„Django“ – Ein Hasardeur des Swing

Er lacht über die Nazis und packt sie mit seiner Musik: Der Jazzgitarrist Django Reinhardt (Reda Kateb) hält nichts von Politik.

Er lacht über die Nazis und packt sie mit seiner Musik: Der Jazzgitarrist Django Reinhardt (Reda Kateb) hält nichts von Politik.

Hannover. „Django“ ist mehr als ein reiner Rückblick in die Musikgeschichte: Das Drama handelt von der Selbstbehauptung der Kunst gegenüber der Politik. Anfangs allerdings ist Django Reinhardt (Reda Kateb) Politik schnuppe. Der Krieg ist für ihn Sache der Nicht-Sinti. 1943 gilt der Gypsy-Gitarrist mit der verkrüppelten Hand als Genie, als Erfinder des europäischen Jazz mit der Extraportion Debussy.

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Die Herrenmenschen hassen den Blues

Sogar die Wehrmacht liebt den Hasardeur. Er soll eine Deutschland-Tournee absolvieren – während Angehörige seiner Volksgruppe in den Konzentrationslagern sterben. Django amüsiert sich über die geforderten Einschränkungen: Kein Blues, kein Solo über mehr als fünf Sekunden und Ähnliches mehr. Die Deutschen wollen einen gezähmten Django, so als spürten sie, dass dieser Improvisationskraft mit keinem Führerbefehl beizukommen ist.

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Doch die Drangsalierungen nehmen zu. Irgendwann versucht Django, in die Schweiz zu entkommen. Zuvor aber werden wir Zeuge eines bemerkenswerten Konzerts: Die Impulsivität von Djangos Spiel reißt die Herrenmenschen von den Plätzen. Sie vergessen die Eroberung der Welt, zucken im Rhythmus der Musik und eröffnen der Résistance ungeahnten Bewegungsspielraum. In diesem Moment hat Django sich nicht nur aus seinem Künstlerkokon befreit, sondern auch Musik als Befreiungsinstrument eingesetzt. Insgesamt mag das Drama ein wenig hölzern daherkommen, aber die Geschichte Djangos beeindruckt.

Von Stefan Stosch / RND

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