Umweltschützende kritisieren Bitcoin-Kraftwerk in New York: „Maßnahmen gegen Schürfen von Kryptowährungen nötig“

Ein Mann hält eine nachgemachte Münze mit dem Bitcoin-Logo in den Händen.

New York. Das eigene Kraftwerk fürs Bitcoin-Geschäft – damit füttert Greenidge Generations aus New York seine stromfressenden Kryptowährungsrechner. Umweltschützerinnen und Umweltschützer schlagen Alarm.

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Denn das Unternehmen setzt auf fossile Energie. Es hat ein stillgelegtes Kohlekraftwerk nahe dem Lake Seneca, rund 400 Kilometer nordwestlich von New York, mit Erdgas wieder in Betrieb genommen. In der Anlage mit einer Kapazität von 106 Megawatt produziert es 44 Megawatt für seine 15.300 Computer-Server. Der Überlauf wird ins staatliche Netz eingespeist, doch allein mit dem für die Bitcoins abgezwackten Strom könnten Zigtausende Haushalte versorgt werden.

Umweltschützende: Solche Projekte gefährden die Klimaziele

Umweltverbände fürchten einen Präzedenzfall und warnen vor einer Welle von Nachahmerinnen und Nachahmern, die für ihren Gewinn selbst alte Kraftwerke neu nutzen und zusätzliches Treibhausgas in die Luft pusten. „So wie es unserem Klima derzeit geht, sind Maßnahmen gegen das Schürfen von Kryptowährungen nötig“, sagt Liz Moran von Earthjustice. Mit solchen Projekten würden nicht zuletzt auch die Klimaziele aufs Spiel gesetzt. Die Umweltschützerinnen und Umweltschützer fordern deshalb den Staat New York auf, die erforderlichen Genehmigungen nicht zu erneuern und ähnlichen Vorhaben einen Riegel vorzuschieben.

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Greenidge spricht hingegen von Erneuerung und neuem Schwung. „Über Jahrzehnte hinweg wurden dieser Region neue Industrien und Möglichkeiten versprochen“, heißt es in einer Erklärung des Unternehmens. „Wir setzen das um.“ Und das geschehe komplett innerhalb der hohen Umweltstandards des US-Staats. Aufgrund des Erwerbs von CO2-Zertifikaten sei der Betrieb der Anlage außerdem klimaneutral.

Ein Bitcoin lag zuletzt bei knapp 52.500 Euro

Greenidge begann mit der Energieproduktion in der Touristen- und Weinregion am Lake Seneca im Jahr 2017. Zunächst sei das Bitcoin-Schürfen gar nicht geplant gewesen, erklärt das Unternehmen. Das Mining der Kryptowährung startete aber dann im vergangenen Jahr richtig durch. Damit bringe es „ein Stück der digitalen Zukunft der Welt“ ins ländliche New York, betont Greenidge.

Wie viel Energie das Schürfen von Bitcoins frisst, darüber gehen die Schätzungen auseinander. Je komplexer aber die zugrundeliegenden Rechenaufgaben dabei werden, desto mehr Computerkraft braucht es dafür. In den drei Monaten bis Ende September schürfte Greenidge nach eigenen Angaben 729 Bitcoins. Der Wert der Kryptowährung ist im Fluss, am Sonntag lag ein Bitcoin bei knapp 52.500 Euro.

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Staat habe Bedenken - bislang jedoch keine Entscheidung gefallen

Allein im Staat New York könnten nach Einschätzung von Umweltschützerinnen und Umweltschützern etwa 30 Kraftwerke in Schürfwerke umgewandelt werden. Das dürfe nicht geschehen. Mit dem Appell, Greenidge nicht weiter grünes Licht zu geben, hat sich inzwischen ein breites Bündnis an Gouverneurin Kathy Hochul gewandt. Gefordert wird auch, ein laufendes Kraftwerk bei Buffalo nicht als Mining-Platz zu genehmigen.

Hochul solle als Beispiel für das ganze Land vorangehen. „Ich denke, dass dieses Kraftwerk vor allem ein wichtiger Test ist, ob das Klimagesetz des Staates überhaupt etwas wert ist“, sagt Jedith Enck, die ehemalige Leiterin der US-Umweltbehörde in der Region, über den Fall Greenidge. Die Entscheidung New Yorks ist noch nicht gefallen. Aus einem Tweet des Umweltbeauftragten Basil Seggos lassen sich jedoch klare Zweifel an der Genehmigung herauslesen: Der Staat New York habe durchaus Bedenken, was die Rolle von Bitcoin-Mining beim Ausstoß von Treibhausgasen angehe, schrieb er.

RND/AP

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