Newsletter „Frische Luft“

Spiel, Spaß, Spannung - und ein bisschen Gemütlichkeit

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

mit der kalten Jahreszeit bekommen auch Indoor-Aktivitäten wieder mehr Beachtung. Alles, was gemütlich mit einem Tee in der Hand und vielleicht einer Decke um die Schultern funktioniert, steht aktuell hoch im Kurs. Besonders schön: Spieleabende!

Die kann man nicht nur mit der gesamten Familie oder im Freundeskreis veranstalten. Sie sind auch abwechslungsreich und ein Anlass, in andere Rollen und Zeiten einzutauchen - oder waren Sie in der realen Welt schon mal am gleichen Abend erst Hotelier, dann Geheimagentin und schließlich Siedler?

Falls Sie einerseits auch so gerne spielen und andererseits die Leipziger Gastro-Szene kennenlernen möchten, dann könnte das Gastronomie-Quartett etwas für Sie sein. Darin messen sich verschiedene Restaurants, Kneipen und Cafés spielerisch - und bieten Inspiration für den nächsten kulinarischen Ausflug. Sie gehen lieber wandern als essen? Auch dafür gibt es in dieser Frische-Luft-Ausgabe einen Tipp.

Genießen Sie auch die grauen und kalten Stunden!

Ihre Josephine Heinze

 

Fünf Hotspots in Reudnitz

Die Lebenswert des Leipziger Stadtteiles Reudnitz speist sich aus seiner Vielfalt, was Bevölkerungsgruppen, Geschäfte und Freizeit-Anreize angeht. Einen hohen Anteil daran haben auch Gastronomie und Kultur. Hier sind fünf ausgewählte Orte, die im östlichen Quartier der Stadt verankert sind.

Café Substanz: Was für ein Biergarten!

Einer der beständigsten Orte in der Leipziger Gastroszene mit herausragendem Flair: Im anstehenden Jahr feiert das Café Substanz 30-jähriges Bestehen. Gerühmt und geliebt wird es vor allem wegen des großflächigen Biergartens voller verschiedener Sitzmöglichkeiten und Ungezwungenheit. Aber auch drinnen atmen Backstein, Holz und Interieur urige Gemütlichkeit aus. Die Kundschaft ist ein Schmelztiegel aus studentischem Publikum und Anwohnerinnen und Anwohnern. Sie alle hielten vor zwei Jahren den Atem an, als die Betreiber ihren Abschied verkündeten und das Aus der Kult-Location befürchtet wurde. Fast nahtlos aber übernahm Andreas Wendland den Laden, auch Besitzer der Immobilie. Die Bioburger sind lecker, Currywurst ist auch in veganer Variante zu haben. Ab und zu gibt‘s Live-Musik oder Flohmärkte. Aktueller Publikumsmagnet ist der Glühweinmarkt auf dem zauberhaft illuminierten Außengelände, zu erleben von Montag bis Samstag ab 17 und sonntags ab 15 Uhr.

Der Biergarten Substanz im Täubchenweg - Kult in Reudnitz (und darüber hinaus).

Der Biergarten Substanz im Täubchenweg - Kult in Reudnitz (und darüber hinaus).

Regina Palast: Familiär mit Top-Popcorn

Eine Menge Kinos haben die 90er Jahre und deren manchmal schmerzhafte wirtschaftliche Neuorientierung nicht überlebt – das Casino am Neumarkt beispielsweise, die Camera Eutritzsch, und Anfang der 2000er machte auch das Capitol ist dicht. Zu den wenigen älteren Lichtspielhäusern gehört der Regina Palast in Reudnitz. Im Inneren des unscheinbaren Gebäudes an der Dresdner Straße stecken sieben Säle unterschiedlichster Größe. Neben aktuellen Kinofilmen ist auch die Rubrik „Pure Original“ ein Publikumsmagnet: Hier werden Filme in Originalsprache gezeigt. Viele ziehen das Regina den Großraumkinos der bundesweiten Ketten vor, auch weil die Atmosphäre familiärer ist, auch das Popcorn wird gerühmt. Bis März diesen Jahres war das Kino fast 20 Jahre lang der Wirkungsort des längst legendären Eisverkäufers Hans Höher – niemand pries das Gefrorene vor dem Hauptfilm so kreativ und schlagfertig an wie er.

Kino am Samstag? Nicht für alle, noch nicht mal für alle mit 2G plus. Denn im Regina-Palast waren manche Abendveranstaltungen vorab ausverkauft.

Kino am Samstag? Im Regina-Palast ist das in Leipzig möglich.

Kulturtreff Mühlstraße: Programm für alle

Das kulturelle Herz von Reudnitz schlägt deutlich spürbar in der Mühlstraße 14. Seit knapp 30 Jahren setzt das Soziokulturelle Stadtteilzentrum wichtige Impulse und ist Anlaufpunkt für alle Generationen, vom Krabbel- bis zum Seniorentreff. 1993 hat Leiterin Karin Hörning den Verein mitgegründet, der aus dem Bürgerverein „Eilenburger Bahnhof“ entstand und damals ein Konzept für den heutigen Lene-Voigt-Park erarbeitete. Unter anderem bei großen Projekten wie „OstLichter“ und dem Songfestival ist das Haus federführend. Ob IT-Schulungen für geflüchtete Frauen, Kurse für gesundes Essen oder Yoga – die Mühlstraße 14, Förderpreisträger von „EngagementGewinner“ der Deutschen Stiftung für Engagement und Ehrenamt, bedient ein breites Spektrum. Nicht zu vergessen: das Programm aus Lesungen, Theater, Ausstellung und Musik entweder im urigen Kellergewölbe oder in der oberen Etage.

Engagiertes Team: Das Soziokulturelle Stadtteilzentrum Mühlstraße 14 um Leiterin Karin Hörning (zweite von hinten links) ist ein wichtiger Reudnitzer Anlaufpunkt.

Engagiertes Team: Das Soziokulturelle Stadtteilzentrum Mühlstraße 14 um Leiterin Karin Hörning (zweite von hinten links) ist ein wichtiger Reudnitzer Anlaufpunkt.

Café Bubu: Zauberhafte Atmosphäre

Die Atmosphäre ist mit „zauberhaft“ noch dezent beschrieben: Sowohl Einrichtung als auch der herzliche Ton des Gastgeber-Teams machen das Café Bubu zum saugemütlichen Wohnzimmer. In Herbst und Winter lädt das original Vintage-Mobiliar aus dickgepolsterten Sofas oder Stühlen zum Wohlfühlen ein, in den warmen Jahreszeiten der idyllische Hinterhofgarten. Weitere Gründe für Besuche im Täubchenweg 88 sind das reichhaltige Kuchen-Angebot aus eigener Hand – neben der Vitrine steht auch Glutenfreies – sowie die selbstgemachten Tees oder Limonaden. Frühstücksfreudige werden beispielsweise mit Dinkel-Quinoa-Croissant beglückt sowie zahlreichen anderen vegetarischen und veganen Zubereitungen. Fleischhaltiges gibt‘s hier nicht, und es wird darauf geachtet, Verpackungen zu vermeiden. In den bisher sechs Jahren seines Bestehens hat sich das Bubu – geöffnet dienstags bis sonntags von 10-19 Uhr – treue Fans erarbeitet.

Zauberhaft Atmosphäre: das Café Bubu im Täubchenweg 88.

Zauberhaft Atmosphäre: das Café Bubu im Täubchenweg 88.

Globus Döner: Üppiges mit guter Würze

Zu den beliebtesten Kebap-Imbissen Leipzigs gehört „Globus Döner“. Mittlerweile hat Geschäftsführer Keywan Ebrahimi sieben Standorte über die Stadt verteilt – und Reudnitz ist mit gleich zwei Anlaufstellen gesegnet: im Kaufland an der Dresdner Straße sowie in der Oststraße 56. Wo auch immer man den Hunger beseitigen will, es gelingt dank sehr großzügiger Füllung der Fladenbrote, die so üppig ist, dass ohne Verwendung von Gabeln eine heillose Kleckerei droht. Die wäre auch deshalb schade, weil die Soßen ausgezeichnet gewürzt sind. Neben Fleisch vom Hühnchen oder vom Kalb stehen natürlich auch vegetarische und vegane Varianten auf der Karte. Weitere Sympathiepunkte verdient sich Ebrahimi durch eine wiederkehrende Charity-Aktion: Zu Heiligabend lädt die Filiale in der Oststraße bedürftige Menschen ein und verteilt kostenlos mit Fleisch und Gemüse gefüllte Brottaschen.

Sehr beliebt: im Globus Döner in der Oststraße 56 bedient Farhad den Drehspieß.

Sehr beliebt: im Globus Döner in der Oststraße 56 bedient Farhad den Drehspieß.

 

Beste Aussichten im Osterzgebirge

Wandertipp: Rund um Nassau über den Röthenhübel sind vor allem wegen der Aussichten in die weite Landschaft des Osterzgebirges lohnenswert.

Diese reichlich 13 Wanderkilometer sind vor allem wegen der Aussichten in die weite Landschaft des Osterzgebirges lohnenswert und daher für eher kühle, klare Tage geeignet. Wir starten am Bahnhaltepunkt Nassau der Muldentalbahn. Diese Station im Tal der Freiberger Mulde befindet sich abgelegen des östlich in einem Seitental liegenden Dorfes Nassau. Hier besteht gegebenenfalls auch eine Parkgelegenheit.

Wir wandern am ehemaligen Empfangsgebäude vorbei und folgen dem zunächst noch schmalen Waldweg entlang der Bahnstrecke bis zum Nachbarort Clausnitz. An der Dorfstraße treffen wir auf den „Gelben Strich“. Wir laufen links unter der Bahnbrücke hindurch bis zur Muldentalstraße und dort einige Meter nach rechts, bis der Wanderweg zum Talhang hin abzweigt.

Eines der längsten Waldhufendörfer Sachsens

Die markierte Route folgt letztlich dem asphaltierten Krügelsteinweg. Dieser Fahrweg schwingt sich hinauf auf die freien Hochflächen und erreicht den Querweg. Wir gehen rechts, nutzen damit weiter die befahrbare Strecke, die noch an Höhe gewinnt. In der Linkskurve wandern wir geradeaus auf dem Feldweg weiter und treffen in Kürze auf den Postweg. Hier folgen wir dem „Roten Strich“ links an einer Baumreihe vorbei und über den mit mehr als 680 Höhenmeter höchsten Punkt der heutigen Wanderung hinweg in Richtung Nassau. Die Aussicht von den waldfreien Höhen beeindruckt.

Der Aussichtspunkt Röthenhübel ist 670 Meter hoch gelegen und wartet mit einer ganz besonderen Bank zum Verweilen auf.

Der Aussichtspunkt Röthenhübel ist 670 Meter hoch gelegen und wartet mit einer ganz besonderen Bank zum Verweilen auf.

Nassau ist mit seinen etwa sechs Kilometern Ausdehnung zwischen Muldental und Kalkstraße eines der längsten Waldhufendörfer Sachsens. Wir erreichen die Dorfstraße und folgen vom Schwibbogen zunächst kurz dem „Grünen Strich“ zur nahen Kirche, die in der Regel für Gäste offen steht. Sie beherbergt die letzte von Gottfried Silbermann (1683–1753) fertiggestellte Orgel (1748). Diese wurde 1998 durch die Firma Jehmlich restauriert.

Rundsicht auf das Frauensteiner Land

Zurück auf der Route „Roter Strich“ verlassen wir den Ort vorbei an Rinderstallungen zum nahen Röthenhübel. Der 670 Meter hoch gelegene Aussichtspunkt mit Schutzhütte ist links vom Fahrweg gut erreichbar. In luftiger Höhe bietet sich eine nahezu komplette Rundsicht auf das Frauensteiner Land und den Kamm des östlichen Erzgebirges. Ein markanter Geländepunkt ist die Baude auf dem Schwartenberg bei Seiffen, der allerdings genau hier vom Buschwerk verdeckt bleibt. An der Rückseite der Schutzhütte wurde eine hohe Aussichtsbank errichtet, die den Ausblick bis hin zur Augustusburg unterstreicht.

Wir wandern weiter in den nahen Wald. Dort biegen wir links auf den Nassauer Weg ab und folgen nun dem „Grünen Strich“. Nach etwa 750 Metern bergab biegt die markierte Route scharf rechts ab! Es geht ein Stück hinauf und an der nächsten Kreuzung links. Der Weg führt auf einem leichten Zickzackkurs durch den Hangwald. Schließlich erreichen wir oberhalb des Nassauer Ortsteils Oelmühle die Straße nach Dittersbach. Diese wandern wir talwärts und dort rechts über die Muldentalstraße hinweg. Gleich hinter der Brücke geht es linker Hand bergan zum Bahnhaltepunkt.

 

Das ist sonst in und um Leipzig los

 
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