Rundgang

Wieder Führungen jeden Samstag in der „Runden Ecke“ in Leipzig

Nach langer coronabedingter Schließzeit finden in der Gedenkstätte Museum in der „Runden Ecke“ Leipzig wieder Führungen statt.

Nach langer coronabedingter Schließzeit finden in der Gedenkstätte Museum in der „Runden Ecke“ Leipzig wieder Führungen statt.

Leipzig. Die „Runde Ecke“ prägt seit über 110 Jahren das Bild der Stadt. Das zwischen 1911 und 1913 erbaute Versicherungsgebäude war seit der Gründung des Ministeriums für Staatssicherheit im Jahr 1950 die Leipziger Stasi-Zentrale.

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Da der Platz in der „Runden Ecke“ für die expandierende Staatssicherheit schon Mitte der 1950er Jahren nicht mehr ausreichte, wurde 1955 bis 1958 ein Anbau mit Kinosaal und Kegelbahn fertig gestellt. Zwischen 1978 und 1985 wurde das Gebäude durch einen Neubau für ca. 65 Mio. DDR-Mark nochmals erheblich erweitert. Seit dieser Zeit thront der Stasi-Komplex am Dittrichring wie eine „Zwingburg der SED-Diktatur“ mitten in der Stadt.

Teil des Europäischen Kulturerbes „Eiserner Vorhang“

2012 wurde die Gedenkstätte Museum in der „Runden Ecke“ als eine von zwölf authentischen Stätten des „Eisernen Vorhangs“ in das gleichnamige Europäische Kulturerbe aufgenommen. Die Gedenkstätte sowie die hiesige Nikolaikirche und der Leipziger Innenstadtring sind die einzigen der ausgewählten Orte, die nicht an der ehemaligen deutsch-deutschen Grenze liegen. Dies belegt die Bedeutung der Friedlichen Revolution für den Fall des Eisernen Vorhangs und unterstützt gleichzeitig den Symbolgehalt Leipzigs als „Stadt der Friedlichen Revolution“.

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Bei den Rundgängen durch das Haus bekommen Besucherinnen und Besucher die seltene Gelegenheit, abseits von den Ausstellungsräumen in der „Runde Ecke“ den monströsen Gebäudekomplex der früheren Bezirksverwaltung für Staatssicherheit Leipzig, an dem etwa 40 Jahre lang jedes Gespräch verstummte, zu erkunden.

Vom Keller bis zum Boden

Im Rahmen der Führungen unter dem Motto „Stasi intern. Rundgang durch die ehemalige Zentrale des MfS – Vom Keller zum Boden und anderen Orten des (un)heimlichen Gebäudekomplexes“. werden unter anderem die verbunkerten Schutzräume im zweiten Kellergeschoss für den Kriegsfall, der Wartebereich der Stasi-eigenen Poliklinik oder die Kegelbahn des MfS besichtigt. Auch die Räume der einstigen Aktenvernichtung können entdeckt werden.

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Die aktuelle Debatte zur Entwicklung des Areals auf dem Matthäikirchhof zu einem „Forum für Freiheit und Bürgerrechte“ zeigt auch, wie uneins sich die Leipziger Bürger in der Frage sind, ob und in welchem Umfang die historischen Gebäude erhalten bleiben sollen. Die Bedeutung der original erhaltenen Räumlichkeiten auch im Stasi-Neubau für die Vermittlung der Geschichte von Unterdrückung und Unrecht in der DDR zeigt der Rundgang durch den Komplex.

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Treffpunkt: Samstags 16.00 Uhr im Eingangsbereich der Gedenkstätte Museum in der "Runden Ecke", Dittrichring 24

Von PM/LMG

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