch mit Kuchen, Muffins oder Croissants begnügen.

Zum Getränkeangebot gehören einige Weine, Prosecco oder Drinks wie Bloody Mary. Aufgrund der aktuellen Öffnungszeit bis 16 Uhr sind wohl eher heiße Schokoladen, Tee- und Kaffeespezialitäten die Favoriten. Und davon gibt es jede Menge, darunter Cold Brew, Espresso Tonic oder Butterfly Latte.

Der Steckbrief zum „The Breakfast Club“

Adresse: Karl-Liebknecht-Straße 12, 04107 Leipzig

Öffnungszeiten: 9 bis 16 Uhr, dienstags geschlossen

Preise: Croissants 2,50 Euro, Kuchen 6 Euro, Eierspeisen 7 bis 12 Euro, Smoothie Bowls 6,50 bis 8,50 Euro, Pancakes/Waffeln/Specials 10,50 bis 12 Euro, Kindergerichte 5 bis 7 Euro

Fazit: ganztagstaugliche Frühstücksideen mit akzeptablem Preis-Leistungs-Verhältnis

 

Das ist sonst in Leipzig los

In eigener Sache

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