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Das sichere Down Under: In der Pandemie wird Australien zum neuen Hollywood

Die Oper in Sydney ist ein beliebtes Fotomotiv bei Touristen – und könnte nun auch häufiger in Filmen auftauchen.

Die Oper in Sydney ist ein beliebtes Fotomotiv bei Touristen – und könnte nun auch häufiger in Filmen auftauchen.

Sidney. Netflix, Disney+, Hulu, Stan und Amazon Prime – Streamingdienste werden während der Pandemie immer beliebter. Netflix meldete erst in der vergangenen Woche, dass es die Marke von 200 Millionen Nutzern geknackt hat. Auch die Umsätze der Firma stiegen im Jahresvergleich um mehr als 20 Prozent auf 6,6 Milliarden US-Dollar. Das weltweite Publikum dürstet nach immer neuen Inhalten – vor allem die Millionen, die im Lockdown zu Hause festsitzen.

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Doch Hollywood tut sich schwer zu liefern. In Los Angeles, wo die meisten großen Filmproduktionen sitzen, wütet die Pandemie. Am 23. Januar meldete die „Los Angeles Times“, dass im Los Angeles County mehr als 5000 Covid-19-Patienten in weniger als einem Monat verstorben waren. Dieses Tempo unterstreiche „die grassierende und rücksichtslose Verbreitung des Virus“, hieß es in der Tageszeitung.

„The Show must go on“ – nun eben in Australien

Filmarbeiten, bei denen Menschen oft auf engem Raum und mit Körperkontakt arbeiten, sind in solch einem Umfeld zu riskant. Doch wie es auf Englisch so schön heißt: „The Show must go on.“ Oder wie Regisseur Patrick Clair im September gegenüber dem australischen Sender ABC sagte: „Ich denke, wir müssen alle sehr kreativ werden.“ Es müssten Wege gefunden werden, wie in einer Welt, in der das Filmen aus Sicherheitsgründen eingeschränkt sei, trotzdem Geschichten erzählt werden könnten.

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Ein Weg ist es offenbar, nach Australien auszuweichen. Das Land hat aufgrund geschlossener Außengrenzen, eines strengen Quarantäneprogramms, lokaler Lockdowns und aggressiver Kontaktverfolgung die Pandemie im Griff. Sogenannte Donut-Tage – Tage an denen keine einzige Infektion registriert wird – sind inzwischen keine Seltenheit mehr.

Internationales Rampenlicht derzeit auf Australien gerichtet

Das internationale Rampenlicht sei derzeit auf Australien gerichtet, sagte auch Kate Marks, Geschäftsführerin der lokalen Regierungsbehörde Ausfilm, die internationale Filmproduktionen unterstützt und Büros in Sydney und den USA hat. Aufgrund der geringen Covid-19-Verbreitung und eines 400-Millionen-Dollar-Stimuluspakets der australischen Regierung „betrachtet die Welt Australien jetzt als Ziel für die Produktion hochwertiger internationaler Bildschirminhalte“.

Ausfilm hat laut einem lokalen Medienbericht in den fünf Monaten bis Dezember Anfragen für insgesamt 37 Projekte erhalten – das sind 300 Prozent mehr als noch im Vorjahreszeitraum. Auf seiner Facebook-Seite bekundete Ausfilm, dass Melbourne gerade einen Produktionsboom erlebe und die Docklands Studios mit mehr Projekten denn je gesegnet seien. Alle Produktionen fänden „unter strengen Sicherheitsprotokollen“ statt, hieß es.

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Australien holt lukrative Geschäfte ins Land

Gedreht werden in Australien beispielsweise gerade der Netflix-Science-Fiction-Film „Escape From Spiderhead“ mit Chris Hemsworth, das Drama „Thirteen Lives“ über die Rettung der thailändischen Fußballmannschaft aus der Höhle, Fantasyspektakel „Thor: Love and Thunder“ mit Stars wie Matt Damon oder auch „Blacklight“ mit Liam Neeson – der mit spektakulären Verfolgungsjagden in Australiens verschlafener Hauptstadt Canberra Unruhe auslöste. Auch die australische Schauspielerin Nicole Kidman ist mit Ehemann Keith Urban in ihr Heimatland zurückgekehrt, um die Hulu-Serie „Nine Perfect Strangers“ zu drehen.

Während Australien lukrative Geschäfte ins Land holt, hat die Ankunft einiger Stars jedoch auch Ärger bereitet. Matt Damons Einreise Anfang Januar wurde kontrovers diskutiert, als der Star die Erlaubnis erhielt, seine zweiwöchige Quarantänezeit in einem Privathaus im beliebten Strandort Byron Bay zu verbringen statt in einem Quarantänehotel – eine Entscheidung, die einige als Doppelmoral kritisierten.

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