Sie liebt mich, sie liebt mich nicht ...

Erst die Affäre, dann die Beziehungskrise? Studie zeigt: Nein, es ist meist andersherum

Untreue kann eine Beziehung beenden – oft sind aber schon vorher Probleme vorhanden.

Untreue kann eine Beziehung beenden – oft sind aber schon vorher Probleme vorhanden.

Was war zuerst da: das Huhn oder das Ei? Wenn es um den Zusammenhang von Beziehungskrisen, Affären und Trennungen geht, scheint die Antwort klar zu sein. Denn: Eine längere Affäre ist bei deutschen Paaren Trennungsgrund Nummer eins. Das zeigt eine bevölkerungsrepräsentative Elitepartner-Studie aus dem Jahr 2017. Eine aktuelle Langzeitstudie will nun aber belegen, dass meist schon eine Krise in der Beziehung war, bevor es zu einer Affäre gekommen ist.

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Mehr als ein Drittel trennt sich nach Untreue

Schuld an der Trennung ist die Person, die fremdgegangen ist, oder? Nicht unbedingt. „Zum Fremdgehen gehören immer zwei“ ist ein Spruch, der einem gerne auf die Nase gebunden wird, wenn es so gar nicht passt – aber es könnte etwas dran sein. Seit 2008 befragt das Beziehungs- und Familienpanel pairfam („Panel Analysis of Intimate Relationships and Family Dynamics“) jährlich mehr als 12.000 Menschen und ihre Familien zur Erforschung der partnerschaftlichen und familialen Lebensformen in Deutschland. Anhand dieser Daten lassen sich vor allem Rückschlüsse auf zwischenmenschliche Beziehungen ziehen.

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Die pairfam-Daten hat sich nun eine Forschergruppe um Olga Stavrova von der Universität Tilburg in den Niederlanden genauer angeschaut und die Ergebnisse von mehr als 14.000 Männern und Frauen verglichen. Die Forschenden konzentrierten sich dabei besonders auf Untreue – und berichteten davon bei den befragten Paaren in 950 Fällen. Mehr als jedes dritte Paar trennte sich danach.

Beziehungskrise kann für Affäre sorgen

Als Grund für die Trennung wird dann die Untreue der Partnerin oder des Partners angegeben. Aber: Anhand der Befragungen ließ sich genau erkennen, dass die Zufriedenheit in den untersuchten Beziehungen schon sank, bevor es zur Untreue kam. Damit lässt sich den Studienautorinnen und Studienautoren zufolge belegen, dass die Untreue zwar oft der Grund für eine Trennung ist – eine Krise in der Beziehung und damit verbundene Unzufriedenheit aber meist erst für die Affäre sorgen.

Auch interessant: Stavrova und ihr Team zeigen, dass Menschen, die sich vor dem Seitensprung dem Partner oder der Partnerin nicht stark nahe fühlten, sich schneller nach der Trennung wieder erholten. Menschen, die sich in der Beziehung aber stark verbunden fühlten, litten besonders unter der Trennung.

Frauen, die untreu waren, ging es damit durchschnittlich übrigens besser als untreuen Männern. Denn: Diese Frauen gaben Unzufriedenheit in der Beziehung als Grund für die Affäre an – und diese sorgte anscheinend für einen Weckruf, die Probleme in der Beziehung anzugehen. Wie die Ergebnisse schon andeuten: Untreue muss also nicht immer zur Trennung führen – und kann die Beziehung unter Umständen sogar verbessern.

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