Elektroflaggschiff des Konzerns

Ein weiterer Schritt in Richtung autonomes Fahren: Volvos neuer EX90 sichert das Fahrzeug vom Dach aus ab

Wie er aussehen wird, steht noch in den Sternen, doch die Studie Volvo Concept Recharge soll dem Vernehmen nach dem EX90 ähneln.

Wie er aussehen wird, steht noch in den Sternen, doch die Studie Volvo Concept Recharge soll dem Vernehmen nach dem EX90 ähneln.

„Sicherheit aus Schwedenstahl“: So wurde 1968 der Volvo 140 in Deutschland beworben. Vier Jahre später provozierte das Unternehmen aus Göteborg mit dem Bild einer barbusigen Frau und dem Druckstreifen eines Sicherheitsgurtes. Dazu der lapidare Text: „Sie lebt. In ein paar Tagen wird nicht einmal mehr der Druckstreifen an den Unfall erinnern“. 2022 braucht es für Sicherheit etwas mehr. Acht Kameras, fünf Radargeräte, 16 Ultraschallsensoren und ein hochmoderner Lidar-Sensor kommen im neuen elektrischen Flaggschiff EX90 zum Einsatz.

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Eine erste Besonderheit ist die Positionierung des Lidar-Sensors (Light Detection and Ranging = Lichterkennung und Bereichsanpassung, Red.). Lidar ist eine Technologie, die über Radar und Kamera hinausgeht. Sie bedarf keiner Lichtquelle und funktioniert deshalb auch nachts, bei schlechtem Wetter oder in Tunneln. Sie erkennt Fußgänger in bis zu 250 Metern Entfernung. Selbst kleine und schlecht sichtbare Objekte wie ein Reifen auf einer dunklen Straße werden in 120 Metern Entfernung erkannt.

So funktioniert der Lidar bei Nacht: Mittels eines Impulslasers lässt sich die Umgebung mit hoher Präzision und Genauigkeit messen.

So funktioniert der Lidar bei Nacht: Mittels eines Impulslasers lässt sich die Umgebung mit hoher Präzision und Genauigkeit messen.

Das Sicherheitsradar sitzt beim EX90 auf dem Dach. Joachim de Verdier, bei Volvo zuständig für die automatisierte Fahrzeugsicherheit, erklärt die Position im Gespräch mit dem RND. „Das war natürlich eine Debatte zwischen unseren Designern und den Ingenieuren, den Lidar aufs Dach zu verlegen, aber schließlich ging es ja darum, die ,Augen‘ des Autos von Kniehöhe auf Augenhöhe zu verlegen – und somit einen gänzlich anderen Blickwinkel zu erhalten.”

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Mehr Sicherheit durch Positionswechsel

Dieser neue „Blick“ vom Dach ermöglicht eine wesentlich bessere Abbildung der Frontumgebung als bisher. „Wir wollten die Performance dieser Technik verbessern und erweitern, und da hat die Position eine entscheidende Rolle gespielt“, so de Verdier. Auch im Innenraum des künftigen Volvo-Spitzenmodells sollen neue Sensoren für einen erweiterten Schutz der Insassen sorgen. „Wir setzen perspektivisch auf das autonome Fahren“, so de Verdier.

„Unser Plan ist, dieses Auto mit einer Hardware auszuliefern, die bereits reif für das autonome Fahren ist. Das heißt, alle Sensoren und die gesamte Technik sind bereits in der Lage, eines Tages ohne Fahrende und nur mit Supervisor zu fahren. Das ist auch der große Unterschied zu allen existierenden Systemen am Markt. Sie sind noch recht limitiert. Wir setzen alles daran, das Verhalten des Fahrers genau zu analysieren, um im Zweifelsfall eingreifen zu können.“

Die Systematik dahinter ist die Definition der Normabweichung. Dabei wird das Verhalten des Fahrenden permanent analysiert. Weichen die Parameter hinreichend weit von der Norm ab (Loslassen des Lenkrads, Schlangenlinien, Schwierigkeiten, die Spur zu halten, Sekundenschlaf), kann das Auto eingreifen und sich im größten Notfall – nach mehreren Warnroutinen – aus dem fließenden Verkehr nehmen, um den Wagen sicher abzustellen. Die Fahrt zum Straßenrand wird dabei vom Lidar-System gesteuert und überwacht. Diese Teilautonomie soll bereits zum Start des EX90 vorliegen.

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„Es ist uns bei der aktiven Sicherheit wichtig, Fahrverhalten und Zustand des Fahrers zu verstehen, unabhängig davon, ob der nun durch Alkohol, Stress oder Krankheit ausgelöst wurde. Wenn man diese Informationen mit der verbesserten Sensorik zur Erfassung der Umgebung verknüpft, ergibt das ein wesentlich leistungsfähigeres Fahrzeug aus Sicht der aktiven Sicherheit“, sagt de Verdier.

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