Newsletter „LVZ Familie“

Die Weihnachtsmannverschwörung und der wahre Wahnsinn

Liebe Eltern, liebe Großeltern, liebe Leserinnen und Leser,

na, haben Sie heute schon Ihren Nachwuchs angeschwindelt? War der Fernseher spontan kaputt? Ist der Vergnügungspark heute leider, leider geschlossen? Ist im Abendessen ganz sicher gar kein Gemüse? Oder kommt nach 24 Kalendertürchen etwa der Weihnachtsmann – also, der echte? Wer noch nie zur kleinen, pädagogischen Notlüge gegriffen hat, werfe die erste Christbaumkugel.

Zoomen wir raus und schauen uns den Weihnachtsmann mal von außen an. Da sitzt dieser bärtige ältere Herr im modisch fragwürdigen Flauschmantel am Nordpol und fliegt an einem einzigen Abend mit seinem rentierbetriebenen Schlitten einmal um den gesamten Globus um Geschenke an Kinder zu verteilen. Aber ho, ho, ho! Nur an die artigen Kinder! Das weiß er nämlich. Er hat auch jeden einzelnen Wunschzettel gelesen und für jedes Kind das passende Geschenk dabei.

Tauchen die ersten Fragen nach der Logik dahinter auf, geht der Spaß erst richtig los: Vorhang auf, die Eltern leisten Überzeugungsarbeit! Da wird täglich daran erinnert, dass der Weihnachtsmann alles sieht, Milch und Kekse werden als Snack hingestellt, Wunschzettel werden verfasst und an den Nordpol verschickt – dabei hilft Ihnen übrigens die LVZ Post mit dem Weihnachtspostamt auf dem Leipziger Weihnachtsmarkt.

Erwachsene Männer kleben sich Watte ins Gesicht und ächzen mit großer Geste ihre Säcke ins weihnachtliche Wohnzimmer, wo sie polternd um Gedichtvorträge bitten. Mal ehrlich – das ist schon sehr nah am Wahnsinn, oder?

Kein Wunder, dass die Kinder uns irgendwann auf die Schliche kommen. Und dann wird es Zeit, die Wahrheit zu sagen. Die britischen Psychologen Christopher Boyle und Kathy McKay warnen in ihrem Buch „A Wonderful Lie“ davor, dass Kinder durch den Weihnachtsmann-Schwindel einen traumatisierenden Vertrauensverlust erleben können.

Der Gedankengang dabei: Wie sind denn meine Eltern drauf, dass sie mich so lange und so überzeugend belügen? In welchen Situationen lügen sie sonst noch? Meine Eltern, die Verschwörer. Enttäuschend, enttäuschend. Traumatisiert fühle ich mich davon allerdings nicht.

Nachdem ich als Fünfjährige meinen Onkel durch Anheben seines Wattebarts als „gar nicht der Weihnachtsmann“ enttarnt und damit das Lügenkonstrukt erkannt hatte, bin ich ganz freiwillig wieder zurück in die größte Verschwörungstheorie von allen gegangen.

So schön sind die Weihnachtsfilme mit Santa und seinen Helfern, so sehr hängt man als Kind an Traditionen. Ich habe die ganze Rauschebart-Geschenkesack-Nummer zwar nicht mehr geglaubt, aber ich wollte noch ein bisschen daran glauben.

Das mache ich – und sicher auch einige von Ihnen – heute noch so. Wenn ein Drache King‘s Landing abfackelt, ein haarig Befußter den Ring der Macht ins Magma pfeffert oder ein kleiner Junge in eine Bahnhofsmauer rennt, um den Zug zur Zauberschule zu erwischen, dann finde ich das mit voller Absicht ganz normal. Und schön. Mit ein bisschen Fantasie und Fiktion fühlt sich die raue Realität einfach besser an.

Vielleicht ist das die wichtigste Erkenntnis aus dem Zusammenbruch der Weihnachtsmannlüge: Hier ist alles eine einzige Grauzone. Es gibt Lügen, die nicht so schlimm sind. Es gibt Wahrheiten, die wehtun. Manchmal lügen Menschen mich an, weil sie mich lieben. Manchmal sagen sie mir unangenehme Wahrheiten aus demselben Grund. Und das ist okay so.

Weihnachtsmann, Christkind, Oma und Opa – es ist doch egal, wer die Geschenke bringt. Hauptsache Geschenke. Aber damit begeben wir uns schon auf das nächste dünne Eis der Doppelmoral und eins am Tag reicht. Freuen wir uns also gern mit bestem Gewissen auf den Weihnachtsmann, die Heimlichkeit in der Weihnachtszeit, auf leuchtende Kerzen und Kinderaugen im Advent.

Herzliche Grüße

Ihre Juliane Groh

Redakteurin

Ein kleiner Junge, der als Weihnachtself verkleidet ist, flüstert einem Mann im Weihnachtsmannkostüm etwas ins Ohr.

Was der kleine Elf dem Weihnachtsmann wohl ins Ohr flüstert? Unser Tipp: „Dich gibt es doch gar nicht!“

 

Wochenend-Tipps

Ein Sonntagsspaziergang im Auwald zum Nikolaus: Am Sonntag findet rund um die Auwaldstation Lützschena die 34. Auflage der Nikolauswanderung des Verein Leipziger Wanderer statt. Alle Kinder, Eltern, Omas und Opas sind herzlich eingeladen, ab 11 Uhr durch den Schlosspark Lützschena eine Strecke über 2 Kilometer zu spazieren. Während der Wanderung über markierte Wege gibt es viele Überraschungen zu erleben. Natürlich begegnen die kleinen und großen Wanderer und Wandererinnen auch dem Nikolaus, der kleine Geschenke bereithält. Das Startgeld beträgt 2 Euro pro Kind, Begleitperson sind frei. In der Auwaldstation wird für ein kleines Entgelt Kinderpunsch und Glühwein angeboten. Wer die Umwelt schonen möchte, bringt eigene Trinkgefäße mit. Parkmöglichkeiten stehen an der Kreuzung Hallesche Straße / Zur alten Brauerei bereit. Es wird um telefonische Anmeldung gebeten unter: 0171 8315924.

Eine kleine Figur eines Weihnachtswichtels steht in Kunstschnee. Neben ihm steht ein kleiner Schlitten mit einem Päckchen darauf.
  • Am Freitag schaut der Weihnachtsmann beim Weihnachtspostamt der LVZ Post auf dem Weihnachtsmarkt vorbei. Ab 16.45 Uhr nimmt er persönlich die Wunschzettel mit den Weihnachtswünschen entgegen. Die Wunschzettel mit dem passenden Umschlag liegen im Weihnachtspostamt bereit. Wer den Weihnachtsmann verpasst, kann seinen Wunschzettel auch vom Weihnachtspostamt mit einer Pittiplatsch-Briefmarke direkt nach Himmelpfort senden. Der Weihnachtsmann antwortet gern auf jeden Brief.
  • Für Kulturhungrige: Chöre aus Sachsen im Gewandhaus: Am Samstag findet nach zwei Jahren pandemiebedingter Pause das 26. Gewandhaussingen sächsischer Chöre statt. Seit 1996 lädt der Sächsische Chorverband seine Mitgliedschöre und befreundete Chöre aus den angrenzenden Bundesländern ein. In der Art eines Wandelkonzertes wird ab 12.30 Uhr in den Foyers des Konzerthauses gesungen. Zudem lädt eine Jury alljährlich ausgewählte Chöre ein, sich mit einem Einzelauftritt im Festkonzert im Großen Saal des Gewandhauses (ab 14 Uhr) zu präsentieren. Traditionell singen alle Mitwirkenden zum Abschluss des Festkonzertes gemeinsam mit dem Publikum ein Adventslied zur Einstimmung auf das bevorstehende Weihnachtsfest. Karten zu 15, 12 oder 10 Euro sind an der Gewandhauskasse oder beim Musikhaus Oelsner erhältlich.
  • Adventsmusik in der Musikschule: In diesem Jahr lädt die städtische Musikschule „Johann Sebastian Bach“ wieder zur Adventsmusik in den Innenhof der Musikschule (Petersstraße 43) ein. Seit Mittwoch und noch bis 21. Dezember, immer montags bis freitags, jeweils um 17 Uhr, musizieren Ensembles sowie Schüler und Schülerinnen der Musikschule bei vorweihnachtlicher Stimmung mit Glühwein und Plätzchen. Am Freitag spielt die Petite Bande, unter Leitung von Norbert Kaschel. Der Eintritt ist frei.
 

„Ein Licht im Advent“ - Spendenaktion der LVZ

„Ein Licht im Advent

„Ein Licht im Advent

Seit dem ersten Adventswochenende hat wieder unsere LVZ-Spendenaktion begonnen. „Ein Licht im Advent“ bittet diesmal um Unterstützung für die Tafeln in Leipzig und der Region. Die Tafel unterstützt Menschen in sozialer Not vor allem mit Lebensmittelspenden. Doch infolge der Corona-Pandemie und des Ukraine-Kriegs wachsen die Schlangen an den Ausgabestellen rasant. Zugleich schwindet das Angebot an Lebensmittelspenden, die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben zudem mit den Folgen der Inflation und Energiekrise zu kämpfen. Die angespannte Lage der Tafel haben wir unter anderem in dieser Reportage thematisiert.

Die LVZ begleitet in den nächsten Wochen die Arbeit der Tafeln, stellt Helferinnen und Helfer vor und beleuchtet die aktuellen Probleme. Zugleich bitten wir Sie, liebe Leserinnen und Leser, um Ihre Unterstützung: Wie Sie spenden können und wie Ihre Spende an die richtige Stelle kommt, erfahren Sie hier. Wir danken bereits jetzt für ihre Mithilfe!

Alle Berichte von den Tafeln in Leipzig und der Region sowie Neuigkeiten rund um die Spendenaktion finden Sie hier.

Und im Podcast „LVZ Unsere Story“ sprach Chefredakteurin Hannah Suppa mit Tafel-Chef Werner Wehmer über die Herausforderungen des Hilfsprojekts.

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Buch-Vorstellung

Kinder lieben die Magie der Vorweihnachtszeit. Es leuchtet überall, Plätzchen werden gebacken, Bastelstube und Adventskalender geöffnet. Mit „The Elf on the Shelf“ können Eltern ihren Sprösslingen weitere magische Momente bescheren. Der kleine, freundliche Elf zieht Ende November, Anfang Dezember bei den Familien ein. Er begleitet die Kinder in ihrem Alltag, hört sich ihre Wünsche, aber auch Sorgen und Nöte an. In der Nacht reist er zum Weihnachtsmann an den Nordpol und erstattet Bericht, kehrt dann zurück, um am nächsten Morgen an einem neuen Ort im Haus auf die neugierigen Kinder zu warten. Für sie verspricht die allmorgendliche Elfensuche ein großer Spaß zu werden, während Eltern beim Verstecken besonders kreativ sein dürfen. Wichtig, damit das Ganze auch „funktioniert“, Kinder müssen dem Elf einen Namen geben, dürfen ihn aber nicht berühren. Sonst geht der Zauber verloren. „Elf on the Shelf“, der als Mädchen oder Junge erhältlich ist und mit einem liebevoll illustrierten Buch daherkommt, stammt aus der Feder des amerikanischen Mutter-Tochter-Gespannes Carol V. Aebersold und Chanda A. Bell, die hier ihre eigene Weihnachtstradition verarbeiten. Sie basiert auf der Frage „Woher weiß der Weihnachtsmann eigentlich, wer artig oder unartig war und damit Geschenke oder eben keine bekommt?“. Heute, gut 17 Jahre nach Erstveröffentlichung des Werkes, wirkt die Geschichte eventuell etwas aus der Zeit gefallen. So fühlen sich manche Eltern vielleicht unwohl damit, die Manieren ihrer Kinder auf diese Weise zu beeinflussen. Fest steht jedoch: „The Elf on the Shelf“ kann ein wunderbarer Begleiter in der magischen Vorweihnachtszeit werden. Eine Weihnachtstradition, die sich jede Familie auf ihre ganz persönliche Art zu eigen machen kann. Der Elf eignet sich für Kinder ab 3 Jahren.

Von Uta Zangemeister

 

Lese-Empfehlungen für Familien

 

Neues aus dem Familienleben bei Twitter

Kommt Kinder, wir malen etwas weihnachtliches an die Fenster. Einen Tannenbaum, Sterne... Fällt dir noch etwas ein? K1: Hasen! Eier, Schmetterlinge! Naaa... vielleicht nehme ich erstmal die aktuelle Fensterdeko ab.

Die_U - @U_Muench, 1. Dezember 2022

Hier geht`s zum Tweet von @U_Muench.

K3 ist jetzt auch in der Flöten AG der Grundschule. Ich finde es super, dass er so engagiert das a übt - auch wenn das schon morgens um 5.30 Uhr ist. 🙈 *Gesendet mit der Überlegung, ob nicht doch ein Schlagzeug die bessere Alternative wäre

Frau K. aus P. - @randalerabbit, 23. November 2022

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K1 (9): Wer ist das, Mama?! Ich: Bastian Schweinsteiger. K1: Was?! Wie alt ist der bitte?! Ich: 38. Ungefähr so alt wie ich. K2 (7): Boah! Dann kann der echt nicht mehr spielen. Sie geben SO VIEL ZURÜCK!

Dr. Influenza - @DrInfluenza, 23. November 2022

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