Sind Sie bereits Abonnent? Hier anmelden

 

Sind Sie bereits Abonnent? Hier anmelden

Konzert

Decades Tour: Nightwish feiert die letzten 20 Jahre mit Fans in der Arena Leipzig

Metall-Engel: Nightwish-Sängerin Floor Jansen.

Metall-Engel: Nightwish-Sängerin Floor Jansen.

Leipzig, .Neblige Landschaften, Wasserfälle, Regenbögen. Mystische Lichter, die von den Bäumen dunkler Wälder hängen. Auf einer riesigen Leinwand laufen Filmsequenzen, die Fantasy-Fans in den Zustand der Glückseligkeit bringen. Eigentlich fehlt nur Vampir Edward aus Twilight, der ab und an mit blassem Teint durchs Bild huscht. Ein heulender Werwolf ist zumindest vertreten. Vor der Leinwand steht eine Einsachtzig-Frau mit langem dunklem Haar, das im Sturm des Ventilators wirbelt. Ihre Stimme ist klar, die Arme hat sie ausgebreitet, als wolle sie alle umarmen Mit dem aktuellen Album „Decades“ tourt die finnische Symphonic-Metal-Band Nightwish aktuell durch die Welt. Am Wochenende nahm die Gruppe um Keyboarder Tuomas Holopainen die Fans in der gut zu zwei Drittel gefüllten Arena mit auf eine Reise durch mystische Klang- und Bilderlandschaften.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Noch bevor Nightwish die Fans beim Leipzig-Konzert ihrer Tournee in die letzten musikalischen Jahrzehnte versetzt, steht eine Bitte auf der Riesen-Leinwand. „Seid keine digitalen Sklaven – zumindest für die nächsten zwei Stunden!“ Daraufhin steckt ein Großteil der Besucher die Smartphones wieder in die Taschen.

Die Fans mögen auch Stilleres

Nach einem Countdown beginnt die Show ruhiger als erwartet: Troy Donockley eröffnet das Konzert mit einem Flöten- und Dudelsack-Solo. Die Fans mögen offenkundig auch stillere Songs. Als Sängerin Floor Jansen ihre kräftige Stimme zu „Dark Chest of Wonders“ anstimmt, ist das Publikum jedoch mindestens genauso glücklich.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Spätestens beim Klassiker „Wish I Had an Angel“ hält es niemanden mehr auf seinem Sitzplatz. Bassist und Sänger Marco Hietala überzeugt dabei mit beachtlicher Stimm-Kraft. Er blickt mit Tuomas Holopainen, Emppu Vuorinen, Marco Hietala, Troy Donockley, Jukka Nevalainen, Kai Hahto und Floor Jansen auf mehr als zwei Jahrzehnte Bandgeschichte zurück – auch wenn die niederländische Sängerin selbst erst seit fünf Jahren dabei ist. Zuvor gaben Tarja Turunen und Anette Olzon der Band aus der finnischen Kleinstadt Kitee ihren Stimmen. Nach unzähligen Singles, acht Studioalben, mehreren Live-Veröffentlichungen feiern sie mit „Decades“ 20 Jahre Bandgeschichte mit ihren Fans.

Die Band greift lautstark zu ihren Klassikern wie „Beauty of the East“, „Élan“ und „10th Man Down“. Die Skandinavier mischen ihre Alben stilistisch gründlich durch. Diese Experimentierfreude brachte der Band ihr eine große Anhängerschaft ein – zuletzt bemängelten Fans der ersten Stunde aber auch eine zunehmende Verschiebung in Richtung Mainstream.

Die Fans passen perfekt in die Szene

Nebel, der wie ein Wasserfall von der Bühne fließt, Feuerwerk und Knaller – mit optischen Effekten geizen die Finnen nicht. Flammenwerfer, Feuerbälle und Blitze begleiten die Show und bringen die Nightwish-Fans einmal nach Mittelerde und zurück. Ein Großteil von ihnen hat die 40 längst überschritten. Mit Teufelshorn-Handzeichen, schwarzer Kleidung und langen Haaren passen diese perfekt in die Szenerie.

Zwischendurch bedankt sich Floor Jansen für den Einsatz der Besucher: „Thank you for your energy. It’s amazing”. Dabei präsentiert sie mit ausdauerndem Headbanging und viel Körpereinsatz eine mindestens ebenso beachtliche Leistung auf die Bühne. Ihre Stimme kommt jedoch bei sanfteren Songs besser zur Geltung, zwischenzeitlich scheint sie gegen die laute Band ankämpfen zu müssen.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Nach einer kurzen Kunstpause führen die Skandinavier mit dem Longtrack „The Greatest Show on Earth“ zum ausgedehnten Finale. In diesen 24 Minuten offenbart sich den Arena-Besuchern eine musikalische Welt, in der neben Jansens und Hietalas Gesang auch Walgeräusche und andere Tierlaute ihren Platz finden. Nach zwei Stunden endet die Show im roten Regen aus unendlich vielen kleinen Papierschnipseln und mit rückhaltlos jubelnden Besuchern.

Von Maria Sandig

Anzeige
Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Outbrain UK Ltd, der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen.

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unseren Datenschutzhinweisen.