Wie immun sind die Älteren?

Lauterbach warnt: Impfkampagne mit angepasstem Vakzin wird im Herbst „sehr wichtig“

Die Immunität gegen das Coronavirus nehme bei vielen Älteren ab, schrieb Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) auf Twitter. Eine erneute Impfkampagne im Herbst sei daher extrem wichtig.

Berlin. Der Sommereffekt ist im dritten Jahr der Corona-Pandemie schneller verpufft als von vielen erhofft: Seit Ende Mai steigt die Zahl der Neuinfektionen wieder deutlich an, die Sieben-Tage-Inzidenz liegt derzeit bei 605. Laut Robert Koch-Institut (RKI) ist der noch ansteckendere Omikron-Subtyp BA.5 inzwischen in Deutschland dominant.

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Die Infektionszahlen steigen, auch die Zahl der im Zusammenhang mit dem Coronavirus gestorbenen Menschen erhöht sich. Am Freitag lag die Zahl der Todesfälle bei 76 pro Tag im Sieben-Tage-Mittel. Am Freitag vor einer Woche lag der Wert noch bei 56 Verstorbenen. „Das ist leider eine bedeutsame Entwicklung“, schrieb Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) am Samstag auf Twitter.

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Man könne daran erkennen, dass die Immunität vieler älterer Menschen nach der Impfung „langsam aber sicher“ abnehme, so Lauterbach. Deshalb seien die auf die Omikron-Typen angepassten Impfstoffe und eine erneute Impfkampagne im Herbst sehr wichtig. Beides werde im Moment intensiv vorbereitet, so der Gesundheitsminister. Dem Post zufolge sollen die angepassten Vakzine in Deutschland ab September verfügbar sein.

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Mehrere angepasste Impfstoffe werden geprüft

Bisher ist jedoch noch kein Impfstoff in der EU zugelassen, der auch auf die aktuellen Varianten des Coronavirus zielt. Die EU-Arzneimittelbehörde EMA prüft derzeit einen angepassten Impfstoff des US-Herstellers Moderna, auch für zwei auf die Omikron-Sublinie zugeschnittene Wirkstoffe von Pfizer und Biontech läuft bereits ein Prüfverfahren.

Laut den Herstellern haben die beiden Impfstoffe in einer klinischen Studie gute Ergebnisse erzielt. Dabei ging es um die Verwendung der Vakzine als Booster, wie die Unternehmen am Samstag mitteilten.

Allerdings sind die neuen Vakzine von Biontech und Pfizer auf die in Deutschland gar nicht mehr kursierende Omikron-Sublinie BA.1 angepasst. Auch die nun veröffentlichten Ergebnisse beziehen sich vornehmlich auf den Schutz vor dieser Sublinie. Eine Biontech-Sprecherin sagte auf Anfrage, noch seien keine Daten veröffentlicht, wie die angepassten Impfstoffe gegen die aktuell vorkommenden Sublinien wie BA.4 und BA.5 im Vergleich zum bestehenden Vakzin abschneiden.

Wirkung gegen Omikron-Subtypen BA.4 und BA.5 noch unklar

Probandinnen und Probanden, die als Booster einen angepassten Impfstoff erhalten hatten, hatten danach „deutlich höhere neutralisierende Antikörperreaktionen“ gegen die Omikron-Sublinie BA.1 als beim bisherigen Biontech/Pfizer-Impfstoff, heißt es in der Mitteilung. Teil der Studie waren 1234 Teilnehmende im Alter ab 56 Jahren.

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In vorläufigen Laborstudien konnte den Angaben zufolge gezeigt werden, dass beide angepassten Impfstoffe auch Viren der Sublinien BA.4 und BA.5 ausschalten können, wenn auch in geringerem Umfang als bei BA.1. „Pfizer und Biontech werden in den kommenden Wochen weitere Studiendaten zu den Omikron-Varianten BA.4/BA.5 erheben“, so die Hersteller.

Die Immunität gegen das Coronavirus nach der Impfung oder einer Infektion wird derzeit noch erforscht. Wovon es abhängt, wie schnell die Immunität abnimmt, ist nicht abschließend geklärt. Laut RKI können neutralisierende Antikörper über mehrere Monate nach einer Infektion nachgewiesen werden. Insbesondere bei Menschen, die einen milden Verlauf durchgemacht haben, nehme die Zahl der Antikörper im Lauf der Zeit aber deutlich ab.

Erste Daten ließen auch nach einer Auffrischimpfung einen nachlassenden Schutz vor Infektion über die Zeit vermuten, so das RKI. „Die hohe Schutzwirkung gegenüber schweren Infektionen bleibt aber mindestens bis zu drei Monate nach der Auffrischimpfung bestehen.“ Daten für spätere Zeitpunkte liegen derzeit noch nicht vor. Auch eine zweite Auffrischung führe zu einer erneuten Verbesserung der Schutzwirkung. „Wie lange dies anhält, ist noch unklar“, so das RKI.

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Mit Material von dpa

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