Auftritt in Tulsa: Haben Tiktok-Nutzer und K-Pop-Fans Trump die Show vermasselt?

Viele der 19.000 Plätze in der Arena in Tulsa blieben bei Donald Trumps Wahlkampfauftritt leer.

Viele der 19.000 Plätze in der Arena in Tulsa blieben bei Donald Trumps Wahlkampfauftritt leer.

Tulsa. Knapp fünf Monate vor der Wahl hat US-Präsident Donald Trump am Samstag erstmals seit Beginn der Corona-Pandemie seine großen Wahlkampfveranstaltungen wieder aufgenommen. Allerdings blieben in der Arena in Tulsa im US-Bundesstaat Oklahoma einige der rund 19.000 Plätze leer.

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Jugendliche reservieren Tickets unter falschen Namen

Am vergangenen Montag hatte Trump noch auf Twitter damit geprahlt, dass fast eine Million Ticketanfragen für die Veranstaltung eingegangen seien. Jetzt stellt sich heraus: Viele jugendliche Tiktok-Nutzer und Fans koreanischer Popmusikgruppen (K-Pop) hatten sich für den Wahlkampfauftritt registriert, hatten aber niemals vor zu kommen, berichtet die “New York Times”.

Am 11. Juni hatte Trumps Wahlkampfteam via Twitter bei Unterstützern des Präsidenten dafür geworben, sich kostenlose Tickets für die Kundgebung über ihre Smartphones zu sichern. Für die Tiktok-Nutzer und K-Pop-Fans eine willkommene Gelegenheit, um Trump eins auszuwischen.

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Zahlreiche Aufrufe in sozialen Netzwerken

In Videos, die von mehreren Millionen Nutzern angeschaut wurden, riefen sie dazu auf, sich für den Wahlkampfauftritt mit falschen Namen und Telefonnummern zu registrieren – und dann nicht zu erscheinen, wie der Nachrichtensender CNN am vergangenen Dienstag berichtete. Auch in sozialen Netzwerken wie Instagram und Snapchat fanden sich schließlich Aufrufe, für leere Plätze bei der Veranstaltung zu sorgen.

“Ich habe mich für die Trump Rally registriert. Leider kann ich nicht gehen, weil ich krank bin”, scherzte beispielsweise ein Teenager mit gekünsteltem Husten auf Tiktok. Wie viele andere Nutzer hat er sein Video in kurzer Zeit wieder gelöscht, um den Plan vor Trumps Wahlkampfteam zu verbergen.

Wahlkampfauftritt ursprünglich am Juneteenth geplant

Auch das Tiktok-Video der 51-jährigen Mary Jo Laupp sorgte für Aufsehen. “Ich empfehle allen von uns, die diesen Saal mit 19.000 Plätzen kaum gefüllt oder völlig leer sehen wollen, jetzt Karten zu reservieren und ihn dort allein auf der Bühne stehen zu lassen”, sagte sie verärgert.

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Auslöser des Videos war auch die Frustration einiger schwarzer Tiktok-User. Diese waren darüber erzürnt, dass die Wahlkampfveranstaltung am Juneteenth – also dem Gedenktag zur Erinnerung an die Befreiung der afroamerikanischen Bevölkerung der Vereinigten Staaten aus der Sklaverei – stattfinden sollte. Später wurde Trumps Auftritt dann auf den 20. Juni verschoben.

Dass viele Ränge bei der Kundgebung tatsächlich leer blieben, werten die Tiktok-Nutzer und K-Pop-Fans als großen Erfolg – und es stieß auch bei anderen Usern auf Zustimmung:

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K-Pop-Fans und Teenager zeigen sich politisch engagiert

Brad Parscale, der Vorsitzende von Trumps Wiederwahlkampagne, hatte wiederum eine andere Erklärung für die geringe Besucherzahl: Radikale Demonstranten hätten die Zugänge blockiert und so Unterstützer davon abgehalten, die Arena zu betreten, teilte er auf Twitter mit. Die “New York Timest schrieb hingegen, dass es nur wenige Proteste in Tulsa gegeben habe.

“Eigentlich seid ihr gerade von Teenagern auf Tiktok gerockt worden”, kommentierte die demokratische Kongressabgeordnete Alexandria Ocasio-Cortez den Tweet von Parscale.

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Hat Parscale selbst für die geringe Beteiligung gesorgt?

K-Pop-Fans und Teenager engagieren sich in den vergangenen Monaten zunehmend in der amerikanischen Politik. So posteten sie beispielsweise unter dem rassistischen Hashtag #WhiteLivesMatter Bilder von koreanischen Popbands und reichten mehrere Streiche ein, als Trumps Wahlkampfteam um Botschaften zum Geburtstag des Präsidenten bat.

Es gibt aber auch andere Stimmen, die bezweifeln, dass die geringe Besucherzahl bei Trumps Wahlkampfauftritt auf die Aktion der K-Pop-Fans und Tiktok-Nutzer zurückgeht. “Wenn überhaupt, dann wurde die Besucherzahl von Brad Parscale unterdrückt”, schreibt beispielsweise die amerikanische Schriftstellerin Parker Marie Molloy auf Twitter.

Sie geht davon aus, dass Trumps Wahlkampfteam ohnehin nicht mit einer Beteiligung von fast einer Million Unterstützern gerechnet hat. “Parscale twitterte die Zahlen immer wieder, weil er Trump-Anhänger für den Wahlkampfauftritt gewinnen wollte, auch wenn diese nicht vorhatten zu kommen. Seine (wahrscheinlich erfundenen) Tweets über Hunderttausende von Registrierungen könnten die Beteiligung gedrückt haben.”

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