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Handy, Tablet oder Konsole: Schenken wir den Kindern Elektronik?

Ein Kind trägt Kopfhörer und schaut auf ein Tablet.

Ein Kind trägt Kopfhörer und schaut auf ein Tablet.

Der Begriff „Unterhaltungselektronik“ ist nicht besonders besinnlich. Und wenn Kinder zwischen den Jahren scheinbar teilnahmslos auf ihre Bildschirmgeräte glotzen, kann das für Eltern schwierig sein. Manche denken vielleicht: Soll das die schöne gemeinsame Zeit sein?

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In den Ärger kann sich schnell ein schlechtes Gewissen mischen. Auch viele Erwachsene hängen länger vor ihren digitalen Geräten, als sie denken. Die weltweit durchschnittliche tägliche Nutzungsdauer von Smartphones liegt laut Marktforschungsfirma data.ai bei über vier Stunden. Deutschland liegt noch etwas unter der Marke, bewegt sich aber deutlich darauf zu.

Das zeigt: Digitale Geräte gehören heute einfach dazu. Und: Einen kontrollierten Umgang lernen Kinder nicht durch Verzicht.

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Was ist also sinnvoll, und ab welchem Alter?

Handys – Dabeisein ist alles

Kinder wünschen sich ein Smartphone „meist schon im Grundschulalter“, erklärt Iren Schulz, Medienpädagogin und Mediencoach bei der Initiative „Schau Hin!“. Es geht um den Wunsch nach Teilhabe, um das Dabeisein im Klassenverbund, sobald andere eines besitzen. Empfohlen wird allerdings ein Startalter von 11 Jahren. Nur eine Minderheit von 21 Prozent der Kinder zwischen sechs und neun Jahren haben laut Branchenverband Bitkom bereits ein Smartphone. Ein Smartphone auch schon etwas früher zu kaufen, könne „durchaus legitim sein“, sagt Schulz. Nämlich dann, wenn die Kinder schon verantwortungsvoll damit umgehen, oder, wenn den Eltern wichtig ist, dass ihre Kinder sich immer bei ihnen melden können.

„Cybermobbing ersetzt das Schulhofmobbing nicht, sondern verlängert es noch“

Heutzutage werden Kinder und Jugendliche nicht nur auf dem Schulhof schikaniert, sondern erleben den Hass auch im Netz. Die Zahl der Cybermobbingfälle wird seit Jahren mehr. Experten geben Tipps, was dagegen hilft.

In der Altersgruppe von zehn bis zwölf Jahren haben stolze 86 Prozent der Kinder ein Smartphone. Auf der weiterführenden Schule wird das Handy zum Standard. Das Smartphone muss aber kein Topmodell sein – auch dann nicht, wenn alle anderen in der Klasse ein iPhone haben. Bei Kindern hat Apple einen Marktanteil von 20 Prozent. Android-Handys sind am weitesten verbreitet. Marktführer ist hier Samsung. Einstiegsmodelle sind für 150 Euro erhältlich.

Laptop – Wichtiges Schulgerät

Dass ein Laptop kein Luxus ist, sondern absolut notwendig für eine angemessene digitale Teilhabe, wissen Eltern spätestens seit dem Beginn der Corona-Pandemie. Und weil so ein Gerät vor allem daheim genutzt werde, lasse es sich besser erzieherisch begleiten, sagt Medienpädagogin Schulz. Allerdings rät sie auch hier zur Nutzung von Kinderprofilen, kindgerechten Programmen und kindgerechten Suchmaschinen.

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Ab der weiterführenden Schule wird ein fest nutzbarer Laptop wichtig, auch für Recherchen und Referate. Er muss aber nicht teuer sein. Einstiegsmodelle ab 300 Euro sind für das Recherchieren im Internet, Medienkonsum und die Arbeit mit Dokumenten vollkommen ausreichend. Welche Aufgaben der Laptop erfüllen soll und was Kindern wichtig ist, sollten Familien vorher gemeinsam klären. Günstig sind häufig Chromebooks. Sie punkten mit langer Akkulaufzeit und geringem Gewicht, sind aber weniger vielseitig als ein Laptop mit Windows-Betriebssystem.

Die Laptopleistung ist nur in bestimmten Bereichen wichtig. Es geht dabei nicht nur um Gaming. Mehr Rechen- und Grafikpower sind etwa nötig, um selber Videos zu schneiden oder 3D-Welten zu basteln.

Tablets – Ein möglicher Einstieg

Auf dem großen Touchscreen können kleine Kinder Vieles lernen, was sie nachher am Smartphone brauchen. Mit entsprechenden Schutzhüllen werden aktuelle Tablets auch an Vorschulkinder vermarktet. Daran ist nichts schlimm, solange die Geräte entsprechend eingerichtet sind und Kinder damit nicht allein gelassen werden. Eltern mit konkreten Wünschen an verfügbare Inhalte und Einstellungsmöglichkeiten müssen genau hinschauen. Einige Kindertablets treffen eine zwingende Vorauswahl oder greifen nicht auf die großen App-Stores zu. Je nach Leistung und Displaygröße können sich Modelle ab 100 Euro lohnen.

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So sparen Sie am besten für Ihre Kinder

Mit einem finanziellen Polster ins Erwachsenenleben starten. Das möchten viele Eltern ihren Kindern ermöglichen.

Technisch gesehen sind Tablets große Smartphones. Wenn Eltern nicht laufend neue Geräte kaufen wollen, können sie also auch erwägen, zuerst ein Smartphone ohne SIM-Karte für den Einsatz daheim anzuschaffen.

Spielekonsole – Besser als Handyspiele

Spielekonsolen können große Freude bereiten. Auf Switch, Playstation und Xbox kosten Spiele mehr Geld als auf dem Handy. Dafür gibt es hier auch tiefgründige Abenteuer ohne Werbung und ständige Kaufanreize. Ein familienfreundliches Image mit altersgerechten Spielen, dafür ist vor allem Nintendo bekannt. Für Kinder unter zwölf Jahren ist die Spieleauswahl auf Playstation und Xbox dagegen dürftig.

Für Familien finanzierbar sind am ehesten die Nintendo Switch und die Xbox Series S, ein Modell nur für Downloadspiele. Beide sind für unter 300 Euro zu haben. Aber das ist erst der Anfang. Zusätzliche Controller sind wichtig, damit auch gemeinsam gespielt werden kann. Und dann stehen für die Switch hochpreisige, aber von Fans und Fachpresse gefeierte Familienspiele zum Kauf. Die Xbox ist mit dem Spielepaket Xbox Game Pass für monatlich 10 Euro ein gut planbarer Kostenfaktor. Alle aktuellen Konsolen ermöglichen die Einrichtung von Familienprofilen mit Alters- und Zeitbeschränkungen.

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Tipps für Eltern: Kinder beim Gebrauch elektronischer Geräte begleiten

Die erste Spielekonsole oder das erste Tablet sind nicht nur für die Kinder ein aufregendes Geschenk. Auch für die Eltern ist der Umgang ihres Kindes damit neu. Iren Schulz, Medienpädagogin und Mediencoach bei der Initiative „Schau Hin!“, gibt im Interview Tipps, für das sichere Bedienen – damit alle lange Freude an den neuen Geräten haben.

Iren Schulz ist Medienpädagogin und Mediencoach bei der Initiative „Schau Hin!“.

Iren Schulz ist Medienpädagogin und Mediencoach bei der Initiative „Schau Hin!“.

Frau Schulz, wie lässt sich die Erfahrung mit einem neuen Gerät positiv gestalten?

Eltern sollten die ersten Schritte ihrer Kinder in der Medienwelt immer begleiten – mit zeitlichen Grenzen, inhaltlichen Einordnungen und Beschränkungen der Kommunikation im digitalen Raum. Dabei sollten sie die Wünsche der Kinder ernst nehmen. Sie sollten sich anschauen, was begeistert, und gemeinsam mit den Heranwachsenden entscheiden, was gut funktionieren kann, wo sich Ecken und Kanten auftun und was No-Gos sind. Nur so lernen die Kinder, online selbständig und kritisch zu entscheiden.

Können Familienprofile oder bestimmte Geräte online einen sicheren Raum schaffen?

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Absolute Sicherheit gibt es in Onlinewelten genauso wenig, wie in unserer realen Welt. Deshalb können wir als Eltern nur die besten Rahmenbedingungen schaffen, für eine weitestgehende Sicherheit und ein souveränes Handeln der Kinder. Dazu gehört auch, dass Kinder immer Bescheid sagen können, wenn ihnen bei Kontakten und Anwendungen im Internet etwas komisch vorkommt oder etwas schief gegangen ist.

Wie würden Warnzeichen aussehen, dass etwas bei den Kindern nicht stimmt?

Sozialer Rückzug, Leistungsabfall in der Schule oder auch körperliche Auswirkungen wie Bauchschmerzen können ein Anzeichen sein, dass Kinder etwas belastet, was einen Ursprung in der Onlinewelt hat.

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