Ausstellungs-Eröffnung

Druckgrafik von Markus Lüpertz im Leipziger Museum für Druckkunst

Markus Lüpertz im Museum für Druckkunst Leipzig vor seinem Zyklus  „Michael Engel“.

Markus Lüpertz im Museum für Druckkunst Leipzig vor seinem Zyklus „Michael Engel“.

Leipzig. Nicht viele Künstler können eine solche Zufriedenheit ausstrahlen, während sie „Ich bin nicht zufrieden“ sagen. Aber Markus Lüpertz, 77, seufzt dabei fast wohlig in die Runde mit dieser Stimme, diesem Tonfall, die Hanns Dieter Hüsch ihm vermacht haben und die unter dem Welthaltigen seiner Worte immer Koketterie mitschwingen lassen und in der Ironie den Ernst.

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Der Malerfürst ist also wieder in Leipzig. Und er ist es wieder nicht vor allem als Maler. Denn im Museum für Druckgrafik in Plagwitz eröffnete am Donnerstagabend eine in Zusammenarbeit mit der Düsseldorfer Galerie Breckner entstandene Ausstellung, die schlicht „Markus Lüpertz. Druckgrafiken“ heißt und 80 einschlägige Arbeiten zeigt, die seit den 80ern und bis in den letzten Sommer entstanden. Es sind kleine und große dabei, farbige und schwarz-weiße, und sie entstanden in handwerklicher Meisterschaft mit einer Vielzahl druckgrafischer Techniken, die dem Meister allesamt eigentlich nicht ganz geheuer, weil sie „furchtbar schwerfällige Mädchen sind. Mit fehlt dafür die Geduld, ich zeichne schnell und kann nicht gut auf Ergebnisse warten.“

Doch insgesamt kann er nicht anders, als beim Blick über seine Werke im dritten Stock des Museums festzustellen: „Ich finde, dass ich auf dem richtigen Weg bin.“ Aber das letzte Rätsel bleibt einstweilen ungelöst: „Es ist das Thema. Ich bin auf der Suche nach einem Thema, das ich nicht mit Malerei, nicht mit Skulptur und auch nicht mit Literatur, sondern nur mit Druckgrafik lösen kann.“

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Vieles hat er ausprobiert: Abstrakte Bänder und Schraffuren in den 80ern, Mykenisches, Altgriechisches, Arkadien, in der Mitte seiner Suche, und die jüngsten Arbeiten der Schau wenden den Blick nach Italien. Recht zufrieden bleibt der des Malerfürsten auf „Tosca“ hängen, einer jüngeren Arbeit. „Der Totenschädel, der Hut, die Weinflasche – so etwas würde ich niemals malen. Gemalt würde das Kitsch.“ Aber grafisch – von Kitsch keine Spur. Der gleiche Befund bei den jüngsten Arbeiten der Ausstellung. Der Zyklus „Michael Engel“ verbeugt sich mit Blick in die Sixtinische Kapelle („alles total verhunzt“) vor Michelangelo und schließt den grafisch arbeitenden Maler Lüpertz mit dem bildhauerisch arbeitenden Maler Lüpertz kurz. Da sieht Adam aus der „Erschaffung der Welt“ plötzlich aus wie eine Skulptur von einem der Medici-Gräber. Magisch, monumental, so schlicht wie kraftvoll – und durchaus ein Grund zur Zufriedenheit.

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Dazu passt Lüpertz’ Gastgeschenk ans Druckkunst-Museum: eine taufrische Kaltnadelplatte, die die Skizze einer neuen Lüpertz-Skulptur zeigt, einen Faun. Sie wird im Haus in einer 30er Auflage gedruckt und kommt der Arbeit des Museums zugute. Der Verkaufspreis wird voraussichtlich zwischen 900 und 1000 Euro liegen.

Bis 28. April 2019 im Museum für Druckkunst Leipzig.

Von Peter Korfmacher

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