Tödliche Unfälle an Seen

Zwei Badetote zu Pfingsten – besonders Männer sind gefährdet

Polizisten stehen am Berzdorfer See bei Görlitz, wo ein 21 Jahre alter Mann beim Baden starb. Retter kämpften vergeblich um sein Leben.

Polizisten stehen am Berzdorfer See bei Görlitz, wo ein 21 Jahre alter Mann beim Baden starb. Retter kämpften vergeblich um sein Leben.

Görlitz/Zossen. Ein Bad im See hat zu Pfingsten zwei jungen Männern in Sachsen und Brandenburg das Leben gekostet. Im Berzdorfer See bei Görlitz und an einem Strandbad in Zossen kamen ein 22-Jähriger und ein 18-Jähriger ums Leben. Wie die Polizeidirektion Görlitz am Pfingstmontag mitteilte, wollte der 22-jährige Pole am Sonntagabend mit zwei Landsleuten im Alter von 18 und 21 Jahren zu einer etwa 70 Meter vom Strand entfernten Plattform im Berzdorfer See schwimmen. Auf dem Weg dorthin hätten zunächst den 21-Jährigen die Kräfte verlassen. Er sei von dem jüngeren Polen und weiteren Badegästen aber gerettet und zurück ans Ufer gebracht worden. Später kam er ins Krankenhaus.

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„Dort angelangt, stellte man plötzlich das Verschwinden des 22-jährigen Begleiters fest, welcher den Weg zur Plattform allein fortgesetzt hatte“, hieß es im Polizeibericht. Umfangreiche Suchmaßnahmen führten etwa anderthalb Stunden später zum Auffinden des Vermissten. Ein Taucher der DLRG barg den leblosen Mann. Ein Notarzt konnte nur den Tod feststellen. An der Suchaktion waren neben Polizisten aus Görlitz und Zittau auch Feuerwehrleute und ein Hubschrauber der Polizei beteiligt.

18-Jähriger stirbt nach Sprung in See

In einen See in Zossen (Landkreis Teltow-Fläming) starb am Sonntag ein 18-Jähriger. Der junge Mann sei am Sonntag von einer rund 30 Zentimeter hohen Plattform ins Wasser des Strandbads gesprungen und nicht mehr aufgetaucht, sagte ein Polizeisprecher in der Nacht zu Montag. Daraufhin hätten Taucher und ein Hubschrauber nach dem 18-Jährigen gesucht. Ein Taucher habe ihn schließlich leblos aus dem Wasser gezogen. Der junge Mann starb trotz Reanimationsversuchen noch am Unfallort. Die Todesursache war nach Angaben des Polizeisprechers zunächst unklar.

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Nach Einschätzung der DLRG stellt die Badesaison die Rettungsschwimmer in Sachsen erneut vor große Herausforderungen. Momentan seien etwa 800 bis 900 Rettungsschwimmer im Einsatz. Um Sicherheit zu gewährleisten, bräuchte es aber doppelt so viele, sagte der Geschäftsführer der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) in Sachsen, Sebastian Knabe. Auch die Wasserrettungsorganisationen im Leipziger Neuseenland haben immer größere Personalprobleme.

Wegen Corona konnte in den vergangenen zwei Jahren kaum Nachwuchs akquiriert werden. Hinzu komme, dass auch die Schwimmausbildung an den Schulen unter der Pandemie gelitten habe. „Die Situation der Schwimmausbildung ist prekär. Es könnte passieren, dass sich die jetzige Generation von Nichtschwimmern künftig in der Ertrinkungsstatistik widerspiegeln wird“, sagte Knabe.

Warum meist Männer bei Badeunglücken sterben

Im vergangenen Jahr sind in Sachsen 23 Menschen ertrunken, davon 11 in Seen und 8 in Flüssen. Bis auf eine Person handelt es sich bei den Ertrunkenen ausschließlich um Männer. Dies liegt laut DLRG vor allem daran, dass Männer oft ein höheres Risiko eingehen als Frauen. Badende sollten sich der Gefahren bewusst sein. Besonders bei Seen in ehemaligen Kies- und Braunkohletagebauen kann immer wieder Sand abrutschen und zu gefährlichen Situationen führen.

An 32 festen Standorten sorgt die DLRG in Sachsen für die Sicherheit der Badegäste, beispielsweise am Markleeberger See bei Leipzig, an der Blauen Lagune bei Görlitz oder am Olbersdorfer See bei Zittau. Zudem sei dauerhaft eine mobile Station im Einsatz, je nachdem wo die Gemeinden eine Gefährdungsstelle melden, erläuterte Knabe.

DLRG warnt vorm Baden in Flüssen

An den Flüssen hingegen sind keine Rettungsschwimmer im Einsatz. Daher warnt die DLRG ausdrücklich vor dem Baden in Fließgewässern, insbesondere weil dort die Strömung um ein Vielfaches höher ist. Zudem sollte auf übermäßigen Alkoholkonsum verzichtet werden, weil dieser zu verschlechterten Reaktionszeiten führt.

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Von LVZ/dpa

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