Newsletter „LVZ Familie“

Über den respektvollen Umgang mit Niederlagen

Liebe Eltern, liebe Großeltern, liebe Leserinnen und Leser,

Fußball bietet immer Stoff für heiße Diskussionen. Erst recht, wenn es nicht gut läuft, wie derzeit bei RB Leipzig. Im Büro, in der Straßenbahn, an der Supermarktkasse wurde in den vergangenen Tagen gerätselt, warum die Leipziger Rasenballer so wenig erfolgreich spielen.

Der Höhepunkt war Dienstag der völlig verkorkste Start in die Champions-League-Saison. Normalerweise sind Champions-League-Tage Festtage für Fußballfans. Endlich ging‘s wieder los, dachte auch ich mir als einer von mehr als 40.000 Anhängern in der Red Bull Arena. Und gegen Schachtar Donezk sollte doch bitte schön ein Sieg her und damit auch das Ende der spielerischen Krise eingeläutet werden. Es wurde – noch schlimmer. Am Ende stand ein 1:4 auf der Anzeigetafel. Das ließ viele Fans ratlos zurück. Und still. Eine Kollegin – alles andere als fußballbegeistert – berichtete, dass sie nach dem Spiel zufällig auch mit der Straßenbahn unterwegs war, und anhand der ungewohnten Stille der Fußballfans sofort vermutete, „dass es wohl nicht so gut gelaufen war“. Fußball-Festtage hören sich dann doch anders an.

Nicht nur wegen des Ergebnisses und der tags darauffolgenden Entlassung von Trainer Domenico Tedesco wurde in den vergangenen Tagen über das Spiel diskutiert. Bei uns im Newsletter-Team rückte das Verhalten der Fans in den Fokus. Nach dem vierten Gegentor für die Leipziger fünf Minuten vor Schluss verließen viele Anhänger das Stadion.

Unseren Kindern geben wir schon in jungen Jahren Strategien zum Umgang mit Niederlagen an die Hand, und wie wichtig es ist, respektvoll mit Gegnerinnen und Gegnern umzugehen. Aus ihrer Enttäuschung heraus, die angesichts der schlechten Leipziger Leistung durchaus verständlich war, ließen die Leipziger Fans diesen Respekt aber ganz klar vermissen.

Die kriegsgebeutelten ukrainischen Fußballer aus Donezk, die in ihrem ersten Europapokalspiel seit dem russischen Einmarsch in die Ukraine im Februar ihre gesamte Leidenschaft und ihr Herz auf dem Rasen gelassen hatten, hätten es verdient gehabt, dass man ihnen zumindest bis zum Ende zuschaut. Für das Team aus der Ukraine war dieses völlig überraschende 4:1 in Leipzig mehr als nur ein gewonnenes Fußballspiel. Es war ein Zeichen an das ganze Land, ein Mutmacher für die ukrainischen Menschen, die angesichts der russischen Angriffe täglich um ihr Leben fürchten.

Am Samstag geht es für RB Leipzig in der Bundesliga gegen Borussia Dortmund. Bleibt zu hoffen, dass es im nächsten Spiel besser wird. Mit neuem Trainer, vollem Stadion und hoffentlich etwas mehr Respekt für den Gegner. Ohne ist ein Spiel übrigens gar nicht möglich. Und wenn unsere Kinder verstehen, wie Sportsgeist und Fairness funktionieren, sollte das für uns doch auch nicht so schwer sein

Herzlichst,

Ihr Andreas Neustadt

Redakteur LVZ Familie

 

Wochenend-Tipps

Der Tag des offenen Denkmals steht vor der Tür und bringt am Sonntag auch für Familien einige interessante Angebote mit sich. Hier drei Vorschläge aus Leipzig – in diesem Jahr Eröffnungsstadt des Tages des offenen Denkmals:

  1. Auf dem Plateau des Völkerschlachtdenkmals warten von 10 bis 15 Uhr bei freiem Eintritt Bastelangebot und Riesenmemory.
  2. Im Panometer werden Familien mit Kindern ab 8 Jahren durch das Panorama New York 9/11 geführt. Erklärt wird in 45 Minuten, was am 11. September 2001 geschah und warum dieser Tag von dem Künstler Yadegar Asisi in einem 360-Grad–Panorama verewigt wurde. Anhand riesiger Installationen in der Rahmenausstellung werden Folgen des 11. Septembers aufgezeigt, die zum Teil noch immer Auswirkungen auf die Gegenwart haben. Preis: 3 Euro pro Kind bis 16 Jahren und 4 Euro pro Person ab 17 Jahren (jeweils zzgl. Eintritt). Eine Voranmeldung per E-Mail an service@panometer.de wird empfohlen. Die Führung startet um 11.30 Uhr.
  3. In der Dölitzer Wassermühle – geöffnet von 11 bis 18 Uhr – finden stündlich zur vollen Stunde Führungen statt - auch zwei Spezialführungen zum Breundsdorfhaus um 12 und 14 Uhr. 1540 erstmals erwähnt, brannte sie 1813 nieder. Ein Jahr später wieder neu aufgebaut war sie bis 1974 in Betrieb. Seit 1999 wird sie durch einen gemeinnützigen Verein wiederaufgebaut. Kinder können am Sonntag ihr eigenes Mehl mahlen, Lehm kreativ gestalten oder Lehmziegel herstellen und eine Mühlenrallye über das Gelände machen. Es gibt auch einen Stand mit Kinderschminken.

Zur kompletten Programm-Übersicht, in der sich auch etliche Angebote aus der Region finden, geht es hier. Mit der App Tag des offenen Denkmals kann man alle Programmpunkte praktisch auf dem Handy unterwegs dabei haben.

Blick auf „New York 9/11“ von Yadegar Asisi im Panometer Leipzig

Yadegar Asisis „New York 9/11“ im Panometer Leipzig

Weitere Tipps:

Riesenrad, Kinderkarussells, 6-D-Kino, Geisterhöhle, Kettenkarussell und weitere Fahrgeschäfte, die den Puls in die Höhe treiben – am morgigen Freitag startet um 14 Uhr die Herbst-Kleinmesse auf dem Festplatz am Cottaweg. Ab 19 Uhr ist Ladies Night: Damen und alle die so aussehen, dürfen Fahr- und Belustigungsgeschäfte für jeweils 1,50 Euro nutzen. Das erste Höhenfeuerwerk ist für Samstag bei Eintritt der Dunkelheit geplant.

Der Bewegungs- und Gesundheitssportverein (BGSV) Plagwitz lädt für Samstag zum Baby- und Kindersachenflohmarkt ein. Gestöbert werden kann von 9.30 bis 12.30 Uhr in der Karl-Heine-Straße 41 in den Kursräumen und bei schönem Wetter auch auf dem Hof.

Noch mehr Tipps für Wochenende gibt es hier.

 

Buch-Tipp

Eine Vielzahl angeblich böser Tiere, unter anderem ein Geier, eine Fledermaus und eine Hyäne, haben Schilder in Schnabel beziehungsweise Maul mit positiven Eigenschaften.

Cover von „Keine bösen Tiere“, erschienen im Ravensburger Verlag

Sophie Corrigan: „Keine bösen Tiere“, übersetzt von Ingrid Ickler: Pfui, Spinne! Diebische Elster! Hinterhältige Schlange! Wenn es um die Tierwelt geht, sind wir Menschen manchmal so richtig vorurteilsbeladen. Und – auch schlimm – wir geben diese Vorurteile unbewusst und ungefiltert an unsere Kinder weiter. Da wird beim Anblick des langbeinigen Weberknechts an der Zimmerdecke sofort der Staubsauger geholt oder es wird nach jeder Wespe geschlagen, die sich vorwitzig auf der Kaffeetafel niederlässt. Noch mehr Vorurteile gewünscht? Haben wir: Schweine sind schmutzig, Füchse haben alle Tollwut, Fledermäuse wollen unser Blut trinken und und und… In ihrem Kindersachbuch „Keine bösen Tiere“ räumt Sophie Corrigan endlich auf mit diesen fiesen Vorurteilen – und das auf eine ganz clevere Art. Auf der einen Seite sammelt sie alle angeblich negativen Eigenschaften, überhöht sie geradezu, um sie dann auf der nächsten Seite mit spannendem Sachwissen und Fakten gründlich zu widerlegen. Denn eins sollten wir alle wissen: Jedes Insekt, jedes Reptil, jeder Fisch und jedes Säugetier hat in der Natur seine Berechtigung und sorgt mit der Erledigung spezifischer Aufgaben für ein funktionierendes Ökosystem. Wer diese Aufgaben kennt und alle Tiere als wertvolle Lebewesen begreift, holt vielleicht bei der nächsten Spinnensichtung nicht den Staubsauger, sondern arrangiert sich einfach mit dem achtbeinigen Mitbewohner. Empfohlen für Kinder ab 7 Jahren.

Von Annett Riedel

 

AZUBIS gesucht! – Der Wegweiser zur Berufswahl

Cover der Ausgabe 2022/02 des Magazins AZUBIS gesucht. Ein junges Mädchen mit blonden langen Haaren lächelt in die Kamera. Sie trägt einen gelben Strickpullover und hat ein Handy in der Hand. Der Hintergrund ist blau, lila und gelb-orange. Themen des Magazins sind auf dem Cover angeteasert.

Die neue Ausgabe „AZUBIS gesucht!“ ist erschienen: Mit aktuellen News vom Ausbildungsmarkt, Infos zu Ausbildung und dualem Studium, Tipps für die Jobsuche und Bewerbung sowie seitenweise Berufsporträts und passende freie Lehrstellen in Mitteldeutschland. Plus: Messetermine, Veranstaltungstipps und ein Gewinnspiel. Das Magazin liegt ab sofort kostenfrei in weiterführenden Schulen, Bibliotheken, in den Agenturen für Arbeit und an weiteren öffentlichen Orten aus. Hier kann es online gelesen werden.

 

Lese-Tipps für Familien

 

Neues aus dem Familienleben auf Twitter

Wie ich meinen Eltern vorschlug, dem bald 3j. Magnetbausteine zum Geburtstag zu schenken, mein Vater „Noch mehr Spielzeug?“ fragte und meine Mutter direkt mit „Was willst du einem 3jährigen sonst schenken? Ein schönes Set Küchenmesser und eine Seidenkrawatte?“ reagierte. Liebs.

Frau G. aus B. - @FrauGausB, 7. September 2022

Hier geht`s zum Tweet von @FrauGausB.

Habe eben erfahren, dass beide Kinder bisher dachten, das Bundesland nebenan würde „Schließlich Holzstein“ heißen.

Nini Bela - @NiniBela1, 7. September 2022

Hier geht`s zum Tweet von @NiniBela1.

Never forget, wie ich hochschwanger war und in meinem Glückskeks stand „Du kannst herausholen, was in dir steckt“

Mariki - @buecherwurmloch, 5. September 2022

Hier geht`s zum Tweet von @buecherwurmloch.

KiGa Tür ist zum Start neu dekoriert. „in diesem Kindergarten bist du“ u Schilder: „wundervoll“, „einzigartig“, „Forscher*in“, „Musiker*in“, usw.

3j u ich haben das sehr bewundert und ich musste ihr alle vorlesen.

"Mama, ich will eigenartig sein"

Ich lass das mal so stehen 🙃

retschi - @wachureg, 5. September 2022

Hier geht`s zum Tweet von @wachureg.

 

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