Newsletter „LVZ Familie“

Der Studienstart – ganz schön aufregend!

Liebe Eltern, liebe Großeltern, liebe Leserinnen und Leser,

fast auf den Tag genau 18 Jahre ist es her, dass ich nach Leipzig gezogen bin. Wie viele andere junge Menschen dieser Tage kam auch ich damals zum Studium in die Stadt. Das ist nun mein halbes Leben her – klingt dramatischer als es sich anfühlt.

Ein bisschen Wehmut schwingt bei mir aber tatsächlich mit, wenn ich die vielen Studienanfänger und -anfängerinnen dieser Tage sehe. Ich erinnere mich gern an meine Studienzeit und an den aufregenden Start in die Selbstständigkeit nach dem Auszug aus dem Elternhaus. Was war ich aufgeregt!

Warum entscheiden sich junge Menschen eigentlich für Leipzig als Studienort? Bei mir war es damals vor allem der Liebe wegen. Vanessa Gregor und Philip Fiedler haben sich unter den Erstis des Jahres 2022 umgehört und gefragt, aus welchen Gründen sie sich für die Pleißestadt entschieden haben. Hier lesen Sie die Ersti-Umfrage.

Bei der Suche nach oder anno 2004 vielmehr noch Auswahl der ersten eigenen Wohnung begleitete meine Mutter mich noch – vor allem, weil ich gar nicht wusste, worauf ich zu achten hatte. Damals war der Leerstand noch recht groß und die Mieten deutlich günstiger als heute. Zwar liegt Leipzig 2022 mit der durchschnittlichen Miete immer noch auf Platz 36 von 38 deutschen Hochschulstädten, aber allein die Miete für ein WG-Zimmer ist um 8,9 Prozent gestiegen, wie mein Kollege Mathias Wöbking recherchiert hat.

Als nordthüringische „Kleinstadtpflanze“ stellte mich nach dem Umzug schon das Straßenbahnnetz vor eine Herausforderung. ÖPNV gibt es in meinem Heimatort bis heute kaum, erst recht keine Straßenbahnen. Ich habe Monate gebraucht, um mich wirklich im Fahrplan zurechtzufinden. Zumal ich den damals noch in Papierform in der Hand hielt, nichts mit Fahrplan-App. In der anderen Hand hatte ich entweder einen Stadtplan oder das Büchlein vom Studentenwerk mit den wichtigsten Infos zum Studienstart und einem Lageplan der Universitätsgebäude. Wo muss ich jetzt noch mal hin zur nächsten Vorlesung?! Wie und wo lade ich meinen Studentenausweis für Mensa und Kopierfunktion auf?! Und wie funktionieren diese Kopierer überhaupt?! So viel Neues, so viel Unbekanntes! Wenn ich in die Gesichter der jetzigen Erstis schaue, hat sich zumindest an diesen Unsicherheiten bis heute nichts geändert. Ganz klar, man muss erst mal ankommen und die vielen neuen Dinge herausfinden und kennenlernen, mit denen man nun konfrontiert ist. Und seien wir ehrlich, wer direkt aus dem geschützten Raum des Elternhauses zum Studium auszieht, der darf auch erst mal verunsichert und nervös sein und mit großen, staunenden Augen in diese noch viel größer erscheinende „neue Welt“ schauen. Mein Kollege Paul Hildebrand hat als Hilfestellung hier einmal die wichtigsten Infos für den Studienstart an Uni und HTWK aufgeschrieben.

Zum Glück lernte ich recht schnell ein paar Kommilitonen kennen, mit denen ich mich anfreundete. Und auch daran hat sich bis heute nichts geändert: Da man schließlich nicht der einzige Ersti ist, steht man mit seinen Fragen nicht allein da, sondern lernt recht schnell andere Erstis kennen. Gerade die Fachschaftsräte helfen hier oft mit, indem sie in der Einführungswoche zum Beispiel Stadtführungen und Kneipentouren veranstalten. Und dann gibt es natürlich auch noch diverse Partys zum Semesterstart. Wann und wo man den Studienstart feiern kann, hat Fabienne Küchler hier zusammengetragen. Also, nichts wie auf ins Getümmel!

Denn auch das gehört zum Studium dazu: Neben all dem Lernen darf und sollte man auch mal ordentlich feiern und Spaß haben.

Liebe Erstis, wenn Sie dies lesen, weil Ihre Eltern oder Großeltern Ihnen diesen Newsletter vielleicht weitergeleitet haben: Das Studium ist eine aufregende Zeit, vielleicht die beste oder spannendste Ihres Lebens. Genießen Sie sie so gut es geht, selbst, wenn sie irgendwo mal scheitern. Sie werden wunderbare Freundschaften schließen, von denen einige ein ganzes Leben lang halten werden – auch, wenn sie schon längst nicht mehr im selben Ort leben. Ich wünsche Ihnen viel Erfolg und Spaß, und hoffe, dass Sie einmal ähnlich positiv-wehmütig auf diese Zeit zurückblicken, wie ich.

Herzlichst

Ihre Susanne Reinhardt

Redakteurin LVZ Familie

P.S.: Die LVZ bietet allen Studierenden zum Semesterstart ein besonderes Abo-Angebot: Lesen Sie zwei Monate LVZ+ gratis. Hier abonnieren!

Das alte Verwaltungsgebäude der Universität Leipzig aus den 1970er Jahren mit großem Marx-Relief und stilisierter, roter Kircheninstallation an der Fassade.

Kaum wiederzuerkennen: Als Susanne Reinhardt ihr Studium an der Universität Leipzig aufnahm, sahen die Uni-Gebäude am Augustusplatz noch ganz anders aus. (Hier ein Bild aus dem Herbst 2005 mit Protestplakat.)

 

Wochenend-Tipps

Brandheißer Workshop: Das Naturkundemuseum Leipzig lädt Kinder dazu ein, gemeinsam in die Steinzeit zu reisen und ein prasselndes Lagerfeuer zu entfachen. Zwei besondere Steine gegeneinanderschlagen, Funken fliegen lassen und schon brennt es. Was so einfach klingt, ist es manchmal nicht. Wildnispädagogin Elisa Buchterkirchen zeigt Kindern zwischen 5 und 12 Jahren, wie das Feuermachen wie in der Steinzeit genau funktioniert und welcher Zunder dabei nützlich ist. Dazu geht es am Samstag von 10 bis 12 Uhr vom Naturkundemuseum ins Rosental. Kosten: 5 Euro. Anmeldung erforderlich unter 0341 982210 oder per E-Mail an kasse.naturkundemuseum@leipzig.de.

Das Naturkundemuseum Leipzig lädt Kinder zu einem Workshop ein, bei dem sie lernen, Feuer zu entfachen wie in der Steinzeit.

Das Naturkundemuseum Leipzig lädt Kinder zu einem Workshop ein, bei dem sie lernen, Feuer zu entfachen wie in der Steinzeit.

  • Tüfteln und Programmieren stehen im Mittelpunkt der Code Week Leipzig, die Kindern vom 8. bis 23. Oktober die Chance gibt, in Workshops und Mitmachveranstaltungen hinter die Kulissen der digitalen Welt zu schauen und sich im kreativen Umgang mit Hard- und Software zu erproben. Die meisten Angebote sind kostenlos und in der Regel sind keine Vorkenntnisse nötig. Zum kompletten Programm geht es hier. Der Kick-off ist für Samstag in der Zeit von 10 bis 15 Uhr in der Stadtbibliothek Leipzig geplant.
  • Das Museum der bildenden Künste lädt Kinder ab 7 Jahren unter dem Titel „Gesicht zeigen?“ zu einem Workshop mit künstlerischer Praxis ein. Los geht‘s am Sonntag um 10.30 Uhr.

Vorschau

Was ist ein Podcast? Wie unterscheidet er sich von anderen Formaten und wie wird er produziert? In diesem kostenlosen Workshop der Nachrichtenwerkstatt – Anbieter interaktiver Workshops, Schulungen, Diskussionsrunden und Online-Sprechstunden zum Thema Medienkompetenz – lernen Teilnehmende ab 18 Jahren das A bis Z des Podcastings. Neben den theoretischen Basics werden praktische Tools vorgestellt. Auch die Produktion eines eigenen, kleinen Podcasts ist geplant. Wann? Samstag, 15. Oktober, von 10 bis 15 Uhr im Begegnungszentrum Markkleeberg. Um Anmeldung (bis nächsten Donnerstag) wird gebeten: telefonisch unter 03433 2707 77 oder via E-Mail an info@nachrichtenwerkstatt.com.

 

Buch-Tipp

Buchcover „Firekeeper's daughter“

Cover des Buches „Firekeeper's daughter“.

Angeline Boulley: Firekeeper‘s daughter: Dazugehört hat die 18-jährige Daunis Fontaine nie wirklich, weder in ihrer Heimatstadt noch in der nahe gelegenen Ojibwe-Reservation. Denn sie ist halb weiß, halb Native American. Daunis träumt von einem Neustart am College, wo sie Medizin studieren möchte. Doch als sie sich plötzlich um ihre Mutter kümmern muss, beschließt Daunis, die eigenen Pläne vorerst auf Eis zu legen. Der einzige Lichtblick ist Jamie, der neue, charmante Spieler im Eishockeyteam von ihrem Bruder Levi. Daunis genießt seine Aufmerksamkeit und hat sich gerade in ihrem Leben eingerichtet, als sie Zeugin eines Mordes wird. Damit nicht genug, wird sie vom FBI rekrutiert, um undercover zu ermitteln. Widerstrebend willigt Daunis ein und erfährt so Dinge, die ihre Welt auseinanderreißen.

Mit ihrem Debütroman „Firekeeper‘s daughter“ landete Angeline Boulley auf Anhieb auf Platz 1 der New-York-Times-Bestsellerliste. Sie selbst ist Mitglied der Ojibwe-Gemeinschaft, die laut Volkszählung in den Vereinigten Staaten eine der größten Stammespopulationen unter den indianischen Völkern misst. Ihr Buch ermöglicht authentische, faszinierende und eindrückliche Einblicke in das Leben, die Traditionen, aber auch die Probleme der Ojibwe. Es gilt als eines der meist besprochenen Young-Age-Bücher des Jahres. Ab 14 Jahre – aber auch für Erwachsene eine spannende Lektüre.

Von Patricia Liebling

 

Lese-Empfehlungen für Familien

 

Neues aus dem Familienleben

Computerraum. Jahrgang 13. Ich: „So Leute: ich geh kurz kopieren. Nicht essen, nicht trinken und keine Pornos streamen.“ Und niemand lacht. Diese Generation macht mich fertig!

Mhm_Marsen - @MarsenMhm, 29. September 2022

Zum Tweet von @MarsenMhm geht es hier.

„Wenn Du später mal mit einer Frau schläfst…“ Kind2: „Was? Wieso? Hat die kein eigenes Bett?“

Der Doppeldaumenmann - @doppeldaumen, 5. Oktober 2022

Hier geht es zum Tweet von @doppeldaumen.

Wann habt Ihr die Kindersicherungen aus den Steckdosen entfernt? Meine sind jetzt 18,16 und fast 14. Geht?

suse lichtenberger - @suselicht, 3. Oktober 2022

Zum Tweet von @suselicht geht es hier.

Kleinkind: „Ich habe soooo Hunger!“ Ich: „Willst du eine Banane?“ K: „Nein, das gibt mir keine Gemütlichkeit. Nur Schokolade gibt mir jetzt Gemütlichkeit.“ Okay, das klingt überzeugend.

Coldamber, muss die Diss fertig kriegen - @coldamber, 1. Oktober 2022

Zum Tweet von @coldamber geht es hier.

 

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