Benefizkonzert für „Leipzig hilft Kindern“

Musik aus Licht hören und helfen: Mit Sibelius und Dvorák im Gewandhaus in den Advent

Nikolaj Szeps-Znaider als Solist beim Gewandhausorchester.

Nikolaj Szeps-Znaider als Solist beim Gewandhausorchester.

Leipzig. Das Jahrhundert des Violinkonzerts war das 19. Von Beethoven über Mendelssohn, Brahms, Bruch bis Tschaikowski reiht sich Meisterwerk an Meisterwerk. Und diese Werke beherrschen bis heute die Spielpläne. Hin und wieder schafft es aber auch eines aus dem 20. Jahrhundert auf die Bühne. Was schön ist, weil die Beiträge, die beispielsweise Berg oder Britten, Korngold, Elgar oder Bartók zur Gattung beisteuerten, ebenfalls herrlich, dankbar, wirkungsgewiss sind.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Und dann ist da das Violinkonzert von Jean Sibelius. 1903 komponiert, 1904 überarbeitet, in dieser Version 1905 in Berlin uraufgeführt – mit Richard Strauss am Pult der Berliner Philharmoniker und Carl Halir an der Solovioline.

Unterwegs in eine eigene Zukunft

Das dreisätzige Werk, am Samstag steht es im Gewandhaus am Beginn der Festlichen Musik für die Stiftung „Leipzig hilft Kindern“, bildet gleichsam das Scharnier zwischen den Jahrhunderten: Klanglich und melodisch beim ersten Hören ganz der Spätromantik verpflichtet, stößt man bei jeder Begegnung mit dieser wunderbaren guten halben Stunde auf immer neue Hinweise darauf, dass Sibelius eben kein Epigone war, sondern in eine sehr eigene Zukunft unterwegs.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Der edle Kopfsatz, in dem eine ausladende Solokadenz die Funktion der Durchführung übernimmt, der zart singende Mittelsatz, der Danse macabre schließlich des technisch enorm anspruchsvollen Finales, sie sind bei Nikolaj Szeps-Znaider in den denkbar besten Händen. Mehrfach war der Däne mit den polnischen Wurzeln bereits als Solist beim Gewandhausorchester zu Gast. Mit Riccardo Chailly hat er draußen auf dem Augustusplatz Mendelssohn gespielt und drinnen Beethoven, und immer hat er das Leipziger Publikum zu Begeisterungsstürmen hingerissen.

Volle Meisterschaft

Das gelang bei seinen bisherigen Gastdirigaten beim Gewandhausorchester auch Franz Welser-Möst mit großer Zuverlässigkeit, der am Vorabend des ersten Advents in die Fußstapfen Richards Strauss’ tritt. Mit dem ihn die unaufgeregte und uneitle Souveränität des indes nicht gar so kargen Schlages verbindet.

Nach der Pause dirigiert er Antonín Dvoráks fünfte Sinfonie. Auch sie markiert einen Aufbruch. Denn der Mittdreißiger Dvorák zeigt sich in dieser Dreiviertelstunde in voller Meisterschaft – deren Erfolge er aber erst mit den kommenden vier Sinfonien vollends einfahren sollte. Und so steht die Fünfte bis heute ein wenig im Schatten. Das hat sie schon darum nicht verdient, weil sie selbst sozusagen aus klingendem Licht besteht. Genau die richtige Musik mithin, um im Benefizkonzert für die Stiftung „Leipzig hilft Kindern“, die den kompletten Erlös des Konzerts erhält, Hoffnung zu spenden.

Info: Samstag, 26. November, Gewandhaus An der Gewandhauskasse, unter Tel. 0341 1270280 oder auf www.gewandhausorchester.de gibt es noch Karten (6 bis 80 Euro). Helfen Sie helfen!

Laden Sie sich jetzt hier kostenfrei unsere neue LVZ-App herunter: für iOS oder für Android

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Von lvz

Mehr aus Kultur in Leipzig

 
 
 
 
 
Anzeige
Anzeige
Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Outbrain UK Ltd, der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen.

 

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unseren Datenschutzhinweisen.

Verwandte Themen

Letzte Meldungen

 
 
 
 
 
 
 
 
 

Spiele entdecken