Urige Möbeltrends 2022

„Alpin-Chic“: gemütlich und rustikal im Alm-Öhi-Stil

Rustikaler „Alpin-Chic“ liegt im Trend.

Rustikaler „Alpin-Chic“ liegt im Trend.

Schön wohnen tun immer nur die anderen: Der „Bergdoktor“ und die „Bergretter“ sind als ZDF-Winterabendhelden ständig im Einsatz und kaum zu Hause. Wenn man sie dann doch mal in ihren eigenen vier Holzhauswänden sieht, schaut es dort nicht nur düster und trostlos aus, sondern auch hoffnungslos altmodisch. Und das keineswegs im Sinn von nostalgischem Antikstyle. Eher wirkt alles etwas verwohnt und schäbig. Dagegen sind die Behausungen der Nebendarsteller, die in den beiden Serien von Folge zu Folge wechseln, oft durchdesignte Architektenhäuser, exklusiv eingerichtet, aber von kalter Pracht.

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„Alpin-Chic“ hält Einzug ins Flachland

Ob verstaubte Bauernkate oder moderne Villa – in jedem Fall fehlt es bei den Innenansichten in der rauen Fernsehbergwelt an gemütlichem Hüttenzauber und charmantem Chaletcharakter. Hier haben die ­Set­ausstatter offenbar an der Realität vorbeigeplant, zumindest, wenn man der Möbelbranche Glauben schenkt.

Die ist überzeugt davon, dass die Alpenregionen in Sachen Interieur zukunftsweisend sind: Mit ihrem vermeintlich urig-rustikalen Flair bestimmen sie den neuen Trend des sogenannten Chaletstils, im Fachjargon auch „Alpin-Chic“ genannt, der nun auch Einzug ins Flachland halten soll und hier und da schon lawinenartig über Möbel- und Dekogeschäfte hereingebrochen ist.

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Es droht die Kitschfalle

Das Versprechen: Es wird im besonderen Maße wohnlich und gemütlich. Für das ideale Abschotten vor Extremwetterlagen und anderen Katastrophen, die sich vor der Haustür abspielen, werden rustikale Holzmöbel, große Sofas, Felle und Hirschgeweihe empfohlen. Letztere machten den Chaletstil „so richtig authentisch“, heißt es auf der Website eines Einrichtungshauses.

Es könnte aber auch die Kitschfalle drohen, und so ist es nicht ganz einfach, den Zauber der Berge in die gute Stube zu verlagern, ohne dass es nach Holzhammermethode aussieht. Die Gefahr besteht, wenn man auf den Rat von Dekoshops vertraut und sich für erhöhten Alm-Öhi-Charakter beispielsweise Kisten, Kästen, Wandregale und Schlüsselbretter zulegt, die noch gröber zusammengezimmert sind als Werkunterrichtsobjekte von Grundschülerinnen und ‑schülern. Ebenfalls im Angebot: klobige Gefäße und Schalen aus Holz, dunkles Geschirr, runde Schemel und Stühle mit ausgesägtem Herz in der Lehne. Ein wahrhaft großes Thema sind Holztische. In ihrer ausladenden, schnörkellosen Form werden sie zum Teil nach Vorbildern alter Bauerntische aus Kiefer oder Lärche gefertigt. Das ist zwar nicht kitschig, aber kostspielig.

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Zirbenholz nun besonders begehrt

Etliche Handwerksbetriebe, Designbüros und Möbelmanufakturen in der Schweiz, Österreich oder Bayern haben sich tatsächlich auf „alpinen Lifestyle“ spezialisiert. Ihr handgefertigter Chaletchic kann sich sehen lassen, ist aber durchaus luxuriös. Von geschmiedeten Lampen mit Gämsenmotiv über den traditionell gewebten Schafwollteppich bis hin zur Kinderwiege aus Zirbenholz reicht die Palette. Dieses spezielle Alpenholz ist durchaus exklusiv: Der Zirbenbaum, eine seltene Kiefernart, wächst in Höhenlagen von 1500 bis 2000 Metern. Das macht das Holz recht widerstandsfähig.

Es ist das einzige Hartholz unter den Nadelbäumen, dennoch ist es leicht zu verarbeiten und sticht optisch mit seiner besonderen Maserung ins Auge. Die im Holz enthaltenen ätherischen Öle sollen eine beruhigende Wirkung auf den Menschen haben, weshalb insbesondere Betten aus Zirbenholz begehrt sind – nunmehr also auch im Flachland.

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