Stockende Impfkampagne

Langsamer Novavax-Start: Bislang deutschlandweit 3588 Erstimpfungen verabreicht

Menschen in Deutschland können sich inzwischen auch mit dem Proteinimpfstoff des Herstellers Novavax impfen lassen.

Menschen in Deutschland können sich inzwischen auch mit dem Proteinimpfstoff des Herstellers Novavax impfen lassen.

Ob der neu verimpfbare Impfstoff von Novavax zu noch einmal deutlich mehr Geimpften im Land führt, bleibt nach den ersten Tagen der Auslieferungen unklar. Aber immerhin: 3588 Erstdosen und 324 Zweitdosen wurden inzwischen deutschlandweit verabreicht. Das geht aus dem Impfquoten­monitoring des Robert Koch-Instituts (RKI) vom 1. März hervor.

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Bislang stellt sich die Lage in den einzelnen Bundesländern unterschiedlich dar – unter anderem, weil die Lieferungen in den Regionen nicht alle zeitgleich eintreffen. Erste Dosen des neuen Corona-Impfstoffs von Novavax haben beispielsweise schon Hamburg, Schleswig-Holstein, Nordrhein-Westfalen und das Saarland erreicht. Möglich sind Impfungen mit dem Impfstoff Nuvaxovid auch in Rheinland-Pfalz, Berlin, Thüringen, Hessen sowie in einem Landkreis in Mecklenburg-Vorpommern. Im Laufe der Woche wollen alle Bundesländer erste Impfungen anbieten – beispielsweise auch Bremen und Bayern.

Die meisten bereits verabreichten Novavax-Impfungen verzeichnen laut dem RKI aktuell Rheinland-Pfalz mit 1014 Erstimpfungen, Nordrhein-Westfalen mit 963, Thüringen mit 364 und das Saarland mit 303. Unabhängig vom genauen Beginn erster Impfungen berichten aber viele Standorte: Statt eines Runs auf die ersten Termine gebe es vorerst eine eher verhaltene Nachfrage nach dem Impfstoff von Novavax.

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Beispiel Hessen: mehr Novavax-Dosen als Terminbuchungen

Hessen etwa impft seit dem Wochenende mit Novavax, bislang wurden 234 Erstimpfungen registriert. Für das gesamte Bundesland hatte das Ministerium zunächst etwa 108.000 Novavax-Dosen erwartet. Vorrangig sollten sich Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus Pflegeeinrichtungen und medizinischen Berufen impfen lassen, vielerorts sind Termine aber schon für alle über 18-Jährigen freigeschaltet.

Denn der Andrang ist überschaubar: Im Landkreis Groß-Gerau seien einer Sprecherin zufolge 15 Impfungen verabreicht worden – obwohl insgesamt 4500 Dosen zur Verfügung stünden. Mit dem neuen Vakzin sei die Impfnachfrage zunächst nicht spürbar gestiegen. Ähnliches Bild im Landkreis Limburg-Weilburg: Bürgerinnen und Bürger können dort über eine Plattform ihre Impftermine buchen, bislang sei das erst vereinzelt geschehen. In Wiesbaden gibt es 4400 Dosen, rund 100 Menschen hatten sich für eine Impfung angemeldet – nicht alle sind erschienen. Es habe in vielen Fällen einen ausführlichen Beratungsbedarf durch die Impfärztinnen und Impfärzte gegeben, teilte das Gesundheitsamt mit. Und im Landkreis Bergstraße stünden 4300 Novavax-Dosen derzeit 120 Terminbuchungen gegenüber.

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Insgesamt läuft die Impfkampagne in Deutschland aktuell auf Sparflamme – also auch mit den Mitteln von Biontech und Moderna. Am Sonntag wurden in Deutschland so wenige Corona-Impfungen verabreicht wie noch nie seit dem Beginn der Impfkampagne 2020. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) wurden demnach 12.429 Impfdosen bundesweit injiziert (Stand 10.07 Uhr). Zuvor war am 27. Dezember 2020 mit 18.036 Impfungen die niedrigste Zahl gemeldet worden. Mehr als die Hälfte der verabreichten Dosen waren Auffrisch­impfungen, ein Drittel Zweitimpfungen. Nur rund 1000 Menschen ließen sich erstmalig impfen.

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Corona-Lage im Herbst: Impflücke schließen?

Die Impflücke, die Corona-Experten und ‑Expertinnen vor allem in Hinblick auf Herbst und Winter Sorgen macht, ist damit weiterhin nicht geschlossen. Eine große Gruppe von 23,7 Prozent der Bevölkerung (19,7 Millionen Menschen) ist laut dem Impfdashboard des Gesundheits­ministeriums weiterhin ungeimpft. Herausnehmen muss man bei dieser Rechnung die unter Vierjährigen – sie machen 4,8 Prozent (vier Millionen) aus. Mit dem neu angebotenen Impfstoff Nuvaxovid von Novavax soll das nun anders werden – so zumindest die Hoffnung der Bundesregierung.

Als fünfter Corona-Impfstoff wurde das Mittel in der EU zugelassen – für Menschen ab 18 Jahren. Zwei Dosen werden im Abstand von etwa drei Wochen gespritzt. Es handelt sich um einen Proteinimpfstoff, der also auf einer anderen Technologie als die bisher zumeist eingesetzten mRNA-Präparate von Biontech/Pfizer und Moderna basiert, gegenüber denen manche Menschen Bedenken haben. Impfangebote sollen insbesondere an Beschäftigte im Pflege- und Gesundheitsbereich gehen, für die bald eine Impfpflicht gilt. Der Novavax-Impfstoff könnte aber auch eine Alternative für all jene sein, die Vorbehalte gegen mRNA-Impfstoffe haben, die von Biontech/Pfizer und Moderna angeboten werden.

Wo kann ich mich informieren?

Eine erste Anlaufstelle für eine Impfung kann der Hausarzt oder die Hausärztin sein. Wer dort nicht weiterkommt oder keine feste hausärztliche Praxis hat, kann zum Beispiel auch bei der kostenlosen Hotline 116 117 der Kassenärztlichen Bundesvereinigung anrufen und nach Terminen fragen. Auch die Internetportale von Kommunen, Kreisen und Bundesländern bieten Informationen, ebenso die örtlichen Impfstellen und Impfzentren. Eine weitere Anlaufstelle ist das vom Bundesgesundheits­­ministerium betriebene Portal zusammengegencorona.de. Dort gibt es zum Beispiel eine interaktive Deutschland-Karte, auf der man Links, Telefonnummern sowie konkrete Impfangebote findet.

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RND/she/dpa

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