Metal-Festival

Veranstalterwechsel: In Ferropolis beginnt mit Full Force eine neue Zeitrechnung

Aus dem With Full Force wird das Full Force.

Aus dem With Full Force wird das Full Force.

Leipzig. Neuer Veranstalter, geänderter Name: Nach einem Vierteljahrhundert wird aus dem legendären With Full Force in seiner 26. Auflage das Full Force – so hieß Ostdeutschlands größtes Metal-Festival unter Langzeitbesuchern sowieso schon längst. Am 28. Juni (Freitag) beginnt in Ferropolis (Gräfenhainichen, Sachsen-Anhalt) die neue Zeitrechnung. Communication Manager Tobias Zwiebel (29), gebürtig in Sachsen-Anhalt, spricht vorab über Bewährtes, Veränderungen und eine Verjüngungskur. Das Line-up hat es jedenfalls schon mal in sich.

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Mal ehrlich: Musstet ihr lange überlegen, das Full Force zu übernehmen?

Nein, eigentlich nicht. Natürlich spielt man gewisse Ideen durch. Aber die übergeordnete Firma „Goodlive“ hat mit dem Melt und dem splash! auch schon Festivalerfahrungen in Ferropolis. Deshalb wissen wir, worauf wir uns einlassen. Hinzu kommt: Ich bin selbst seit 2006 Full-Force-Fan. Mit 19 Jahren habe ich als sogenannter Bierläufer mit einem Fass auf dem Rücken in Roitzschjora angefangen, später das Festival als Musikjournalist begleitet und nun bin ich dessen Communication Manager. Das Full Force ist einfach mein Lieblingsfestival - und diese Begeisterung will ich den Besuchern weitergeben.

Tobias Zwiebel

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Hand aufs Herz: Was ändert sich - und was bleibt?

Es bleibt auf jeden Fall bei den drei Bühnen, wobei das Zelt traditionell dem Hardbowl vorbehalten ist. Auch die Knüppelnacht mit den besten Bands des Black Metals und das Saturday Night Fever, das diesmal in Richtung Stoner und Doom geht, gibt es weiterhin. Neu ist eine Bühne direkt am See: Da kann man im Wasser headbangen. Daneben bauen wir am Strand, an dem man auch unter Aufsicht eines Bademeisters ins Wasser gehen kann, ein Waldkino auf. Mit dem Marktplatz Fairopolis haben wir noch eine weitere Neuerung: Dort erhalten NGOs eine Bühne und wir widmen uns auch mal ernsteren Themen wie beispielsweise Depression, die im Metal leider verbreitet sind. Zur Aufhellung gibt es dann unter anderem ein neues Bierquiz.

Für das bisherige, 25 Jahre aktive Team ist es in den vergangenen Jahren nicht einfach gewesen, das Festival über Wasser zu halten - was macht euch optimistisch, dass der Neustart klappt?

Wir sind ein komplett neues, jüngeres Team, das dem Festival aber seit sehr vielen Jahren eng verbunden ist. Und es geht ja nicht darum, alles auf den Kopf zu stellen - wir ändern vorsichtig ein paar Sachen, die uns selbst als Besucher aufgefallen sind, und erneuern das Festival nach und nach. Dabei wollen wir auch wieder - so wie es früher gewesen ist - mehr Jüngere ansprechen, so bis etwa 35 Jahre.

In den Ferropolis-Jahren des Full Force gab es immer wieder Beschwerden über die Shuttle-Busse. Was ändert ihr in dieser Beziehung?

Daran wird sich noch einiges verändern: Unser Ziel ist, dass sich keiner mehr beschweren muss. Wir versuchen auch, den Weg vom Zeltplatz - also die etwa 15 bis 20 Minuten bis zum eigentlichen Festivalgelände - für die Leute angenehmer zu gestalten. Es wird etliche Aktionen geben, Spaß und natürlich ausreichend Flüssigkeit.

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Mit wie viel Leuten rechnet ihr?

Mit den Zahlen aus dem Vorverkauf sind wir bislang wirklich zufrieden. Unser Ziel lautet: Es soll jedes Jahr ein Stück bergauf gehen. Mit der Konstellation der drei Bühnen, einem interessanten und breit gefächerten Programm und den vielen Highlights abseits der Bühnen sehen wir der Full-Force-Zukunft optimistisch entgegen. Und natürlich ist die Kulisse mit den Baggern und dem Badesee in der Metal-Festival-Landschaft nach wie vor unschlagbar.

Jedes Jahr kommen etliche neue Festivals dazu. Ihr habt ja schon einige Erfahrung: Wie schwierig ist es, sich auf diesem Markt zu behaupten?

Es ist auf jeden Fall kein Kinderspiel. Das Wichtigste ist: Man muss den Besuchern etwas Vernünftiges anbieten, da es genug Alternativen gibt. Beim Full Force wollen wir uns von den großen Festivals wohltuend abheben: Musikalisch gibt es eine klare Linie - wir schauen allerdings auch links und rechts des Straßenrands, was zu uns passen könnte. Ein Fehler wäre, sich mit dem Bestehenden zufrieden zu geben. Im Gegenteil: Man muss schauen, dass ein Festival von Jahr zu Jahr besser wird, immer weiter daran arbeiten. Die Leute sollen in ihrer freien Zeit etwas erleben können, Spaß haben und Party machen. Kurz, es geht um ein geiles langes Wochenende.

Das Booking wird aber immer komplizierter, ist zu hören, weil die Kosten zusehends steigen. Liegt die Lösung darin, verstärkt auf jüngere Bands zu setzen?

Es stimmt, dass die Preise für größere Bands in den vergangenen Jahren deutlich angezogen haben. Prinzipiell versuchen wir aber, die Buchungen nicht vom Geld abhängig zu machen. Letztlich wollen wir die Ticketpreise in etwa stabil halten, was gelungen ist. Das Geld ist auch nicht der Hauptgrund für unsere Bandauswahl: Uns geht es um eine möglichst große Breite und Abwechslung. Ich denke, dass sich in unserem Line-Up durchaus etliche größere Name finden.

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Worauf freust du dich am meisten - musikalisch und privat?

Ich freue mich einfach darauf, dass die Leute vor Ort Spaß haben und die Sachen, an denen man in den letzten Monaten gearbeitet hat, umgesetzt und hoffentlich auch positiv angenommen werden. Wir haben zum Beispiel die Erdbeerbowle komplett überarbeitet und letztendlich ein eigens fürs Full Force produziertes Produkt und auch das Bier ist zum ersten Mal ein Full Force eigenes Festivalbier. Musikalisch freue ich mich vor allem auf Parkway Drive, Behemoth, Beartooth und Batushka. Kurz gefasst: Ich freue mich auf ein geniales Wochenende!

Das Full Force findet vom 28. bis 30. Juni 2019 in Ferropolis (Gräfenhainichen, Sachsen-Anhalt) statt. Insgesamt werden 62 Bands auf drei Bühnen spielen.

Hardtickets gibt es unter anderem in der Leipziger Ticketgalerie, Hainstraße 1 (Barthels Hof). Das Festivalticket kostet 129,95 Euro, Parkvignette, Festivalshuttle und Dusch-/WC-Voucher sind extra. Tagestickets kosten jeweils 69 Euro.

Von Andreas Debski

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