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Mehr als 100 Lesungen

Leipzig liest trotzdem: Mehr als hundert Lesungen am Buchmesse-Wochenende

Leipzig soll eine Lesestadt bleiben – mehrere Initiativen erarbeiten deshalb Ersatzprogramme für die erneut ausfallende Buchmesse.

Leipzig soll eine Lesestadt bleiben – mehrere Initiativen erarbeiten deshalb Ersatzprogramme für die erneut ausfallende Buchmesse.

Leipzig.Leipzig liest – jetzt erst recht. Wegen der Corona-Pandemie fallen die Buchmesse und das Lesefestival "Leipzig liest" zum dritten Mal in Folge aus. Doch mehrere Kulturschaffende und Veranstalter setzen ein Zeichen und organisieren Ersatzprogramme. Kulturbürgermeisterin Skadi Jennicke (Die Linke) begrüßt die Initiativen und stellt Finanzhilfen in Aussicht.

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LVZ-Lesenacht und Popup-Messe

LVZ-Lesenacht in der LVZ-Kuppel: Freitag, 18. März – ab 16 Uhr: Frank Müller (Die Delegierten). Ab 20 Uhr: Takis Würger (Buchtitel noch nicht bekannt), Ronya Othmann (Gedichte „Die Verbrechen“), Bettina Wilpert (Herumtreiberinnen). Samstag, 19. März – ab 16 Uhr: Imre Grimm (Über Leben in Deutschland). Ab 20 Uhr: Bernd-Lutz Lange (Freie Spitzen). Weitere Lesungen sind in Planung. Tickets je Veranstaltung – Preisgruppe 1: 10 Euro für Abonnenten und 18 Euro für Nicht-Abonnenten, Preisgruppe 2: 7 Euro für Abonnenten und 15 Euro für Nicht-Abonnenten. Der Vorverkauf startet am 23. Februar unter www.ticketgalerie.de und im LVZ-Media-Store im Peterssteinweg 19.

„Buchmesse Popup“ im Werk 2: 18. März (12 bis 18 Uhr) sowie 19. und 20. März (10 bis 18 Uhr) im Werk 2; Lesungen in den Cammerspielen. Tickets: 6 Euro.

Literaturhaus (Gerichtsweg 28): Veranstaltungen unter anderem am 16. März (17 Uhr) – Buchpremiere mit Kaśka Bryla (Die Eistaucher), am 17. März (18 Uhr) – „Das Gastland Portugal stellt sich vor“ sowie am 19. März (20 Uhr) – neue Literatur aus den Niederlanden. Kartenvorbestellungen zwischen 9 und 16 Uhr unter der Telefonnummer 0341/30 85 10 86, tickets@literaturhaus-leipzig.de oder www.literaturhaus-leipzig.de.

Moritzbastei und Felsenkeller: Veranstaltungen der Initiative Weiterlesen am 19. und 20. März. Tickets für 15 Euro für beide Veranstaltungstage und alle Lesungen sowie für 10 Euro für einen Tag und alle Lesungen ab 18. März unter www.weiterlesenleipzig.de.

Weitere Lesungen sind in Vorbereitung.

Popup-Messe im Werk 2

"Nach der Absage der hochgeschätzten Leipziger Buchmesse wollten wir nicht untätig bleiben", sagen Leif Greinus vom Verlag Voland & Quist und Gunnar Cynybulk vom Kanon-Verlag. Sie sind die Initiatoren der "Buchmesse Pop up", die vom 18. bis 20. März im Werk 2 stattfindet; mehr als 50 Verlage präsentieren ihre aktuellen Titel. Auch der internationale Autorenverband PEN ist dabei. Und in den Cammerspielen finden bis zu 60 Lesungen statt. "Unsere Initiative ist als einmaliges Ereignis gedacht", betont Tom Kraushaar von Klett-Cotta. "Sie richtet sich nicht gegen die etablierte Messe und auch ausdrücklich nicht gegen die Verlage, die aus nachvollziehbaren Gründen ihre Teilnahme an der Buchmesse abgesagt haben."

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Literaturhaus will Fahne hochhalten

Das Literaturhaus Leipzig hält an seinen 20 Veranstaltungen fest, die eigentlich im Rahmen von "Leipzig liest" geplant waren. Vielleicht, sagt Sprecherin Carmen Laux, kommen sogar noch ein paar Lesungen dazu. "Es ist selbstverständlich, dass wir als Literaturhaus Leipzig die Fahne hochhalten für die Buchmesse", erklärt Laux, "damit Leipzig weiter die Lesestadt bleibt." Im Literaturhaus stellt sich unter anderem mit Portugal das Gastland der abgesagten Messe vor. Ebenfalls eher den Lesungs- als den Messegedanken verfolgt die Initiative Weiterlesen, die am 19. und 20. März rund 40 Veranstaltungen in Moritzbastei und Felsenkeller anbietet. "Die Literatur gehört einfach zu Leipzig", sagt Susanne Tenzler-Heusler, Sprecherin der Gruppe. Das Ganze sei aus einer Stammtisch-Idee entstanden – wegen vieler unglücklicher Gesichter bei Autorinnen und Autoren, aber auch beim Publikum.

LVZ-Lesenacht findet statt

Die LVZ bleibt bei ihrer LVZ-Lesenacht am 18. und 19. März. „Leipzig ist Lese- und Buchstadt – und es ist wichtig, dass auch in einem weiteren Jahr ohne Buchmesse die Literatur trotzdem eine Rolle spielen kann“, sagte Chefredakteurin Hannah Suppa. „Deswegen will auch die LVZ die Tür für Literatur und ein Publikum öffnen. Wir freuen uns sehr auf zwei Tage ,LVZ liest‘ in unserem Haus.“ Mindestens sechs Lesungen soll es in der LVZ-Kuppel geben – unter anderem mit Bernd-Lutz Lange, Takis Würger und Ronya Othmann. Auch die MDR-Buchnächte in der Alten Handelsbörse am 17. und 18. März finden statt. „Damit wollen wir ein Zeichen der Solidarität zur Buchmesse, zu ,Leipzig liest’ und zu den Autorinnen und Autoren setzen“, so MDR-Sprecher Alexander Hiller.

Kleineres Programm in Buchhandlungen

Von den acht Lesungen in der Buchhandlung Ludwig im Hauptbahnhof bleiben nach aktuellem Stand immerhin drei übrig – Bernd Stelter, Constanze Neumann und Andreas Altmann. „Wenn es Verlage und Autoren gibt, die bei ihrem Programm bleiben wollen, dann ermöglichen wir das auch“, sagt Mitarbeiterin Kristin Förster. „Die Leute möchten dieses Erlebnis mit den Autoren – letzten Herbst hatten wir mehrere Veranstaltungen, die waren alle ausverkauft.“ Bei Thalia in der Grimmaischen Straße hatte man die Lesungen zur Buchmesse nach der Absage „eigentlich ad acta gelegt“, wie Filialleiterin Lisa Stollwerk erklärt. „Doch jetzt kommen wir auch ins Grübeln.“ Die Entscheidung über ein Ersatzprogramm fällt nächste Woche. Auch bei Hugendubel ist noch nicht klar, ob doch noch Lesungen stattfinden.

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Jennicke stellt Finanzhilfen in Aussicht

Die Leipziger Messe sieht die Initiativen positiv: „Alles, was auf den Literaturstandort Leipzig einzahlt, hilft“, sagte Buchmesse-Sprecherin Julia Lücke. Vor allem die „Buchmesse popup“ sei „eine logische, folgerichtige Konsequenz der aktuellen Entwicklung“ und zeige, „dass eine Präsentation der Verlage im Frühjahr in Leipzig gesucht wird und wichtig ist“. Und auch Kulturbürgermeisterin Jennicke schätzt das Engagement: „Wir begrüßen alle Aktivitäten, die Leipzig als Literatur- und Buchstandort stärken und sehen mit Freude, wie sehr die Leipzigerinnen und Leipziger ihre Buchmesse und das dazugehörige Lesefest verteidigen.“ Bei Lesungen, die im Rahmen von „Leipzig liest“ geplant waren und für die nun Finanzierungslücken entstehen, wolle man mit dem Kulturamt nach Möglichkeiten „im kleinen Rahmen“ suchen, kündigt Jennicke an.

Von Björn Meine

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