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Auszeichnung

„Gezielt mundtot gemacht“: Leipziger Medienpreis für russischen Journalisten Badanin

Der russische Investigativ-Journalist Roman Badanin erhält den Leipziger Medienpreis 2022.

Der russische Investigativ-Journalist Roman Badanin erhält den Leipziger Medienpreis 2022.

Leipzig. Der russische Investigativ-Journalist Roman Badanin erhält in diesem Jahr den Leipziger Medienpreis. Das teilte am Mittwoch die Medienstiftung der Sparkasse Leipzig mit, die den mit 10 000 Euro dotierten Preis seit 2001 vergibt. „Roman Badanins beruflicher Werdegang zeigt beispielhaft, wie unabhängiger kritischer Journalismus in Russland in den vergangenen drei Jahrzehnten zunehmend und gezielt mundtot gemacht wurde. Badanin wurde verfolgt und bedroht“, sagte Stephan Seeger, Geschäftsführender Vorstand der Medienstiftung.

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Die Jury aus Stiftungsvorstand und Stiftungsräten würdigte Roman Badanin als „Leuchtturm des unabhängigen Journalismus in und für Russland”. Wie kaum ein zweiter habe er den Wandel der staatlichen russischen Medienpolitik am eigenen Leib erfahren: 1970 in Kurgan geboren, arbeitete er ab 1997 bei der unabhängigen Zeitung Iswestija, später in führenden Positionen russischer Medien wie Gazeta.ru sowie westlicher Medien in Russland wie Forbes.ru.

Recherchen über paramilitärische russische Organisation „Wagner”

Die zunehmende Beschränkung der Medienfreiheit begegnete ihm zwischen 2014 und 2017 als Chefredakteur der Nachrichtenagentur RBK und des regierungskritischen TV-Senders Dozhd. 2018 gründete Badanin, der ab 2017 als Stipendiat des John S. Knight Journalism Fellowships an der Universität Stanford studierte, das Investigativ-Portal Proekt (Projekt), das unter anderem über die paramilitärische russische Organisation „Wagner” und über Korruption der russischen politischen Eliten berichtete.

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Androhung hoher Strafen

Ab 2019 wurde Proekt laut Mitteilung der Medienstiftung von staatlichen Stellen beobachtet und 2021 als erstes unabhängiges Nachrichtenportal in die Liste „unerwünschter Organisationen” aufgenommen. Putins Regime erklärte Badanin sowie weitere Mitglieder der Redaktion zu „ausländischen Agenten”. Ihre Wohnungen wurden durchsucht und hohe Geld- und Freiheitsstrafen angedroht, sollte Proekt weiterbetrieben werden. Badanin – gerade auf einer Auslandsreise – beschloss, nicht nach Russland zurückzukehren. Das Projekt wurde vom Ausland aus weiterbetrieben, parallel gründete Roman Badanin im Herbst 2021 die Investigativplattform Agentstvo (Die Agentur).

Derzeit arbeitet Badanin als Senior JSK Fellow an der Universität Stanford in den USA. Am 7. Oktober 2022 wird ihm der Preis auf dem Mediencampus Villa Ida in Leipzig übergeben.

Von lvz

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