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30 Jahre Rebell - Heinz Rudolf Kunze startet Jubiläumstournee in Leipzig

Leipzig. Während der Rock-Poet zum Auftakt seiner Jubiläumstour vor 2500 Zuschauern auf der Bühne im Leipziger Haus Auensee das Letzte aus sich herausholt, wippen die Ziffern im treibenden Rhythmus des Schlagzeugs und der Gitarren. Im Gepäck hat Kunze die aktuellen Nummern seines mittlerweile 32. Albums „Die Gunst der Stunde“ und seine größten Hits wie „Dein ist mein ganzes Herz“. Mit dem Titel feierte er Mitte der 80er-Jahre seinen großen Durchbruch.

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Fast das gesamte Konzert über feierte das Publikum den 1956 in einem nordrhein-westfälischen Flüchtlingscamp geborenen Kunze. Ihm selbst war angesichts der aktuellen Nachrichtenlage so gar nicht nach Feiern zumute war. „In diesen finsteren Tagen fällt das Singen schwer“, sagte der Musiker mit Blick auf die Erdbeben-, Tsunami- und Reaktorkatastrophe in Japan.

Die Ereignisse in Fernost seien der „Weltbrand“, der alle ratlos lasse. „99 Prozent von uns können sich das alles nicht erklären, und das eine Prozent, dass es könnte, erklärt es mit Worten, die niemand versteht.“ Unmissverständlich rief Kunze seine persönliche Botschaft ins Publikum. „Wir sollten uns jetzt richtig entspannen und abschalten, abschalten, abschalten.“

Auch nach drei Jahrzehnten im Show-Geschäft gibt sich der vielseitige Künstler kein bisschen ruhiger. In seinen Liedtexten lästert er offen über so manche Missstände in der Gesellschaft, gibt sich politisch und provoziert.

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So auch in seinem neuesten Titel „Ihr findet keine Insel“, das in Leipzig Weltpremiere feierte. Kunze habe den Song innerhalb des letzten Probetages geschrieben und komponiert, sagt er. Den Atomkraftgegnern könnte es als Hymne dienen: „Wo wollt ihr hin, wenn es knallt? Ihr findet keine Insel, keinen heilen Fleck“, singt der Deutschrocker.

Doch es geht auch harmonisch. Vor allem die Lieder seines neuesten Studioalbums „Die Gunst der Stunde“ widmen sich den angenehmen, den ruhigen Augenblicken des Lebens. So gesteht Kunze offen „Ich liebe dich“. Der Titel „Hunderttausend Rosen“ rückt den Rocker sogar in die Schlagernische - spätestens dann, als die Musiker mit ihren Instrumenten im Takt schunkelten.

Begleitet wurde Kunze von langjährigen Kollegen, wie dem Gitarristen Jörg Sander, der unter anderem auch für Udo Lindenberg spielt. Mit Soli stellte Sander bei den von Kunze sogenannten „alten Kamellen“ mehrfach unter Beweis, wie gut er sein Instrument beherrscht.

Erst nach zweieinhalb Stunden, gefühlten 40 Liedern und drei Zugaben, verabschiedet sich der Deutschrocker mit der Ballade „Schlaf gut“ von seinen Leipziger Fans. Das Konzert war ein kraftvoller Auftakt zu einer Jubiläumstour, die den Musiker in den kommenden Wochen unter anderem auch nach Berlin, Hamburg und Köln führen wird.

dpa

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