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Musikfest

Mehr Angebot für mehr Nachfrage: Am Freitag beginnt Leipzigs Bachfest 2019

Auf dem diesjährigen Musikfestival werden 160 Veranstaltungen rund um den „Hof-Compositeur Bach“ geboten. Die gute Nachricht: Für einige gibt es sogar noch Karten.

Leipzig.Am Freitagabend beginnt in der seit Monaten ausverkauften Thomaskirche das Bachfest der Stadt Leipzig. Es steht unter dem Motto „Hof-Compositeur Bach“, feiert den 20. Geburtstag von Leipzigs wichtigstem Musikfestival. Und es bietet bis zum Abschlusskonzert am 23. Juni rund um den größten Thomaskantor die größte Vielfalt in rund 160 Veranstaltungen vom Vortrag über das Nacht- und Kammerkonzert, Passionen in den Hauptkirchen, Ballett in der Oper, Große Concerte des Gewandhausorchesters in der Kongreßhalle, bis zum alle Genre-Grenzen sprengenden Open-Air heute, morgen und am Sonntag auf dem Marktplatz.

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Dabei stehen die Zeichen auf weiteres Wachstum. Michael Maul, seit 2018 Intendant des Bachfestes: „Wir haben von der Stadt den Auftrag bekommen, an den zehn Festival-Tagen mehr anzubieten. Wir haben diesen Auftrag gern umgesetzt, und der Erfolg ist eindeutig: Mehr Angebot generiert – vorausgesetzt, die Qualität stimmt – bei den Bach-Fans in aller Welt auch mehr Nachfrage.“

Allerdings nicht mehr als im letzten Jahr. 2018 hatte der Sensationserfolg von Mauls monumentalem „Kantaten-Ring“ die Maßstäbe verschoben: 60 Prozent mehr Tickets als im Vorjahr, Rekorde bei Einnahmen und den Besuchern. Maul: „Die 79.000 Besucher von 2018 werden wir in diesem Jahr nicht erreichen. Aber verglichen mit den Jahren bis 2017 ist der Trend eindeutig.“ Zum Beispiel bei den Einnahmen. Bis dato spülte der Kartenvorverkauf rund 800.000 Euro in die Kassen des Bach-Archivs. 2017 waren es am Ende des Festivals 700.000 Euro. Für dieses Jahr rechnet Maul mit „knapp einer Million Euro, dann würden wir die schwarze Null erreichen“, und der mit Mitteln der Stadt (96.000 Euro), des Freistaates (150.000), der Sparkasse Leipzig (140.000) und anderer Förderer und Mäzene 2,4 Millionen Euro betragende Gesamt-Etat wäre sicher finanziert.

Wichtiger als nackte Zahlen sind Maul die künstlerischen Inhalte. Und in diesem Zusammenhang hat sich das diesjährige Motto vom „Hof-Compositeur“ als denkbar vielseitig erwiesen. Denn Bach war vor seiner 1723 beginnenden Zeit als Thomaskantor an Höfen verpflichtet und hat sich auch nach dem Amtsantritt in Leipzig immer wieder um solche Stellungen bemüht. In diesem Kontext entstanden viele seiner heute bekanntesten Werke: populäre geistliche Kantaten, die weltlichen, aus denen er in Leipzig sein Weihnachtsoratorium zusammenbaute, die Brandenburgischen Konzerte, das Musikalische Opfer, Instrumentalkonzerte, Kammermusik und Werke für Soloinstrumente, die das Programm der nächsten anderthalb Wochen ebenso prägen wie Musik von Kollegen, die es an die wichtigen Höfe der Zeit schafften.

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Viele Konzerte sind längst ausverkauft. Für ebenso viele gibt es aber durchaus noch Karten. Maul: „Dadurch, dass wir mit etwa 45.000 rund ein Drittel mehr Tickets im Verkauf haben als bis 2017, ist auch noch mehr zu haben. Zum Beispiel für den von Ton Koopman und Andreas Staier nachgestellten berühmten Wettstreit zwischen Bach und Marchand übermorgen im Stadtbad oder die Johannes-Passion mit The Solomon’s Knot am Mittwoch in der Nikolaikirche.“

von Peter Korfmacher

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