Newsletter „LVZ Familie“

Tausche Kurvendiskussion gegen Orientierung im Dschungel der Versicherungen

Liebe Eltern, liebe Großeltern, liebe Leserinnen und Leser,

es ist mal wieder Zeit über das Thema „Schule“ zu sprechen. Der Sächsische Kultusminister Christian Piwarz hat die Überarbeitung des Schulstoffes angekündigt. Das Motto „Nicht für die Schule, sondern für das Leben lernen wir“ soll mehr Gewicht bekommen.

Ich persönlich kann das nur begrüßen. Rückblickend hätte auch ich mir in meiner Schulzeit etwas mehr Lebens-Unterricht gewünscht. Statt der x-ten Kurvendiskussion, die ich weder in meinem Studenten- noch in meinem Arbeitsleben je wieder benötigt habe, wären der richtige Umgang mit Geld oder die Fallstricke bei der Auswahl der richtigen Versicherung sicher nicht die schlechtere Wahl gewesen. Hilfreicher als die Interpretation des fünften Kafka-Textes wäre wohl das richtige Ausfüllen von Anträgen gewesen. Dass dieser Einblick in die Erwachsenenwelt bereits in der Schule gut gewesen wäre, habe ich natürlich erst nach der Schulzeit gemerkt. Das war Ende der 1990er-Jahre.

Und das Leben ist in den vergangenen Jahren deutlich schnelllebiger und komplizierter geworden. Umso wichtiger ist auch in der Schule das Entwickeln von Kompetenzen, die sich an der Lebensrealität orientieren. Der Umgang mit sozialen Medien, das Sparen von Ressourcen, Nachhaltigkeit, zunehmende Bürokratie, die erste eigene Wohnung, … Die Liste ließe sich noch weiter fortsetzen.

Bei meiner neunjährigen Tochter steht in wenigen Monaten die Bildungsempfehlung an. Sie wird wohl ab dem kommenden Jahr aufs Gymnasium gehen. Ich hoffe, dass sie in den nächsten Jahren von den angepassten Lehrplänen profitiert. Natürlich haben wir als Eltern weiterhin die Verantwortung, sie bestmöglich auf das Leben vorzubereiten. Die Schule sollte dabei aber wenigstens unterstützend wirken. Nicht nur mit Kurvendiskussionen, Kafka und dem Rückblick auf den 2. Weltkrieg. Sondern eben auch mit einem realistischen Blick aufs Erwachsenwerden. Und so wie sich die Lebensrealität der Gesellschaft immer wieder verändert, müssen sich auch die Lehrpläne verändern. Dass sich Schule verändern kann, davon konnte sich meine Prinzessin in dieser Woche selbst überzeugen – bei einer historischen Schulstunde anno 1925 im Schulmuseum Eilenburg.

Herzlichst

Ihr Andreas Neustadt

Redakteur LVZ Familie

Lebensnah lernen: Dazu zählt auch der richtige Umgang mit Geld.

Lebensnah lernen: Dazu zählt auch der richtige Umgang mit Geld.

 

Wochenend-Tipps

Türen auf mit der Maus: Unter dem Motto „Spannende Verbindungen“ können Kinder am Montag, 3. Oktober, hinter Türen schauen, die normalerweise verschlossen sind. Das Naturkundemuseum öffnet im Rahmen der Aktion von 9.30 bis 11.30 Uhr die Tür zur Museumswerkstatt. Wie können Tiere dauerhaft im Museum zu sehen sein? Wir wird aus einem toten Tier ein Museumsobjekt? Diese und weitere Fragen werden hier beantwortet. Dabei erwarten die Teilnehmenden exklusive Einblicke in die spannende Verbindung von Verfall und Erhalt. Das Angebot richtet sich an Kinder im Alter von 9 bis 14 Jahre. Eine Anmeldung ist erforderlich – telefonisch unter 0341 982210 oder per E-Mail an service.naturkundemuseum@leipzig.de. Ebenfalls spannend wird es von 10 bis 14 Uhr in der Deutschen Nationalbibliothek, die Bücher, Zeitschriften, Schallplatten, CDs, also alle Medien rund um die Maus archiviert. Hier werden Kindern von 6 bis 10 Jahre die verschiedenen Stationen eines Maus-Buches vom Magazin bis zum Lesesaal gezeigt und erklärt. Zur Anmeldung ist eine E-Mail an dbsm-info@dnb.de erforderlich.

Die bundesweite Aktion „Türen auf mit der Maus“ lädt dazu ein, bislang Verborgenes zu entdecken.

Die bundesweite Aktion „Türen auf mit der Maus“ lädt dazu ein, bislang Verborgenes zu entdecken.

„Der Dreck muss weg“ heißt es am Freitag in der Bibliothek Südvorstadt. Die LeseLust-Vorlesepaten und -patinnen lesen Bücher vor, in denen es um die Verschmutzung unserer Erde geht. Die Lesung geht von 16.30 bis 17.30 Uhr und richtet sich an Kinder ab 4 Jahre. Es wird um Anmeldung per E-Mail gebeten: bibliothek.suedvorstadt@leipzig.de.

Am Samstag stellt das Theater Fuchs für Kinder ab 5 Jahre die Geschichte des Propheten Mohammed als Schattenspiel vor. „Buraq, das Himmelspferd“ erzählt die Reise Mohammeds nach Mekka, nach Medina, durch das Paradies und die Hölle. Und sie erzählt von einem Gott, den Juden, Christen und Moslems gemeinsam haben. Das Theaterstück beginnt 16 Uhr im Budde-Haus.

Noch mehr Tipps fürs Wochenende gibt es hier.

 

Buch-Tipp

Cover von „Das kleine Buch vom Geld“.

Cover von „Das kleine Buch vom Geld“.

Birgit Wetjen (Autorin), Heinz-Peter Arndt (Autor), Sasan Pix (Illustrator): „Das kleine Buch vom Geld“: Mit dem Taschengeld fängt es meist an – der Eintritt in die Welt der Finanzen. Münzen und Scheine werden gegen Waren oder Dienstleistungen eingetauscht. Ob das Müsli zum Frühstück, das Fahrrad, mit dem der Weg zur Kita zurückgelegt wird, das Training im Sportverein, der Ausflug am Wochenende – all das kostet Geld. Manche Familien haben viel davon, bei anderen reicht es gerade für das Nötigste. Kindern diese Zusammenhänge verständlich zu machen, ist nicht immer leicht. Birgit Wetjen, Chefredakteurin des Frauenfinanzmagazins Courage, stellt sich gemeinsam mit Volkswirt und Wirtschaftsjournalist Heinz-Peter Arndt der Herausforderung. Zusammen mit dem Illustrator Sasan Pix, der sich unter anderem in der Berliner Street-Art-Szene einen Namen gemacht hat, beleuchten sie auf jeweils einer Doppelseite einzelne Aspekte – in kurzweiligen Texten, die sich direkt an die jungen Leser und Leserinnen richten und ihre Lebenswelt berücksichtigen, sowie in bunten Illustrationen, die Komplexes gekonnt herunterbrechen.

Denn: Was so greifbar scheint, wird für Kinder schnell kompliziert. Wieso kommt Geld aus dem Automaten, wenn man eine Karte hineinsteckt? Und woher kommt dieses Geld, wem gehört es? Was ist ein Girokonto? Wie kann man Geld sparen oder sogar vermehren? Und wie lässt sich mit Geld Gutes tun? Im Laufe des Älterwerdens stellen sich immer mehr Fragen, die es zu klären gilt. Was hat es mit Kryptowährungen auf sich? Zinsen, ETF, Inflation, Börse: Hintergründe und Begriffe rund um das Thema Geld werden in diesem handlichen Buch, das sich an Kinder ab 8 Jahre und all jene richtet, die in das Thema einsteigen wollen, von Grund auf erklärt. Denn auch wenn wir jeden Tag mit Geld zu tun haben, wissen die meisten von uns eigentlich viel zu wenig darüber.

Von Patricia Liebling

 

Lese-Empfehlungen für Familien

 

Neues aus dem Familienleben

Als Elternteil ist es in Deutschland Brauch, seinem Kind die geöffnete Capri Sonne mit den Worten „NICHT DRÜCKEN!“ zu überreichen...

Nicht mal Dave - @guycalleddad, 22.September 2022

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Ich besuch gerade meine eltern und mein vater löst eiskalt den gutschein mit einmal staubsaugen ein den ich ihm 2004 zum geburtstag geschenkt hab

stromschnellen valentina - @valonium, 23. September 2022

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Kind fragt, ob wir heute Abend „Untennix und Obennix“ schauen können. Große Schwester: “Wenn das läuft, schläfst du schon.“

Hellebel By - @orgelelch, 24. September 2022

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