Bach-Museum Leipzig

Im Dialog: Der Maler Michael Triegel und der Komponist Johann Sebastian Bach

Entwurf zum Deckengemälde „Harmonia Mundi“ (Ausschnitt), 2009 Mischtechnik auf Papier, Museum der bildenden Künste Leipzig.

Entwurf zum Deckengemälde „Harmonia Mundi“ (Ausschnitt), 2009 Mischtechnik auf Papier, Museum der bildenden Künste Leipzig.

Leipzig. Sowohl der Leipziger Maler Michael Triegel (geb. 1968) als auch der Barockkomponist Johann Sebastian Bach (1685–1750) widmen sich in ihren spezifischen Kunstgattungen grundlegenden Themen menschlichen Seins wie Glaube und Zweifel, Leben und Tod, Schönheit und Vergänglichkeit.

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Triegel erschafft im Rückgriff auf die Kunst vergangener Epochen Bilder von hoher Aktualität. Die Werke Bachs sind höchst gegenwärtig und ziehen Menschen weltweit in ihren Bann.

Für die Kabinettausstellung „Bach und Triegel. Im Dialog“ hat Kuratorin und Museumleiterin Kerstin Wiese 33 von Michael Triegel ausgewählte Gemälde, Zeichnungen, Druckgraphiken und Probescheiben in einen Dialog mit klingenden Musikstücken Johann Sebastian Bachs gestellt. Originale Notenhandschriften, Bibeln, Textdrucke und andere Werke aus Bachs Bibliothek gewähren darüber hinaus Einblicke in die barocken Kompositionen und ihre Quellen.

Malerei im altmeisterlichen Stil

Triegel malt im altmeisterlichen Stil und bedient sich aus dem reichen Schatz der christlichen und mythologischen Ikonographie. Bekannte Bildmotive löst er durch überraschende Kombinationen, Fehlstellen und Details aus dem gewohnten Kontext und fügt sie zu ganz eigenen Bildschöpfungen zusammen. Bach führte Kompositionstechniken, Musikstile und -gattungen der Gegenwart und Vergangenheit zu beispielloser Meisterschaft. Er setzte sich intensiv mit Musiktheorie, Bibel und anderen Textgrundlagen seiner Werke auseinander.

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Studie zum Gekreuzigten, 2006 Kohle auf Bütten, Privatbesitz Michael Triegel

Studie zum Gekreuzigten, 2006 Kohle auf Bütten, Privatbesitz Michael Triegel

Präsentiert werden die Werke Triegels und Bachs gemeinsam gruppiert in Themenfeldern: Gott und der Mensch, Leben und Tod, Glaube und Zweifel, Verwandlungen, Engel und Menschen oder Landschaften. Zu Triegels „Studie zum Gekreuzigten“ (2006) erklingt beispielsweise die Sopran-Arie „Aus Liebe will mein Heiland sterben“ aus Bachs Matthäus-Passion. Der Entwurf des Deckengemäldes „Harmonia Mundi“ (2009) wird mit dem Contrapunctus XII aus „Die Kunst der Fuge“ BWV 1080 in Verbindung gebracht.

Ein Kapitel ist zudem Triegels Entwürfen für die Fenster der Kirche St. Mariä Himmelfahrt in Köthen gewidmet, denen Kantaten Bachs zu den Festen Mariä Verkündigung, Mariä Heimsuchung und Mariä Reinigung (BWV 1, 10 und 125) entgegengesetzt werden.

Ein weiteres Themenfeld – Vita Christi – thematisiert die Lebensgeschichte des Erlösers. Diese nimmt sowohl in den Werken Michael Triegels als auch in denen Johann Sebastian Bachs eine zentrale Stellung ein. Die Ausstellung verweist damit auch auf das Bachfest Leipzig 2021 mit dem großangelegten Zyklus »Bachs Messias«, der das Leben und Wirken Jesu von Nazareth in zahlreichen Kantaten sowie Oratorien und der Matthäus-Passion chronologisch erzählt.

Kerstin Wiese, Leiterin des Bach-Museums Leipzig: „Die barocken Kompositionen Johann Sebastian Bachs inspirieren dazu, sich intensiv mit den Gemälden, Zeichnungen und Druckgrafiken Michael Triegels auseinanderzusetzen. Die Werke des Gegenwartskünstlers wiederum bereichern das Hören der historischen Musik um neue Aspekte. Wir möchten die Besucherinnen und Besucher des Bach-Museums auf eine inspirierende Reise durch Musik, Kunst und Zeit einladen. Ich danke Michael Triegel, der Galerie Schwind und allen Leihgebern für die großzügige Unterstützung sowie Bachfest-Intendant Michael Maul für die Idee zu einer Ausstellung mit Werken Triegels.“

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Von PM/LMG

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