Dauerausstellung

„DDR-Comic ‚Mosaik‘ - Dig, Dag, Digedag“ im Zeitgeschichtlichen Forum

Eine ganze Wand voll Mosaik-Hefte - da schlägt jedes Fanherz höher.

Eine ganze Wand voll Mosaik-Hefte - da schlägt jedes Fanherz höher.

Die Schau „DDR-Comic ‚Mosaik‘ - Dig, Dag, Digedag“ umfasst rund 150 Zeichnungen, Entwürfe, Vorlagen und Modelle aus dem Archiv, das der Erfinder der „Digedags“, Johannes Hegenbarth, 2009 der Stiftung Haus der Geschichte übergab. Zahlreiche „Mosaik“-Geschichten laden zum Schmökern ein. So eröffnen sich dem Betrachter vielfältige Facetten des legendären Comics und darüber hinaus sowohl Einblicke in den Arbeitsalltag des „Mosaik“-Teams als auch in die jahrzehntelangen Auseinandersetzungen mit dem Verlag und den Funktionären der SED.

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Die Ausstellung ist im Zeitgeschichtlichen Forum Leipzig bei freiem Eintritt zu sehen. Das Haus ist dienstags bis freitags von 9 bis 18 Uhr sowie am Wochenende von 10 bis 18 Uhr geöffnet.

Die Zeitschrift "Mosaik"

Sie war eine Ausnahme in der streng reglementierten Presselandschaft der DDR, die Zeitschrift "Mosaik". 1955 nutzte der Zeichner und Karikaturist Johannes Hegenbarth, alias Hannes Hegen, die Gunst der Stunde und trug dem Verlag "Neues Leben" seine Idee einer "Bilderzeitschrift" vor. Dieser hatte gerade den Auftrag erhalten, eine eigene "sozialistische Bildgeschichte" zu entwickeln, um die Jugend vor schädlichen westlichen Einflüssen zu schützen. In dieser Situation kam das Angebot Hegenbarths gerade zur rechten Zeit.

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Von 1955 bis 1975 erschienen in der DDR 223 Hefte in einer Auflage von bis zu 660.000 Exemplaren, zuerst im Buchverlag "Neues Leben", ab 1960 im Verlag "Junge Welt", der auf Kinder- und Jugendzeitschriften spezialisiert war. Die drei Helden Dig, Dag und Digedag setzten sich für die Unterdrückten ein und begegneten mit List und Mut jeder Gefahr. Den Lesern boten ihre Abenteuer spannende Geschichten, die ihnen neben der Unterhaltung auch viel Wissen über Kultur, Geschichte, Naturwissenschaft und Technik vermittelten.

Abenteuer-Geschichten

Denn mit den "Digedags" reisten die Leser aus der Enge der DDR-Realität in fremde, oft unerreichbare Länder und ferne Zeiten. Sie erlebten Abenteuer in der Südsee und im antiken Rom, flogen ins Weltall, begegneten berühmten Erfindern und begleiteten Ritter Runkel auf eine turbulente Schatzsuche von Venedig bis nach Kleinasien. Schließlich verschlug es sie in das Amerika kurz vor Ausbruch des Bürgerkriegs und in den märchenhaften Orient.

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Keine politischen Inhalte

Jungpioniere und kommunistische Helden spielten bei "Mosaik" jedoch keine Rolle. Immer wieder musste sich Hannes Hegen gegen Versuche politischer Einflussnahme wehren. Mehrfach sorgten seine Kritiker dafür, dass die Zeitschrift kurz vor dem Aus stand. Vor allem die hohe Nachfrage der stets restlos vergriffenen Hefte sicherte das Überleben. Mit den Einnahmen konnte der Verlag seine politischen Publikationen mit finanzieren.

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Die "Abrafaxe" als Nachfolger

Im Juni 1975 kam das Ende für das "Mosaik von Hannes Hegen". Hegenbarth kündigte seinen Vertrag, nachdem er eine Verbesserung der Produktionsbedingungen nicht hatte durchsetzen können. Der Verlag allerdings wollte nicht auf sein erfolgreichstes Produkt verzichten und setzte den Comic mit einem Großteil des alten Teams und mit den "Abrafaxen" als neuen Hauptfiguren fort. Die "Digedags" jedoch blieben präsent. Sie wurden zum Mythos, der bis heute viele Menschen begeistert und bewegt.

„DDR-Comic ‚Mosaik‘ - Dig, Dag, Digedag“, Präsentation in der Dauerausstellung im Zeitgeschichtlichen Forum Leipzig

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