Newsletter „LVZ Familie“

Und jetzt tief durchatmen

Liebe Eltern, liebe Großeltern, liebe Leserinnen und Leser,

was machen Sie, wenn Sie Eltern erleben, die mit kleinen Kindern große Diskussionen ausfechten? Solche, die auch mal laut und emotional und vor allem nicht durchweg fair zugehen. Wegschauen? Blicken Sie voller Mitgefühl in Richtung der Eltern („Das geht uns allen mal so.“) oder doch eher mit verurteilendem Ausdruck („Na, die haben ihr Kind aber gar nicht im Griff.“)?

Ich selbst versuche anderen Eltern zu signalisieren, dass sie nicht allein sind. Dass es uns allen mal so ergeht. Heute früh „durfte“ ich das etwas anders erleben. Eine ältere Frau schaute zu, wie meine Tochter und ich – sagen wir mal – eine herausfordernde Situation nicht sonderlich gut meisterten, um sie dann gegenüber meiner Kleinen zu kommentieren: „Du bist aber unerzogen.“ Äh… Was soll ich sagen: Nicht nur Arielles Vater kann mit Blitzen schießen. Auch Mütter können das. Im übergetragenen Sinn, im wahren Leben.

Was bewegt fremde Menschen, sich derart grenzüberschreitend einzumischen? Ich sehe das so: Solange andere durch mein oder unser Verhalten nicht negativ beeinflusst werden, solange keine Gefährdung vorliegt, haben sie sich rauszuhalten. Bitte.

Dass früher nicht alles besser war, viele Kinder in ihrer freien Entwicklung gehemmt und in ihren Ansichten und Bedürfnissen oft nicht ernst genommen wurden, ist doch wohl bekannt. Was soll das also? Gehorsam geht längst nicht über alles. Es mag vielleicht leichter sein, wenn das Kind immer spurt, leise ist und nie Widerworte gibt. Aber ist das langfristig gesehen besser?

Niemand macht immer alles richtig. Weder Erwachsene noch Kinder. Wir alle können aber dazulernen. Ich kann mir bessere Strategien überlegen, solche Situationen zu meistern und sie mit meiner Tochter besprechen und üben. Und vielleicht geht auch besagte Frau noch mal in sich und überlegt beim nächsten Mal, ob so ein Spruch wie heute angemessen ist. Denn geschadet hat ein bisschen mehr Verständnis füreinander noch niemandem.

In diesem Sinne: Bleiben Sie entspannt. Und wenn Sie es mal nicht sind: Beim nächsten Mal wird‘s besser. Bestimmt.

Herzlichst,

Ihre Patricia Liebling

Redakteurin LVZ Familie

Sich die Hand reichen und gegenseitig unterstützen, bringt weit mehr als gegenseitiges Verurteilen und Maßregeln.

Sich die Hand reichen und gegenseitig unterstützen, bringt weit mehr als gegenseitiges Verurteilen und Maßregeln.

 

Wochenend-Tipps

Eine Oper von und mit Kindern, die über einen Zeitraum von fast drei Jahren gemeinsam mit mehr als 500 Beteiligten entstanden ist – am heutigen Donnerstag feiert sie Premiere in der Musikalischen Komödie: die einzigartige Stadtteiloper „Ikarus und der Traum vom Fliehen“, die die bekannte Sage von Dädalus und Ikarus neu interpretiert. In der ersten Stadtteiloper Leipzigs werden die Naturgewalten und das sich wandelnde Klima zu den eigentlichen Hauptfiguren. Der Mensch glaubt, die Natur beherrschen zu können, doch ist er existenziell von ihr abhängig. In vier Variationen wird die Geschichte erzählt. „Das Ziel des Projektes Stadtteiloper Leipzig ist es, ein nachhaltiges, nahbares und nachahmungswertes Projekt ins Leben zu rufen“, erklärt Ralf Rangnick die Grundidee. Seine Stiftung initiierte die Stadtteiloper und setzte sie mit Unterstützung der Leipzigstiftung, der Oper Leipzig, der Academy of Music und der Nachbarschaftsschule um. Tickets für die Stadtteiloper gibt es nur noch für die beiden Vorstellungen am Sonntag, 18. September, um 11 und 16 Uhr und zwar hier.

In der Musikalischen Komödie feiert heute die erste Stadtteiloper Leipzigs - „Ikarus und der Traum vom Fliehen“ - Premiere.

In der Musikalischen Komödie feiert heute die erste Stadtteiloper Leipzigs - „Ikarus und der Traum vom Fliehen“ - Premiere.

Weitere Tipps:

  • Am Samstag feiert der Zoo Leipzig sein großes K!DZ-Riesenkinderfest-Jubiläum. Seit 25 Jahren engagiert sich der Zoo zugunsten der Uni-Kinderklinik Leipzig. Die bei kleinen und großen Zoobesuchern beliebte Benefizveranstaltung verspricht mit einem abwechslungsreichen Bühnenprogramm und verschiedenen Aktionsständen sowie einem ganz besonderen TV-Star ein unvergessliches Wochenende. Kinder bis 16 Jahre haben freien Eintritt. Das Programm startet um 10.30 Uhr im Konzertgarten, geöffnet ist der Zoo bis 19 Uhr.
  • Bewegen, picknicken und entspannen mitten in der Stadt. Die AOK PLUS verwandelt dafür den Augustusplatz in eine grüne Oase und lädt für Samstag von 11 bis 18 Uhr zum Erlebnistag ein. Gemeinsam mit Leipziger Vereinen können Bewegungsangebote getestet, bei Yoga und Tai Chi entspannt werden. In der Kochwerkstatt werden gesunde Gerichte zubereitet und Smoothies erradelt. Eine Wiese mit Liegestühlen und Sesseln bietet Platz für Erholung und Entspannung und für die kleinen Besucher hat sich das AOK-Drachenkind Jolinchen ein Puppenspiel ausgedacht.
  • Die Halle A des WERK 2 verwandelt sich am Samstag in eine Arena für Rollschuhfahrer. 16 Uhr geht‘s los, da dürfen sich die Kids austoben, gegen 20 Uhr wärmt sich die Kurt Reith Crew dann für die Älteren auf. Rollschuhe können vor Ort ausgeliehen werden (Größe 28-48). Schutzkleidung ist selbst mitzubringen. Infos zu den Tickets gibt es hier.

Noch mehr Tipps fürs Wochenende gibt es hier.

 

Buch-Tipp

Cover von „Das Ich Buch“, erschienen im Laurence King Verlag

Cover von „Das Ich Buch“, erschienen im Laurence King Verlag

„Das Ich Buch – Alles über mich von mir“ von Marion Deuchars: In Bücher schreiben, die weder Mal- noch Freundebuch sind? Das gibt es nicht. Oder doch? Das neue Buch von Marion Deuchars wartet nur darauf, beschrieben und bemalt zu werden, und es möchte alles wissen: wer ich bin, wie ich aussehe und mich gerne kleide, was ich liebe, was ich kann, wo ich lebe, was ich esse und auch, wovor ich Angst habe. Zwischen Kästchen zum Ankreuzen lädt es dazu ein, zu zeichnen, wovor man einst Angst hatte, jetzt aber nicht mehr, was man am liebsten isst und wie das Haus ausschaut, in dem man gerne leben würde. Das Kunst-Activity-Buch besticht durch liebevolle Zeichnungen und kreative Ideen und lädt Kinder ab 6 Jahren dazu ein, 64 Seiten mit allen möglichen Dingen über sich selbst zu füllen. „Das Ich Buch“ inspiriert dazu, sich selbst auszudrücken, zu beobachten und zu befragen, und fördert so die Identitätsfindung und das Selbstvertrauen. Ganz nebenbei bietet es Eltern die Möglichkeit, sein Kind noch besser kennenzulernen und in Gesprächen an die Erkenntnisse anzuknüpfen.

Von Patricia Liebling

 

Vergangenheit trifft Gegenwart [Anzeige]

Ein riesiger Bergbau-Bagger wird pink angestrahlt. Der Himmel im Hintergrund färbt sich dunkel.

Bergbau-Technik-Park bei Einbruch der Dunkelheit

Schon von weitem zeugen die riesigen Bagger im Bergbau-Technik-Park Großpösna von der Braunkohlevergangenheit der Region. Hier fand erst kürzlich das „Mind World“ Industriekulturfestival statt. Fotos vom Event finden Sie auf Schau!, dem Leipziger Museumsportal. Und wir stellen vor: Das Sanitäts- und Lazarettmuseum Seifertshain mit seiner kleinen Dauerausstellung zur Völkerschlacht von 1813.

 

Lese-Empfehlungen für Familien

 

Neues aus dem Familienleben auf Twitter

Gerade den Trailer zum neuen Arielle-Film geguckt. Danach das Kind (5) gefragt, wie es ihr gefallen hat. Sie war begeistert und will unbedingt ins Kino. Ich hab sie gefragt, ob ihr was aufgefallen sei. Sie meinte: „Ja, die Flosse war blau. Die ist eigentlich grün.“

Sebastian 23 - @mondschaf23, 13. September 2022

Hier geht‘s zum Tweet von @mondschaf23.

Musik war schon immer ein Mittel, um gegen die Generation der Eltern zu rebellieren. Aber wie rebelliert man gegen Eltern, die mit Punk, Grunge und HipHop aufgewachsen sind? Der Sohn einer Freundin griff zu „40 Jahre die Flippers“.

Frank - @kritzelich, 10. September 2022

Hier geht‘s zum Tweet von @kritzelich.

Ich hab meiner Tochter ihren Wunsch erfüllt und ihre Haarspitzen lila gefärbt. Es sieht so cool aus, ich kann nicht aufhören, sie anzuschauen und mich zu fragen, wie sich das wohl anfühlt: als Kind selbst bestimmen zu dürfen, wie man sich stylen, anziehen, der Welt zeigen möchte.

Mariki - @buecherwurmloch, 10. September 2022

Hier geht‘s zum Tweet von @buecherwurmloch.

Der 8-Jährige hat sein Zimmer entrümpelt. Es ist jetzt alles im Zimmer des 4-Jährigen.

Der Gasser - @magdasWasser, 11. September 2022

Hier geht‘s zum Tweet von @magdasWasser.

 

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