Newsletter „LVZ Familie“

Minecraft - viel diskutiert, pädagogisch wertvoll, die pure Freude

Liebe Eltern, liebe Großeltern, liebe Leserinnen und Leser,

ich habe es getan! Lange habe ich mich gewehrt, alles Betteln meiner beiden Jungs (12 und 8 Jahre) abgewiegelt, aber am Ende hat die innere Neugier und Faszination doch gewonnen: Ich habe mich in das Computerspiel Minecraft gewagt!

Seit zwei Wochen haben meine Kids je einen Zugang zu dem viel diskutierten Spiel. Und seitdem ist Minecraft DAS Thema bei uns. Die Bildschirmzeiten sind natürlich eingeschränkt, der Spaß dagegen nicht. Und was das Schönste daran ist: Wir haben einen gemeinsamen virtuellen Raum in der Familie geschaffen, der verbindet. Gestern bin ich erstmalig dazugestoßen, habe mich mit meinem Jüngsten in dessen Kreativ-Welt getroffen. Die pure Freude! Wir brauchten zwar Ewigkeiten, uns gegenseitig zu finden – aber dann bauten wir zusammen abstrakte Strukturen, angelten nach Fischen, bewarfen uns mit Schneebällen, erkundeten Höhlen und tauchten auf den Meeresgrund. Er an seinem Tablet, ich am PC. Seite an Seite – digital und in der realen Welt.

Minecraft ist ein besonderes Spiel. Die Optik: grobe Pixel. Das Spielprinzip: sehr einfach und doch komplex, je nachdem, was Spielerin oder Spieler machen wollen – einfach nur die offenen Welten erkunden und im Kreativ-Modus von gefährlichen Kreaturen unbehelligt vor sich hinbauen oder im Überlebensmodus auf hoher Schwierigkeitsstufe die erste Nacht überleben. Dann wird es anspruchsvoll.

Mir macht es jedenfalls Spaß, meine Jungs bei der einen oder anderen Schwierigkeit mit einer kurzen Google-Recherche zu unterstützen. Denn ein Tutorial oder eine Einführung in Minecraft selbst existiert nicht. Wissen müssen sich die Kinder und Jugendlichen selbst aneignen (oder eben auch ich).

Einen schönen Moment hatte ich, als mein Großer das erste Mal von einem Klassenkameraden in dessen Minecraft-Welt eingeladen wurde. Hoch über den Wolken hatte der eine Science-Fiction-mäßige Stadt gebaut, flog mithilfe von Flügeln (sogenannte Elytren) und Raketen von Plattform zu Plattform und erklärte meinem Sohn geduldig, wohin er gehen und was er machen soll. „Nimm die Flügel – hier hast Du sie – und eine Rakete in die Hand – hier hast Du eine – und dann mit Doppel-Springen einfach los!“ Gesagt, getan – mein Sohn stürzte ab. „Du musst die Elytren schon ausklappen.“ Ich habe herzlich gelacht.

Pädagogisch gilt Minecraft als ziemlich wertvoll. „Sobald die Grundmechanik des Auf- und Abbaus der Blöcke verstanden wurde, entfaltet sich auch für jüngere Kinder das Spaß- und Lernpotenzial,“ heißt es dazu auf der Website „Schau hin!“, die sich dem Ziel verschrieben hat, Eltern in Sachen Medienkompetenz und Begleitung der eigenen Kinder in der digitalen Welt weiterzubilden. Das Potenzial von Minecraft sei so groß, „weil quasi eine Riesenkiste Lego zur Verfügung steht, mit der man nach Herzenslust bauen kann. Je nach Antrieb kann dies kreatives Denken, Entwickeln von Lösungsstrategien, Organisation und Planung sowie auch Frustrationstoleranz fördern.“

Es gibt mittlerweile sogar Versionen für den Unterricht (Minecraft Education Edition), die speziell für den Einsatz an Schulen und Bildungseinrichtungen entwickelt wurden, und Initiativen, Minecraft in der Schulbildung zu nutzen. Denn mit dem Spiel können verschiedene Fähigkeiten vermittelt werden, das Thema Programmieren ist nur eins unter vielen.

Am Ende ist und bleibt es jedoch ein Computerspiel, das Kinder vor den Bildschirm holt, und das sollte meines Erachtens immer kritisch begleitet und begrenzt werden. Schon fangen nämlich meine Jungs an, Nischen und Lücken im familiären Regelwerk auszuloten. Bei aller Begeisterung meinerseits brauchen die jungen User dann weniger einen kumpelhaften Spielkameraden – sondern Eltern. Challenge accepted!

Herzlichst

Ihr Thomas Bothe

Redakteur

In dem Spiel Minecraft lassen sich eigene Welten erschaffen.

In dem Spiel Minecraft lassen sich eigene Welten erschaffen.

 

Wochenend-Tipps

Marius Felix Lange erzählt in seiner KinderoperSchneewittchen“ die bekannte Geschichte um Neid und Schönheits­wahn auf eine frische, zeitgemäße Art. Er greift dabei auf humorvolle Weise aktuelle ­Themen auf, die er in eine kindgerechte Musik verpackt. Dass die Oper trotz aller Eingängigkeit mit reichlich Raffinesse und Anspruch aufwartet, dürfte auch die ­Ohren Erwachsener ­erfreuen. Ein kurzweiliges Opern­erlebnis für die ganze Familie! Die circa zweistündige Kinderoper richtet sich an Kinder ab 6 Jahren und ist am Sonntag um 15 Uhr in der Oper Leipzig zu erleben.

Schneewittchen und die sieben Zwerge bestimmen am Sonntagnachmittag das Geschehen auf der Bühne der Oper Leipzig.

Schneewittchen und die sieben Zwerge bestimmen am Sonntagnachmittag das Geschehen auf der Bühne der Oper Leipzig.

  • Lesezeit in Leipzigs Bibliotheken: Die Geschichte „Piratenkinder“ wird am Freitag ab 16.30 Uhr in der Bibliothek Paunsdorf vorgelesen. Geeignet für Kinder ab 8 Jahren. Anmeldung per E-Mail an bibliothek.paunsdorf@leipzig.de oder unter 0341 123-5210. „Frühling weckt Gefühle“ heißt es zur gleichen Zeit am Freitag in der Bibliothek Südvorstadt. Die Vorlesepaten und -patinnen vom Verein LeseLust Leipzig lesen Kindern ab 4 Jahren Frühlingsgeschichten vor. Anmeldung: bibliothek.suedvorstadt@leipzig.de. Kinder ab 3 Jahren können am Samstag in der Stadtbibliothek der Geschichte „Der Bär, den keiner mochte“ lauschen.
  • Das Theaterstück „Die Räuber“ nach Friedrich Schiller steht am Wochenende auf dem Spielplan vom Theater der Jungen Welt. Das Stück richtet sich an Jugendliche ab 14 Jahren. Zu sehen ist es am Samstag um 19.30 Uhr.
  • Das Puppentheater „tron- ton- ton“ spielt am Sonntag im Dachtheater des Haus Steinstraße das Stück „Unter dem Osterregenbogen“ für Kinder von 3 bis 6 Jahren. Beginn: 16 Uhr. Zu den Tickets geht‘s hier.
 

Was geht bei euch?!

Phänomene und Interessen der Kids und Teens, für Erwachsene erklärt

Haben Sie in letzter Zeit vermehrt Teenagerinnen oder junge Frauen im Supermarkt mit Blumen an der Kasse stehen sehen – vielleicht ihre Tochter oder Enkelin? Das hängt womöglich mit dem Lied „Flowers“ von Miley Cyrus zusammen. Darin verarbeitet sie die Trennung von ihrem Ex-Ehemann und singt selbstbewusst: „I can buy myself Flowers“. Soll bedeuten: Sie braucht keinen Mann und kann sich selbst mit Blumen beschenken. Sowohl die Botschaft der Emanzipation als auch das Lied selbst sind seit der Veröffentlichung im Januar bei TikTok viral gegangen. Junge Frauen auf der ganzen Welt identifizieren sich mit Miley Cyrus‘ Liedtext, filmen sich beim Kaufen oder Arrangieren von Blumensträußen und posten die Videos auf der Social-Media-Plattform. Dieses Beispiel zeigt gut, dass der Erfolg eines Künstlers oder einer Künstlerin nicht nur an den Streams und Downloads gemessen werden kann, sondern auch daran, ob sie neue TikTok-Trends schaffen.

Von Pauline Szyltowski

 

Leipziger Buchmesse: Angebot für Jung und Alt [Anzeige]

Ein kleines Mädchen und eine ältere Frau sitzen auf einer Bank vor einem Bücherregal und sehen sich gemeinsam ein Buch an.

(Vor-) Lesen macht Spaß und verbindet Generationen.

Lesen ist ein grenzenloses Abenteuer der Kindheit. Zu diesem Abenteuer lädt die Leipziger Buchmesse vom 27. bis 30. April 2023 Kinder, Jugendliche und ihre Familien ein. In mehr als 250 Lesungen entdecken junge Leserinnen und Leser die aktuellen Werke, treffen ihre Lieblingshelden und können sich mit Autoren und Autorinnen zu ihrer Arbeit austauschen. Sie lernen neue literarische Helden kennen und genießen mitreißende Konzerte. Zahlreiche Aktionen laden zum Mitmachen ein. Hier klicken und mehr erfahren!

 

Buch-Tipp

Wilde Radtour mit Velociraptorin von Nils Mohl (Autor) und Halina Kirschner (Illustrationen): Moment mal ― Velociraptoren? Das waren doch sehr schnelle Dinos, oder? Der Erzähler, ein Schriftsteller mit großer Fahrradleidenschaft, staunt nicht schlecht, als plötzlich so ein gefiedertes Urzeitreptil vor ihm steht. Die schlagfertige und neugierige Velociraptorin will nämlich noch schneller werden: Sie möchte von ihm das Radfahren lernen. Und so beginnen die beiden eine Reise in 26 Kapiteln, von A wie „Aufpumpen“ über I wie „Insekten“ und U wie „Umkehren“ bis Z wie „Ziel“, und lernen ganz nebenbei die wichtigsten Begriffe, Regeln und Tipps rund ums Fahrradfahren. Beispiele gefällig? Bonanzarad und Bremsen, Dynamo, Kette und Klapprad, Nabenschaltung, Radlergruß und Tandem, Windschatten, Zoll und noch viel mehr werden hier in kurzen und knappen Infotexten erklärt. Schließlich fühlt sich die Ciraptorin so gut vorbereitet, dass sie sogar bei einem großen Radrennen antreten kann. Ein Buch für alle Fahranfänger und -anfängerinnen ab 4 Jahren. Humorvoll geschrieben von Jugendliteraturpreisträger Nils Mohl; durchweg in grün, schwarz und pink illustriert von Halina Kirschner.

Von Patricia Liebling

 

Familie

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Lese-Empfehlungen für Familien

 

Neues aus dem Familienleben bei Twitter

In der Kita flüstert mir heute ein Kind zu: “Weißt du, meine Mama macht auch Kaka!“ Ich: „Ich verrate dir was: Ich mache auch Kaka!“ Den Blick hättet ihr sehen müssen.

mare - @mareWieMeer, 23. März 2023

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„Papa, kannst du noch das Frühlingsgedicht mit mir lernen?“ „Welches Gedicht?“ „Das brauche ich morgen in der Schule.“ „Was?! Zeig mal.“ „Nee. Das hab ich in der Schule vergessen. Aber wir können es doch googeln. War irgendwas mit Blumen“

Nicht mal Dave - @guycalleddad, 26. März 2023

Hier geht‘s zum Tweet von @guycalleddad.

Wenn K2 TV gucken will, guckt sie den Räuber-Hotzenplotz-Film. Seit ca. 2 Monaten täglich. K1 nervt es total. Morgen geht K1 mit der Schule ins Kino. Film ist ne Überraschung.Gerade habe ich erfahren, welchen Film sie gucken werden. Und jetzt kann ich nicht aufhören zu lachen.

Gusti The Cat - @GustiTheCat, 22. März 2023

Hier geht‘s zum Tweet von @GustiTheCat.

Dass das Kind es geschafft hat, auf dem Tablet innerhalb einer Woche via Outlook heimlich 10 Stunden auf Youtube zuzubringen und somit alle von mir eingerichteten Sperren zu umgehen, macht mich ja schon ein bisschen stolz. Ratlos, aber stolz!

papajahre 🇺🇦 - stop this war! - @papajahre, 26. März 2023

Hier geht‘s zum Tweet von @papajahre.

 

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Redaktion: Patricia Liebling, Susanne Reinhardt, Thomas Bothe, Pauline Szyltowski

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