"A Way Out" im Spieletest

Aus diesem Gefängnis können Gamer nur zu zweit ausbrechen

Zusammen ist man weniger allein: In "A Way Out" starten Spieler im Koop-Modus einen Gefängnis-Ausbruch.

Zusammen ist man weniger allein: In "A Way Out" starten Spieler im Koop-Modus einen Gefängnis-Ausbruch.

Leipzig. Sich mit einer Freundin oder einem Freund vor den Fernseher setzen, die Konsole einschalten und auf einem zweigeteilten Bildschirm ein gemeinsames Abenteuer in der digitalen Welt erleben – das ist heute immer seltener möglich. Zwar bieten unzählige Spiele einen solchen Koop-Modus an, meist aber nur noch online-exklusiv. Nicht nur mit- sondern auch nebeneinander zu spielen, ist mittlerweile eine Rarität.

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Umso überraschender war die Ankündigung, die Branchen-Riese Electronic Arts im vergangenen Jahr machte: Das schwedische Studio Hazelight arbeite an "A Way Out", einem Adventure, das ausschließlich kooperativ bewältigt werden könne. Ein Novum in der digitalen Spielelandschaft.

In der rund acht- bis zehnstündigen Story übernehmen die Spieler die Kontrolle über Vincent und Leo, die das Schicksal als Zellennachbarn im Gefängnis zusammengeführt hat. Nun gilt es, den titelgebenden Weg nach draußen zu finden – nicht nur aus dem Knast, sondern auch aus der Kriminalität. Denn um wieder friedvoll mit ihren Familien zusammenleben zu können, müssen sich Vincent und Leo des Gangsterbosses Harvey entledigen, der beide verraten und dadurch hinter Gitter gebracht hat.

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Wer auf Entscheidungsfreiheit und clevere Rätsel gehofft hat, wird enttäuscht: „A Way Out“ präsentiert sich als filmisch inszeniertes, streng lineares Erlebnis. In den zahlreichen, sehr kurzen Kapiteln muss zumeist nur mit den richtigen Objekten in der richtigen Reihenfolge interagiert werden. Wirkliche Rätsel oder andere Denksportaufgaben bietet das Spiel ebenso wie alternative Lösungswege nicht. Lediglich an einem guten Dutzend Stellen muss sich das Duo für eine von zwei Optionen entscheiden, die aber kaum einen Unterschied machen.

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Für etwas Abwechslung sorgen belanglose Minispiele und simple, aber immerhin toll inszenierte Geschicklichkeitseinlagen wie eine Motorrad- oder Bootsfahrt. Anspruch sucht man bei „A Way Out“ mit der Lupe, die Intensität des spielerisch vergleichbaren „Heavy Rain“ wird niemals auch nur ansatzweise erreicht.

Referenzen an Film-Klassiker

Umso mehr müsste also die Story überzeugen. Die aber wandert auf ausgetretenen Pfaden. Zwar freuen sich Filmfans über Referenzen an Klassiker wie „Die Verurteilten“ oder „Flucht von Alcatraz“, was aber nicht über die stereotypen Figuren und unspektakulären Dialoge hinwegtäuschen kann.

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Immerhin bietet „A Way Out“ gegen Ende doch noch einige spielerische und inszenatorische Höhepunkte, so zum Beispiel eine spektakuläre Flucht aus einem Krankenhaus. Die stark filmische Bildsprache lässt dabei sogar die nicht mehr zeitgemäße Optik verschmerzen.

Fazit: "A Way Out" kann sowohl spielmechanisch als auch inhaltlich nur bedingt überzeugen. Die Story bietet kaum Neues, das Gameplay ist anspruchslos und stark linear. Deshalb liegt der Wiederspielwert nahezu bei null. Als einmaliges Erlebnis mit einem Freund ist "A Way Out" für Fans filmisch inszenierter, storygetriebener Spiele durchaus interessant – ob einem das aber auch 30 Euro wert ist, steht auf einem anderen Blatt.

Von Christian Neffe

Wertung und Infos

2,5 von 5 Punkten

Genre: Action-Adventure
Erscheinungsdatum: 23. März 2018
Plattformen: PC, Playstation 4, Xbox One
Preis: 29,99 Euro (hier bei Amazon kaufen)
Jugendfreigabe: ab 18 Jahren
Entwickler: Hazelight Studios
Publisher: Electronic Arts
Website:www.ea.com/de-de/games/a-way-out

Das sollten Eltern über A Way Out wissen

„A Way Out“ ist kein Spiel für Minderjährige. Besonders die Spielabschnitte im Gefängnis zeigen schonungslose Brutalität und Gewalt. Im Finale erwartet die Spieler zudem eine Actionpassage, in der zahlreiche Gegner in klassischer Shooter-Manier bekämpft werden müssen. Die USK hat das Spiel nur für Volljährige freigegeben.

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