Nach Absage der Leipziger Buchmesse

Leipzig wird zur Bühne für Literatur aus Portugal und aus Südosteuropa

Buchmesse-Schwerpunkte und Gastland-Auftritte ermöglichen Begegnungen mit Menschen und Literatur.

Buchmesse-Schwerpunkte und Gastland-Auftritte ermöglichen Begegnungen mit Menschen und Literatur.

Leipzig. Die Leipziger Buchmesse ist abgesagt, die Literatur Südosteuropas dennoch zu erleben – live in Leipzig und auch online. Dazu gehören die Balkannacht und die Balkan Film Week. Der Schwerpunkt „Common Ground. Literatur aus Südosteuropa“, geplant für die Buchmessen 2020 bis 2022, die alle drei abgesagt wurden, ist nun also mit einem abgewandelten Programm zu erleben unter dem diesjährigen Motto „Wir und sie“. Organisiert wird der Auftritt vom Netzwerk Traduki.

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Der Südosten Europas stehe „für Diversität schlechthin – in sprachlicher, kultureller, politischer und ethnischer Hinsicht, aber auch wenn es um Landschaften, Gesellschaften, Lebenswelten und Weltanschauungen geht“, erklären Traduki-Geschäftsleiterin Angelika Salvisberg und Antje Contius, Geschäftsführerin der S. Fischer Stiftung, in einer Mitteilung. Der Balkan sei eine Region voller Widersprüche und Herausforderungen, eine Weltgegend voller Geschichte und voller Geschichten.

Das Verbindende im Anderssein

Im verbindenden Motto „Wir und sie“ geht es auch um Trennendes, wozu Nationalitäten, Sprachen, ethnische Zugehörigkeit, sozialer Status, Alter, Geschlecht, Religionen, sexuelle Orientierungen oder Weltanschauungen gehören. Die Frage sei, „wie man konstruktiv und produktiv mit Unterschieden umgehen oder sie sogar überwinden kann“. In virtuellen Lesungen und Gesprächen gehen der bulgarische Autor Georgi Gospodinov oder die im heutigen Moldawien geborene Autorin Tatiana Tîibuleac Fragen nach dem Verbindenden im Anderssein nach und stellen ihre Bücher vor.

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Die Balkannacht am 19. März im UT Connewitz ermöglicht Begegnungen mit Autoren aus Südosteuropa, mit Literatur, Musik und Film. Die 4. Balkan Film Week stimmt bereits vom 27. Februar bis 1. März im UT Connewitz und online mit sieben Filmbeiträgen auf das literarische Programm ein.

Geschichten aus Albanien und Jugoslawien

Zu den literarischen Neuerscheinungen des Frühjahrs gehören. Stefan Çapaliku, Ana Schnabl und Stefan Boškovic. In „Jeder wird verrückt auf seine Art“ zeichnet Çapaliku ein umfassendes Bild Albaniens während des Kommunismus und beschreibt die Realität eines kommunistisch regierten, längst abgewirtschafteten Landes (Transit Verlag).

Ana Schnabls „Meisterwerk“ spielt im Jugoslawien der 80er-Jahre und ist Liebesgeschichte und Politthriller zugleich (Folio Verlag). Und mit Boškovic „Der Minister“ erscheint ein mit dem Literaturpreis der Europäischen Union 2020 ausgezeichnetes Buch in deutscher Übersetzung – eine Satire, die sich mit Fragen des politischen und sozialen Wandels und der Kluft zwischen der politischen Elite und den Bürgern beschäftigt (eta Verlag).

„Unerwartete Begegnungen“ mit Gastland Portugal

Auch das Gastland Portugal will trotz der Absage der Leipziger Buchmesse seine Literatur in Deutschland präsentieren. Geplant sind Lesungen mit Autorinnen und Autoren in Leipzig sowie Aktionen in Buchhandlungen. Weil die ursprünglich auf der Messe geplanten 42 Veranstaltungen nun nicht stattfinden können, will Portugal Spielstätten im Stadtgebiet nutzen, um „Unerwartete Begegnungen“ – so das Gastlandmotto – zu ermöglichen.

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Für diese Vielfalt stehen auch neue Stimmen aus Portugal und weiteren portugiesischsprachigen Ländern wie Angola, Guinea-Bissau, Kap Verde, Mosambik oder São Tomé e Príncipe. Zehn von ihnen nehmen an dem Programm Portugals im Literaturhaus Leipzig und in der Schaubühne Lindenfels teil, darunter Dulce Maria Cardoso, José Luís Peixoto, Yara Monteiro und Margarida Vale de Gato.

Informationen: traduki.eu/common-ground; www.camoesberlim.de

Von LVZ

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