Newsletter „Die Pandemie und wir“

Doppelwelle im Anmarsch?

Einige Experten und Expertinnen befürchten in diesem Jahr eine „Doppelwelle“ aus Corona und Influenza.

Einige Experten und Expertinnen befürchten in diesem Jahr eine „Doppelwelle“ aus Corona und Influenza.

Liebe Leserinnen und Leser,

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mit persönlichen Beobachtungen muss man ja immer ein bisschen vorsichtig sein. Auch von sich auf andere zu schließen, ist keine valide wissenschaftliche Methode. Aber trotzdem fällt mir natürlich auf: In meinem Umfeld sind derzeit sehr, sehr viele Menschen krank. Bei Ihnen auch?

Inzwischen hat sich sogar ein neuer Sprachgebrauch etabliert. Entweder sagt man: „Meine Chefin ist krank – es ist aber kein Corona.“ Oder aber: „Meinen Nachbarn hat es jetzt auch erwischt“. Alle wissen dann, dass mit „es“ Covid gemeint ist. Tatsächlich scheint es nur noch zwei Kategorien zu geben: Corona versus kein Corona. Das liegt wahrscheinlich daran, dass Covid-19 eine der wenigen Infektionskrankheit ist, auf die man sich bequem zu Hause testen lassen kann. Was dabei jedoch untergeht: In der Kein-Corona-Kategorie tummeln sich eine Vielzahl von Krankheitserregern. Und nicht alle von ihnen sollte man auf die leichte Schulter nehmen.

Dazu gehört zum Beispiel die Influenza. Einige Experten und Expertinnen befürchten in diesem Jahr eine „Doppelwelle“ aus Corona und Influenza. „Die Grippeimpfung ist dieses Jahr besonders wichtig“, appelliert deshalb die Vizechefin der Ständigen Impfkommission, Sabine Wicker, vor allem an Risikopersonen wie Ältere und Vorerkrankte sowie medizinisches Personal. Wie Sie Grippe, Erkältung und Influenza auseinanderhalten, lesen Sie unter „Alltagswissen“.

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Bleiben Sie stark!

Ihre Anna Schughart

Die Pandemie und wir

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Was wichtig war

Die Situation ist paradox: Während der Infektionsdruck sehr hoch ist, geht die Vorsicht der Menschen weiter zurück, berichten meine Kolleginnen Laura Beigel und Alisha Mendgen diese Woche (+). Hinzu kommt: Das tatsächliche Infektionsgeschehen ist Experten und Expertinnen zufolge weitaus größer, als es die offiziellen Zahlen vermuten lassen.

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Doch in der Risikowahrnehmung spielt Corona kaum noch eine Rolle: Der Cosmo-Studie der Universität Erfurt zufolge, die regelmäßig die Corona-Befindlichkeiten der Bevölkerung untersucht, sind aus Sicht der Mehrheit der Deutschen inzwischen der Ukraine-Krieg und der Klimawandel besorgniserregender als die Pandemie.

Dabei macht sich diese durchaus wieder bemerkbar, zum Beispiel in den Kliniken: Laut Deutscher Krankenhausgesellschaft (DKG) ist die Lage „sehr angespannt“. DKG-Vizechefin Henriette Neumeyer zufolge haben die Kliniken so viele Corona-Erkrankte zu versorgen wie zu Spitzenzeiten dieses Jahres. Die Infektionszahlen, auch bei den Klinikmitarbeitenden, führten zu vielen Ausfällen. „Sobald die Inzidenz über 1000 klettert, müssen wir auch eine Maskenpflicht für Bars, Gastronomie und Restaurants in Betracht ziehen. Dann haben wir nämlich in Wirklichkeit eine Inzidenz von 3000″, fordert daher der Chef des Bundesverbands der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes, Johannes Nießen.

 

Alltagswissen

Wenn die Nase läuft, der Hals kratz und Husten einsetzt – wie erkennt man da, ob es sich um eine Erkältung, Covid-19 oder eine echte Grippe handelt?

  • Grippe: Typisch für die echte Grippe oder Influenza ist ein plötzlicher Erkrankungsbeginn mit Fieber, Husten und Halsschmerzen, begleitet von Kopf- und/oder Gliederschmerzen und meist schwerem Krankheitsgefühl. Weitere Krankheitszeichen können allgemeine Schwäche, Schweißausbrüche, Schnupfen, selten auch Übelkeit, Erbrechen und Durchfall sein. Aber: Nur ein Drittel der mit Influenzaviren infizierten Personen hat diesen typischen, fieberhaften Krankheitsverlauf.
  • Covid-19: Häufige Krankheitszeichen von Covid-19 sind Husten, Schnupfen und Fieber. Halsschmerzen, Kopf- und Gliederschmerzen sowie allgemeine Schwäche und im Verlauf auch Atemnot können hinzukommen. Weitere Krankheitszeichen wie Übelkeit, Bauchschmerzen, Durchfall, Bindehautentzündung, Hautausschlag, Lymphknotenschwellung und Benommenheit sind ebenfalls möglich, genauso wie Störungen des Geruchs- und Geschmackssinns. Wie bei der Grippe variieren die Krankheitsverläufe bei Covid-19 stark.
  • Erkältung: Typisch sind hier vor allem Schnupfen, Husten und Halsschmerzen. Es kann in seltenen Fällen aber auch zu leichtem Fieber kommen. Komplikationen treten in der Regel nicht auf, nach wenigen Tagen geht es Betroffenen meist wieder besser.
 

Gut gesagt

Es gibt immer noch sehr viele Tage, an denen ich nur im Bett liegen kann.

Margarete Stokowski,

Autorin über ihre Long-Covid-Erkrankung

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Forschungsfortschritt

Das Coronavirus kann Schäden an der Lunge verursachen, die teilweise noch Wochen oder Monate Bestand haben.

Das Coronavirus kann Schäden an der Lunge verursachen, die teilweise noch Wochen oder Monate Bestand haben.

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Corona-Symptome wie Husten, Kurzatmigkeit und Erschöpfung können nach einer Infektion noch lange bestehen bleiben. Denn das Virus hinterlässt seine Spuren im menschlichen Körper – so etwa auch in der Lunge. Gleich auf dreifache Art greift der Erreger das Organ an.

Der Krankheitserreger kann zum Beispiel für eine Atemwegs­obstruktion sorgen, die auch nach der Corona-Infektion noch anhält. Die Atemwege sind dabei eingeengt, der Luftstrom vermindert.

Zum Teil leiden Corona-Genesene aber auch unter einer restriktiven Lungen­erkrankung. Die Lunge kann sich nicht mehr so ausdehnen wie vorher, sodass das Lungenvolumen und damit die Luftmenge, die sie aufnehmen kann, reduziert ist.

Corona kann die Lunge aber auch schädigen, indem es den Blutfluss verringert. Das geschieht vor allem, wenn sich Blutgerinnsel bilden, die die Blutbahnen verstopfen. Schlimmstenfalls kann es dann zu einer lebens­bedrohlichen Lungen­embolie kommen.

 

Was kommt

Maximal vier Corona-Impfungen empfiehlt die Ständige Impfkommission bislang. Im Einzelfall könnte aber auch eine fünfte sinnvoll sein. Das betrifft allerdings nur besonders gefährdete Personen. Dazu gehören zum Beispiel Hochbetagte, Bewohnende von Alten- und Pflegeheimen sowie Menschen mit Immunschwäche.

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Sie sprechen oftmals schlechter auf die Corona-Impfungen an, bauen also ein schlechteres oder gar kein immunologisches Gedächtnis auf, was sie langfristig vor schwerer Erkrankung und Tod schützt. Deshalb kann es sinnvoll sein, ihr Immunsystem mit einer fünften Dosis zu boostern. Es ist allerdings nicht klar, wie wirksam eine fünfte Impfung ist und ob sie den Immunschutz noch einmal wirklich verstärken kann.

 

Gesundes Zusatzwissen

Viele Autistinnen fallen in der Schule nicht stark auf. Offenkundiger werden die Probleme meist als Teenagerinnen.

Viele Autistinnen fallen in der Schule nicht stark auf. Offenkundiger werden die Probleme meist als Teenagerinnen.

Früher dachte man: Autismus-Spektrum-Störungen kommen bei Jungen wesentlich häufiger vor als bei Mädchen. Doch das stimmt nicht. Inzwischen liegen die Schätzungen eher bei zwei zu eins. Eine entscheidende Rolle spielt, dass Auffälligkeiten im Sozialbereich bei betroffenen Mädchen und Frauen oft nicht so stark ausgeprägt sind und es ihnen gleichzeitig gelingt, sich anzupassen. „Die Gesellschaft gesteht es Mädchen eher zu, ruhig zu sein und den eigenen Interessen nachzugehen“, sagt Sonja Jacobs vom Kompetenzzentrum Autismus Schwaben-Nord.

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Daher werden die Diagnosen häufig erst spät gestellt – und das hat Folgen, berichtet meine Kollegin Angela Stoll. Werden autistische Mädchen erwachsen, ohne dass die Störung erkannt wird, spitzt sich die Situation häufig weiter zu. „Es ist schwierig für sie, im Privat- und Berufsleben gleichermaßen bestehen zu können“, sagt Jacobs. Gesellschaftliche Normen und Rollenerwartungen setzen Betroffene häufig unter Druck – zum Teil so sehr, dass sie Depressionen entwickeln. Dazu kommt: Die Diagnostik – die Befragungen, Untersuchungen und Beobachtungen umfasst – ist aufwendig und zudem gibt es nur wenige Fachleute, die auf Autismus bei Erwachsenen spezialisiert sind und Diagnosen stellen können.

 

Was das Leben leichter macht

Manchen Menschen hilft weißes Rauschen dabei, sich zu entspannen.

Manchen Menschen hilft weißes Rauschen dabei, sich zu entspannen.

Regen prasselt auf das Dach eines Wohnwagens. Das Radio ist auf die falsche Frequenz eingestellt. Ein Fluss braust durch einen Landstrich. So beschreiben Menschen ein Geräusch, das laut Definition „eine Mischung aller hörbaren Tonfrequenzen“ ist. Oder einfach gesagt: das weiße Rauschen. Trotzdem – oder, besser gesagt, genau deshalb – ist es aktuell sehr beliebt. Viele schwärmen davon, wie gut es ihnen beim Einschlafen hilft. Aber tut es das wirklich?

„Ich persönlich halte diesen Hype um das weiße Rauschen für übertrieben“, sagt Hans-Günter Weeß, Psychotherapeut und Leiter des Interdisziplinären Schlafzentrums des Pfalzklinikums in Klingenmünster. Im Endeffekt handele es sich bei White Noise um eine Methode von sehr vielen. Um einschlafen zu können, konzentrieren sich manche Menschen auf ihre Atmung. Andere gleiten beim Hören von Podcasts oder des Fernsehers hinüber ins Land der Träume.

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Es gibt eine Fülle solcher Methoden, die Menschen dabei helfen, abzuschalten, das eigene Gedankenkarussell zu stoppen – und sich zu entspannen. „Das Gehirn soll richtig intensiv mit angenehmen Inhalten beschäftigt sein, sodass es nicht in die Grübelei abgleitet“, erklärt Weeß.

 

Was sonst noch wichtig ist

Jeder ab 18 Jahren soll Cannabis bald legal erwerben können. Doch für Volljährige bis 21 Jahren plant Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) weiterhin Einschränkungen: An sie sollen nur Produkte mit einem THC-Gehalt von maximal 10 Prozent abgegeben werden. Das geht aus einem Eckpunktepapier hervor, das dem RND vorliegt. Ziel sei es, „cannabisbedingte Gehirnschädigungen“ zu verhindern, heißt es in dem Papier. Sind jüngere Menschen tatsächlich gefährdeter – und wie erklären sich die Grenzwerte?

Tatsächlich wurden in mehreren Studien Hinweise gefunden, dass sich der Konsum von Cannabis bei Jugendlichen und Heranwachsenden auf die Hirnentwicklung auswirken könnte. Die Datenlage ist jedoch nicht ganz eindeutig und es konnte bisher kein Grenzwert festgelegt werden, ab welcher Dosierung oder ab welchem Alter der Konsum eindeutig schädlich oder unschädlich ist.

 

Falls Sie Anregungen oder Kritik haben, melden Sie sich gerne direkt bei unserem Redaktionsteam magazin@rnd.de. Wir freuen uns!

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