Höllentrip eines Künstlers: Leo Carax’ Kinofilm „Annette“

Amour fou: Adam Driver als Henry und Marion Cotillard als Ann in einer Szene aus dem Film „Annette“.

Amour fou: Adam Driver als Henry und Marion Cotillard als Ann in einer Szene aus dem Film „Annette“.

Konventionelle Filme? Non merci, das ist nichts für Leo Carax, der mit „Die Liebenden von Pont Neuf“ 1991 furios loslegte. Der Franzose liebt die Irritation und das Unberechenbare. Das alles liefert er in diesem düsteren Musical über Liebe, Hass, Leidenschaft und Wahnsinn.

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Zwischen dem erfolgreichen Stand-up-Comedian Henry (Adam Driver) und der gefeierten Opern­sängerin Ann (Marion Cotillard) funkt’s. Das glamouröse Paar braust über die Straßen von Los Angeles und singt in der Zweisamkeit ihres Strand­hauses eingängig „We love each other so much“. Ihre große Liebe wird gekrönt durch die Geburt eines seltsamen Kindes, Annette, die an eine hölzerne Puppe erinnert.

Während Ann die Bühnen der Welt erobert, hütet der eifersüchtige Henry das Baby und säuft. Bei seinen wenigen Auftritten kommen seine zynischen Gags und die Publikums­beschimpfung nicht mehr an. Die „Amour fou“ endet in einer Katastrophe.

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Die Art-Pop-Pioniere Sparks sowie die Brüder Ron und Russel Mael, lieferten Texte und mitreißende Musik. Fast alle Dialoge werden gesungen. Die Tragödie fasziniert durch knisternde Sinnlichkeit, herrlichen Kitsch und überwältigende Gefühle, macht es dem Zuschauer aber nicht leicht.

Carax erforscht Eitelkeiten und Versagens­ängste eines Künstlers. Er lässt ahnen, dass wohl einiges von ihm selbst in der wütenden Figur Henrys steckt. Der Balanceakt zwischen verzerrender Groteske und betörender Schönheit provoziert. Ein unbequemer Höllentrip, auf den man sich einlassen sollte – auch wenn’s wehtut.

„Annette“, Regie: Leo Carax, mit Adam Driver und Marion Cotillard, 140 Minuten, FSK 12

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