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Show im Leipziger Clara-Zetkin-Park

Knackiger Rock-Abend mit Wolfmother

Eigenwilliger Typ mit besonderer Stimme: Andrew Stockdale.

Eigenwilliger Typ mit besonderer Stimme: Andrew Stockdale.

Leipzig.Firlefanz mag Andrew Stockdale nicht. Ohne effekthaschendes Konzert-Intro wie Grollen oder Nebelschwaden betritt der Frontmann der Band Wolfmother die Bühne, reckt die Faust, als hätte er beim Dart gerade ins Bulls Eye getroffen und legt los. 1300 Fans erleben am Dienstag auf der Parkbühne im Clara-Zetkin-Park einen in Dramaturgie und Dauer knackigen Sommerrock-Abend, der auf den Solarplexus zielt.

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Rauhaar-Pumuckl Stockdale

Schon der Opener „Victorious“ dokumentiert, wie schwer es die Australier dem menschlichen Bedürfnis machen, ihre Musik in eine feste Kategorie zu sortieren. Stockdale und Kollegen haben im Fundus der Historie gewühlt und diverse Stofffetzen zu einem borstigen Flickenteppich vernäht. Die Unbändigkeit der 60er und 70er tauchen ebenso auf wie pure Hardrock-Elemente, Psychedelisches, punkiges Geschrammel und bluesige Zutaten. Das Hippieske äußert sich im Sound wie im Aussehen des Bandleaders. In ärmelloser Jeansweste über Leopardenmuster-Hemd steht er da und schüttelt die wilde Mähne. Ein eigenwilliger Rauhaar-Pumuckl mit gewöhnungsbedürftig quäkender Stimme, die an Jonny Rotten erinnert.

Von Whitesnake bis Turbostaat

Das Publikum, in der Altersstruktur ebenso unterschiedlich vertreten wie im rockmusikalischen Vorliebe-Spektrum (T-Shirts preisen Whitesnake ebenso wie Muse oder Turbostaat), feiert die Männer aus Sydney. Besonders prägnant sind die Intros. Das rumpelt, donnert, gurgelt und schmirgelt, manche Einstiege sind von klassischen Gitarrenspuren à la AC/DC oder Black Sabbath nur einen Saitensprung entfernt.

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Keine überflüssigen Worte

Ein Labermann ist Mister Stockdale nicht, fordert nur mal die Frauen vor „Woman“ auf, „some noise“ zu machen oder kündigt an, alle hier in eine andere „Dimension“ zu führen. „Leipzääääg, it’s getting crazy“, ruft der 42-Jährige mehrmals. Damit hat er 80 Minuten lang Recht. Nach „Gypsy Caravan“ und „Joker & The Thief“ als Zugabe ist Schluss. Stockdale ballt noch mal die Faust und verschwindet. Genügend Zeit, den Abend im Park bei einem isotonischen Getränk ausklingen zu lassen. Auch schön.

Von Mark Daniel

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