e-Ladesäulen

Elektroauto-Test Tag 2: Laden an der Stromtankstelle in Leipzig

Stopp an der Stromtanke: Andreas Pankau lädt den Akku des e-Autos an einer öffentlichen Ladesäule.

Stopp an der Stromtanke: Andreas Pankau lädt den Akku des e-Autos an einer öffentlichen Ladesäule.

Leipzig. Andreas Pankau will den e-Golf das erste Mal aufladen und steuert dafür eine Ladestation der Leipziger Stadtwerke an. Die für ihn nächstgelegene ist die am Naturkundemuseum. Einer der beiden Ladeplätze ist frei, doch die Stromtankstelle ist begehrt. Schon kommt ein weiteres e-Auto angefahren, das warten muss. Das war knapp.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Damit Andreas Pankau nichts falsch macht, erklärt ihm Experte Christoph Friedrich den Ladevorgang. Der 34-Jährige ist Spezialist für Innovation und Elektromobilität bei der Leipziger Stadtholding und ein Fan der e-Mobilität. „Keine Umwege mehr zur Tankstelle fahren. Einfach in die Steckdose und los geht´s“, nennt er den Vorteil eines e-Autos. Andreas Pankau lacht. „Mit dem e-Auto fahre ich eher noch mehr Umwege, oder?“, sagt er und erwähnt die durchschnittliche Reichweite von 200 Kilometern. Die geplante Fahrt zu seiner Oma in Mecklenburg-Vorpommern will Pankau mit dem e-Golf zurücklegen. 330 Kilometer für eine Strecke, die Zahl der Ladestationen ist überschaubar, eine echte Herausforderung.

Christoph Friedrich ist Spezialist für Innovation und Elektromobilität bei der Leipziger Stadtholding und ein Freund der Elektromobilität

Christoph Friedrich ist Spezialist für Innovation und Elektromobilität bei der Leipziger Stadtholding und ein Freund der Elektromobilität.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Stromticket oder Ladekarte der Stadtwerke nutzen

Andreas Pankau kramt aus dem Kofferraum jetzt das Ladekabel heraus. „Den Stecker zuerst am Fahrzeug anbringen, dann am Ladepunkt“, erklärt Friedrich. Wer an den Stromtankstellen der Leipziger Stadtwerke laden will, kann sich zum Beispiel über eine Handy-App ein Stromticket besorgen oder eine Ladekarte beantragen. Diese Karte hat Christoph Friedrich gleich mitgebracht, sie wird an einer Mobilitätsstation der Stadtwerke an der Stromtankstelle gescannt und schon kann es losgehen.

Nun verbinden sich Auto und Stromsäule. Während des Vorgangs kann der Stecker nicht abgezogen werden. Erst wenn der Fahrer das Auto wieder entriegelt, lässt sich der Mechanismus lösen. Noch ist der Strom hier gratis. Will Andreas Pankau den e-Golf volltanken, dauert das – bei einer Leistung von elf Kilowatt – etwa drei Stunden, maximal vier Stunden darf er hier parken. Theoretisch könnte der 38-Jährige das Auto auch an seine heimische Steckdose anstöpseln. Mit einer Spannung von etwa 220 Volt dauert Volladen dort etwa acht Stunden, an einer Schnellladesäule kann der Akku dagegen innerhalb von 40 Minuten bis zu 80 Prozent aufgeladen werden. Doch die schnellen Stromtankstellen sind knapp in der Stadt.

Elektrofahrzeuge nicht mit normalen Autos vergleichbar

Experte Friedrich sagt: „Beim Thema e-Auto stehen wir am Anfang.“ Man könne die fossil betriebene Mobilität nicht mit der Elektromobilität vergleichen. Das Elektroauto eigne sich besonders für kurze Fahrten im Stadtgebiet. Für längere Strecken empfiehlt er zum Beispiel ein Teilauto.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige
An einer öffentlichen Ladesäule der Stadtwerke dauert das Volltanken des e-Golfs etwa drei Stunden

An einer öffentlichen Ladesäule der Stadtwerke dauert das Volltanken des e-Golfs etwa drei Stunden.

Dennoch wird die Nachfrage nach Stromtankstellen auch in Leipzig größer. „Wir verzeichnen einen überproportionalen Anstieg an Ladevorgängen“, sagt Friedrich. 160 Ladepunkte gibt es in der Stadt aktuell für etwa 200 e-Autos. „Von einer Vollauslastung der Stationen sind wir noch weit entfernt“, so Friedrich. Er schätzt, dass die aktuelle Zahl an Ladepunkten für die nächsten ein bis zwei Jahre ausreicht. Im Leipziger Musikviertel wurden erst kürzlich vier Laternen zu Ladestationen umfunktioniert.

Für den Stromnotfall aufs Betriebsgelände fahren

Andreas Pankau kann auf dem Display im Auto verfolgen, wie weit der Akku des e-Golfs geladen ist und installiert sich derweil die zugehörige App der Stadtwerke. „Sie zeigt mir leider nicht an, wo die Ladepunkte sind und auch nicht, ob sie frei sind“, kritisiert der Testfahrer. „Genau das wäre aber sinnvoll.“ Für den Strom-Notfall hat Christoph Friedrich noch einen Tipp parat: Wird dringend Saft benötigt, kann auf dem Betriebsgelände der Stadtwerke rund um die Uhr getankt werden, sieben Tage die Woche.

Von Gina Apitz

Mehr aus E-Mobility

 
 
 
 
 
Anzeige
Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Outbrain UK Ltd, der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen.

 

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unseren Datenschutzhinweisen.

Letzte Meldungen