Der Regisseur Jiri Menzel nahm das Leben mit Humor, er ließ ihn die Gängeleien des real existierenden Sozialismus ertragen, er durchzieht seine feinsinnigen poetischen Filme, er ließ ihn selbst sich nicht so furchtbar ernstnehmen. Nun ist der Oscar-Preisträger 82-jährig gestorben.
Leipzig.Die „Prawda“, das Zentralorgan der sowjetischen KPdSU, schoss ideologisch verdammt scharf. Nur ein einziges Mal jedoch traf es einen Film. Der hieß „Launischer Sommer“, erzählte von drei gesetzten Männern in einer Landidylle, von üppigem Essen, einer frivolen Frau und einem Wanderzirkus. Eine verspielte Kleinbürger-Allegorie als hintersinniges Gesellschaftsporträt. Für die Moskauer „Prawda“ der gefährliche Ausfluss des zersetzenden Prager Frühlings.