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Dölzig

Verletzter Nigerianer bei Leipzig: Flüchtlingsrat fordert Aufklärung

Die Asylbewerberunterkunft in Dölzig.

Die Asylbewerberunterkunft in Dölzig.

Dresden. Der Sächsische Flüchtlingsrat hat Aufklärung über die mutmaßliche Misshandlung eines Mannes aus Nigeria in der Erstaufnahmeeinrichtung in Dölzig bei Leipzig verlangt. Mehrere Mitarbeiter eines Sicherheitsdienstes hätten den Mann am 30. Mai festgehalten, eine Person habe wiederholt auf ihn eingeschlagen, sodass er ins Krankenhaus musste, teilte der Flüchtlingsrat am Mittwoch mit. „Dort wurde ein Augenhöhlenbruch und die Verletzung des Augapfels festgestellt.“ Das Geschehen habe sich an der Einlasskontrolle zugetragen. Zum Tatzeitpunkt sei ein Subunternehmen des eigentlichen Sicherheitsdienstes im Einsatz gewesen.

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Am Mittwoch wurden allerdings Zweifel an der Darstellung des verletzten Mannes laut. Wie eine Sprecherin der Polizeidirektion Leipzig der LVZ sagte, sei der Mann selbst an der gewalttätigen Auseinandersetzung beteiligt gewesen, die Rede ist von einer „wechselseitigen Körperverletzung“. Entsprechend laufe auch gegen ihn und einen Sicherheitsmann ein Ermittlungsverfahren.

Nach LVZ-Informationen geht die Polizei Hinweisen von Zeugen nach, die auf einen anderen Tathergang schließen lassen. Wie es unter Berufung auf die Aussagen hieß, könnte das mutmaßliche Opfer womöglich als erstes gewalttätig geworden sein. Zeugen hätten offenbar beobachtet, wie der Mann auf einen Sicherheitsangestellten losgegangen sei.

„Komplett ohne Grund zusammengeschlagen“

gegenüber dem Flüchtlingsrat äußerte sich der Nigerianer hingegen als Geschädigter. „Andere Personen der Security haben sich ein paar Tage später entschuldigt, aber was bringt mir das jetzt? Ich bin ein friedlicher Mensch und wurde komplett ohne Grund zusammengeschlagen“, sagte er demnach. „Was schwarze Menschen hier nach der Flucht durchmachen, kann niemand verstehen. Auch von anderen Geflüchteten werden wir diskriminiert. Dabei will ich nichts außer dieses Heim verlassen, auf sämtliche Hilfe des Staates verzichten und eine Arbeitsgenehmigung bekommen.“

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Dave Schmidtke, Sprecher des Sächsischen Flüchtlingsrates, erklärte: „Der Vorfall beweist, dass staatliche Aufgaben wie die Beherbergung von Asylsuchenden nicht einfach an private Sicherheitsbetriebe ausgelagert werden können.“

Von RND/dpa/flo

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